Frage von Christine50, 709

Wie ist es bei der Nichtbeschäftigung eines Leiharbeiters, erfolgt hier die Lohnfortzahlung durch die Leiharbeitsfirma?

Darf die Leiharbeitsfirma Überstunden bzw Urlaubstage einfach hernehmen um beschäftigungslose Zeit abzugleichen? Wurde aufgrund wenig Arbeit von einer Firma abgemeldet, war dann eine Woche zuhaus ohne Beschäftigung. Jetzt wurden mir Urlaubstage berechnet , die ich nicht beantragt hatte, damit lt Aussage des Chefs der Leiharbeitsfirma, die Zeit überbrückt werden konnte. Habe mich geweigert, diesen Urlaubsantrag nachträglich zu unterschreiben, da ich es so sehe, dass es das Risiko der Leiharbeitsfirma ist, ob sie eine Beschäftigung hat oder nicht. Mein Vertrag mit derselber Firma ist unbefristet.

Antwort
von Primus, 684

Leiharbeiter haben auch bei Nichtbeschäftigung einen Entgeltanspruch gegenüber dem Leiharbeitsunternehmen. Das Gericht bestätigte die Auffassung der Arbeitsagentur.) (Hessisches LSG, L 7 AL 21/08)

Hier noch ein interessanter Artikel dazu:

http://www.daserste.de/information/politik-weltgeschehen/morgenmagazin/service/n...

Antwort
von gammoncrack, 641

http://www.focus.de/finanzen/karriere/perspektiven/zeitarbeit/tid-6555/arbeitsre...

Einige Unternehmen versuchen, den wirtschaftlichen Leerlauf in sogenannten vermittlungsfreien Zeiten dadurch für sich zu minimieren, dass sie ihre Mitarbeiter während dieser Phasen in eine Art Zwangsurlaub schicken. Dies ist aus Sicht der Betroffenen zwar unerfreulich. „Da es keinen Anspruch auf Urlaub zum Wunschtermin gibt, kann der Arbeitgeber in Zeiten geringer Auslastung durchaus so etwas wie Betriebsferien für unvermittelte Leiharbeitnehmer anordnen“, erläutert Arbeitsrechtler Weck.

Allerdings habe ich meine Zweifel, dass die Anrechnung des Urlaubs rückwirkend möglich ist.

Kommentar von Christine50 ,

So sehe ich das auch, als ich eben bei der einen Firma ausgestellt wurde,(wir durften mittags nachhausegehen) bin ich meiner Meldepflicht bei der Leiharbeitsfirma nachgekommen und hab sofort am nachmittag angerufen. Da wurde mir dann nur mitgeteilt dass ich 5 Tage später wieder in einer anderen Firma eingesetzt werde. Kein wort dass ich Urlaub oder ähnliches zu nehmen habe. Heut musst ich zu dieser Leiharbeitsfirma aus einem anderen Grund. Hier legte mir nun die Dame einen Urlaubsantrag bezüglich dieser 5 Tage vor, ich solle diesen unterschreiben. Ich machte sie darauf aufmerksam, dass ich weder Urlaub beantragt hatte noch gewillt bin, meine bis dahin erarbeiteten Urlaub herzunehmen. Und es eben aus diesem Grund nicht unterschreibe, weil auch in dem mir vorliegenden Arbeitsvertrag nirgends in irgendeiner Weise ersichtlich ist, dass man sich dazu verpflichtet

Antwort
von TOPWISSENinfo, 569

Soweit ich weiß, darf der Arbeitgeber nur über einen Teil des Urlaubanspruchs (etwa 1/3) bestimmen, jedoch müsste er spätestens 1 Tag vor Urlaubsbeginn diesen mitteilen. Dazu brauchst du aber einen Antrag. Denn dein Antrag ist dein Wunschurlaub, nicht das des Arbeitgebers. Überstunden gehören aber dir allein. Die dürfen nicht ohne Weiteres vom AG verwendet bzw. verrechnet werden.

Ich würde an deiner Stelle keinen Antrag unterzeichnen und bei Anrechnung, auf die Auszahlung des fehlenden Gehalts beim Arbeitsgericht klagen. Einfach beim zuständigen Arbeitsgericht eine Klage zur Niederschrift geben. Die Rechtspfleger schreiben dann die Klage. Das geht auch ohne Anwalt. Es kommt in erster Linie zur Güteverhandlung (einfach nur ein Gespräch zwischen Parteien mit einem Richter), also ohne Pflichten. Nur wenn es zu Einigung zwischen dir und deinem AG kommt, ist es verbindlich. Einen Urteil gibt es da nicht. Nur bei einer richtigen Verhandlung, wenn es zu keiner Einigung kommt.

Antwort
von Tina34, 523

Überstunden - ja wenn es im Tarifvertrag geregelt ist. Urlaub ist schwierig und darf eigentlich nicht sein. Es wird dir dann allerdings passieren das man dich betriebsbedingt kündigt.

Kommentar von Snooopy155 ,

Ich kenne einen ähnlichen Fall und habe den dazugehörigen Tarifvertrag zwar gelesen, aber trotzdem nicht verstanden. Vor allem ist mir unklar ob und welche Entlohnung in den Zeiten stattfindet, in denen die Zeitarbeitsfirma keinen Einsatzort für ihren Mitarbeiter hat.

Kommentar von Tina34 ,

in der Zeit des nichteinsatzes wird das Grundgehalt gezahlt. Oft wird ja nur eine 35 oder 32 Std. Woche vereinbart und nur diese Zeit wird dann gezahlt.

Die Gewerkschaft sieht es anders in Bezug auf Zeitkonten, aber so weit mir bekannt sind diese zulässig.

Offiziell muß sich das Zeitarbeitsunternehmen bemühen einen neuen Einsatz zu finden, gelingt ihr das 3 Monate nicht darf erst gekündigt werden. Aber wie so oft gilt - wo kein Kläger da kein Richter!

Kommentar von Christine50 ,

Habe meinen Arbeitsvertrag mehrmals durchgelesen, da findet sich dieser Satz: Bei vorübergehender NIchtbeschäftigung durch den Arbeitgeber wird das vereinbarte Entgelt entsprechend der arbeitsvertraglichen Vereinbarung fortgezahlt. Man muss 2 std am Tag erreichbar sein für evtl Einsätze in einer anderen Firma. Mehr nicht...keine Klausel über Abgeltung durch Überstunden abbau etc.....von Urlaub ganz zu schweigen....

Kommentar von Tina34 ,

so was steht im Tarifvertrag unter Umständen gibte sogar eine Betriebsvereinbarung. Es gibt ja IGZ / DGB / BAP Tarifverträge etc.

Die großen Zeitarbeiten haben einen Betriebsrat da kannst du dich erkundigen.

Leider kann ich dir nicht sagen welcher Tarifvertrag für dich gilt! Meine Glaskugel ist kaputt

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