Frage von aesche100, 161

Berechnung der Steuer für eine Abfindung bei Anwendung der Fünftelregelung

Hallo Ich habe eine Abfindung erhalten und soll dafür mehr Steuern(prozentual) als für mein normales Einkommen zahlen. Ich bin verheiratet und wir werden zusammen veranlagt. Unser normaler Steuersatz beträgt 21,1818 %. Für die Abfindung wurden mir ca. 36% abgezogen. Ist das üblich ? Wie berechnet sich die Summe? Wo liegt denn die so gepriesene Steuerersparnis, wenn man doch real mehr Steuern bezahlt?

Ich bin gespannt, ob jemand Licht in dieses Dunkel bringen kann.

Vielen Dank im Voraus

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Antwort
von expermondo, 5

Hallo aesche100,

Schau mal bitte hier:
Steuern Steuererklärung

Antwort
von GAFIB, 146

Eine höhere Steuerbelastung in einer Abfindungssituation ist nicht ungewöhnlich. Im folgenden Link wird die Systematik der Besteuerung ein wenig erläutert, auch ein Steuerrechner ist integriert.

Es besteht auch die Möglichkeit, im Abfindungsjahr durch bestimmte Vorsorgeaufwendungen die Steuerbelastung deutlich zu senken.

http://www.finanzfrage.net/tipp/wie-optimiere-ich-die-nettoquote-meiner-abfindun...

Antwort
von freelance, 126

Wenn du ne richtig dicke Abfindung bekommst, dann sind da gar 45% + Soli + Kirchensteuer drin. Hört, hört!

Wo liegt denn die so gepriesene Steuerersparnis, wenn man doch real mehr Steuern bezahlt

die hast du doch durch die 5tel-Regelung. Du würdest sonst noch mehr Steuern zahlen.

Das Schicksal teilen alle, die mehr verdienen und sich dann - auch wie erstaunt - wundern, dass sie noch mehr Steuern zahlen.

Wer nicht im Spitzensteuersatz ist, der zahlt mit jedem weiteren Euro mehr an Steuern.

Probier es mal damit: http://www.sueddeutsche.de/app/jobkarriere/abfindungsrechner/

Ich kann dich insofern noch besorgter machen: die 5telregelung greift nicht für jeden und immer. Es kommt auch darauf an, wie der Verdienst in den kommenden Jahren sein wird.

Antwort
von LittleArrow, 97

Erstmal grob bitte dieses Bild verinnerlichen:

http://www.finanzfrage.net/bilder/steuersatz/wie-kann-man-den-persoenlichen-steu...

Kommentar von EnnoBecker ,

Eigentlich könnte man aus den angegebenen Steuersätzen das zvE und die Höhe der Abfindung extrapolieren.

Kommentar von MadRampage ,

was ich in meinem Beispiel (in meiner Antwort) mal ganz grob versucht habe ^^

Kommentar von wfwbinder ,

mach es und Du kannst Dich entscheiden, zum Kaffee eingeladen werden, oder ein Block Fleisskärtchen.

Kommentar von LittleArrow ,

Natürlich kann "man" das. Deshalb und angespornt von vulkanismus habe ich den groben Steuersatzverlauf als Bild eingefügt. aesche100 verwunderte sich über den "hoch springenden" Steuersatz. Den hat der Arbeitgeber nicht erfunden;-)

MadRampage hat sich in liebenswürdiger Weise auch der Problematik angenommen und u. a. auf die Fünftelregelung verwiesen, die aber an Vorbedingungen geknüpft ist, um steuerliche Einsparungen zu bringen!

Antwort
von billy, 67

Das ist durchaus üblich. Hier greift die Progression. Die Fünftelregelung wäre günstiger gewesen.

Antwort
von MadRampage, 68

Kann es sein, dass 21,1818 % Dein/Euer Durchschnittssteuersatz und Dein/Euer Grenzsteuersatz viel höher? Den auf diesen kommt es an:

  • Verdienst zusammen Jahresbrutto von 80.000€ (beide Berufstätig) => ca. 67.500 zu versteuerndes Einkommen
  • darauf zu zahlende Einkommensteuer = 13.500 = 20% Steuersatz
  • der Grenzsteuersatz liegt hier bei ca. 33%, das heißt jeder weitere Euro wird mit 33% besteuert und dieser Steuersatz steigt zudem mit jedem Euro, dass nennt sich Steuerprogression

Soweit ohne Abfindung. Kommt nun eine Abfindung von 32.500€ hinzu, steigt damit das zu versteuernde Einkommen (zvE) von 67.500 auf 100.000€

  • von 100.000€ zvE sind ca .25.500 Einkommensteuer zu zahlen, das heißt von den 32.500€ einkommen sind OHNE Fünftelregelung 25.500-13.500 = 12.000€ Steuern zu zahlen
  • MIT der Fünftelregelung wird nur 1/5 = 6500€ dem zvE zugeschlagen und dann davon die Steuer berechnet. von 67.500+6.500=74.000 sind grob 15.500 Einkommens-Steuern zu zahlen
  • und dann wird die Differenz verfünfacht: also (15.500 - 13500) x 5 = 10.000€ Einkommens-Steuern für die Abfindung berechnet.

Hoffe es ist an meinem fiktiven Beispiel mit den grob gerundeten Zahlen nun klar, wie die Fünftelregelung wirkt: In diesem Beispiel wären es 2.000€ weniger Steuer :)

Kommentar von aesche100 ,

Mein Lohnbüro hat für die Abfindung 26000 Euro an das FA überwiesen. Das FA will nun aber 31000 haben. Hat sich das Lohnbüro verrechnet oder kommen noch andere Faktoren dazu, wen man die Steuererklärung macht?

Kommentar von EnnoBecker ,

kommen noch andere Faktoren dazu, wen man die Steuererklärung macht?

Aber sicher. Man muss den Kram auch richtig eintragen.

Kommentar von MadRampage ,

Zwei mögliche Erklärungen bzw. Erklärungsversuche:

  • Du hast StKl. III und Dein Ehepartner arbeitet auf StKl.V, was zu einer (hohen) Nachzahlung führen kann
  • Und/Oder dein Arbeitgeber hat die günstigere Fünftel-Regelung angewendet und das Finanzamt erkennt dies (warum auch immer) nicht an.
Kommentar von EnnoBecker ,

und das Finanzamt erkennt dies (warum auch immer) nicht an.

Nun, in diesem Fall gibt es zwei Möglichkeiten:

  1. Das Finanzamt erkennt es zu Recht nicht an. Dann ist ja nichts falsch gemacht worden, höchstens die Behandlung im Lohnbüro.
  2. Das Finanzamt erkennt es zu Unrecht nicht an. Das führt entweder zu meiner Einlasung (falsch eingetragen) oder zu einer zu Unrecht falschen Ansicht des Sachbearbeiters. In beiden Fällen ist dann hier Einspruch einzulegen bzw. die Änderung nach § 172 zu beantragen.

Das mir dem Ehepartner muss ich irgendwo überlesen haben....

Antwort
von vulkanismus, 58

Lies einfach mal unter Steuerprogression nach.

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