Frage von Hntzii, 40

Bei Erbengemeinschaft Haus kaufen?

Kann mir jemand helfen, mein Bekannter hat zusammen mit seiner Schwester ein Haus von deren Großvater geerbt. Ok die Schwester möchte es an sich verkaufen, ein Makler hat es bereits geschätzt vom Wert her.

Jetzt hat der Bruder also der Bekannte, überlegt es doch selbst zu kaufen (Bevor es einfach unter den Hammer kommt für relativ wenig Geld...) Da es so in der Familie bleiben würde und es seiner Meinung nach zu schade ist so zu "verscherbeln"...

Nun gut kann mir jemand Tipps zum Ablauf geben?

Meine fragen:

Es gibt ja ein Vorkaufsrecht oder also das er es kaufen darf wenn er will? Sie will es ja eh nicht haben.

Richtet sich der Preis dann dennoch nach dem geschätzten Maklerpreis?

Er kann nicht sofort da einziehen, sondern erst vermieten, da es eine andere Stadt ist und das kann er nicht sofort machen wegen Job usw. Ist das egal?

Was muss er beachten? Wie is der Ablauf, danke für die Hilfe hier, es gibt hier Leute die steigen durch sowas wirklich besser durch als ich, das weiss ich hier echt zu schätzen ehrlich...

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Antwort
von Franzl0503, 23

Hntzii:

Vorgehensweise

Beide gehen zu einem Notar ihrer Wahl und legen ihm eine Untgerlage vor, aus dem der Notar den Grundstücksbeschrieb erkennen kann (Grundbuchauszug oder Nachricht des Grundbuchamts über die Eintragung der Erbengemeinschaft).

Beide beauftragen ihn, einen Kaufvertrags-Entwurf zu erstellen.

Als Kaufpreis für den hälftigen Miteigentumsanteil nehmen sie die Hälfte des aktuellen Marktwerts der Immobilie abzügl. evtl. Belastungen (z.B. Hypotheken, Grundschulden, offene Erschliessungskosten)  und abzüglich eines Verwandten-Zugeständnisses von z. B. 15%.

Ob der vom Makler (grob überschlägig) geschätzte Wert dem tatsächlichen Marktwert entspricht, kannst du am ehesten beurteilen.

Mit welchen Mitteln der Bruder den Kaufpreis belegen will, lässt du offen. Sind es Eigengeld, Fermdkapital, Kaufpreis-Resthypothek, ein Mix aus allen ? Die Frage muß jedenfalls vor Vertragsabschluss zuverlässig geklärt und auch belegt sein.

Nach Erhalt des Kaufvertrags-Entwurfs haben die Beiden  zwei Wochen Zeit zur  Prüfung. Änderungen, Ergänzungen und Richtigstellungen sollten sie dem Notar vor dem Beurkundungstermin mitteilen.

Sind alle Fragen und Unklarheiten ausgeräumt, nimmt der Notar in Anwesenheit der Vertragsschliessenden die Beurkundung des Kaufvertrags und evtl.Grundschuld-Bestellungen vor und sorgt für die Duchführung bis nach der Eigentumsumschreibung.

Notar- und Grundbuchkosten gehen i.d.R. zu Lasten des Erwerbers.

Deine Frage bezüglich des Vorkaufsrechts beantwortet § 2034 BGB:

"Verkauft ein Miterbe seinen Anteil an einen Dritten, so sind die übrigen  Miterben zum Vorkaufe berechtigt. Die Frist für die Ausübung des Vorkaufsrechts beträgt zwei Monate. Das Vorkaufsfecht ist vererblich."

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