Frage von Rentenfrau, 53

Bei 10 % Beitragssteigerung bei HUK-Coburg kein sofortiges Kündigungsrecht wie bei Kfz-Versicherung?

Habe ich denn bei fast 10 % Beitragssteigerung bei der Rechtsschutzversicherung bei der HUK-Coburg kein sofortiges Kündigungsrecht wie sonst bei der Kfz-Versicherung? Die haben bei der Beitragsrechnung nur was von Schlichten und Anwaltsempfehlung geschrieben, mich hätte Kündigungsmöglichkeit interessiert, wenn es überhaupt günstiger woanders wäre. Danke Euch.

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von gammoncrack, 53

Wenn die HUK den Beitrag im Rahmen einer Beitraganpassung erhöht, hast Du auch ein Kündigungsrecht. Darauf muss die HUK auch im Informationsschreiben hinweisen.

Allerdings hat die HUK auch ein Schadenfreiheitsrabattsystem bei der Rechtschutzversicherung. Wenn es hier durch Inanspruchnahme zu einer Beitragserhöhung gekommen ist, entsteht hieraus allerdings kein Kündigungsrecht - analog der Kündigungsregelung bei der Kfz-Versicherung.

Kommentar von Rentenfrau ,

Danke.

Antwort
von finanzcheck, 41

Eine Kündigung ist möglich zum Termin des Inkrafttretens der Beitragserhöhung. Die Kündigung muss dabei schriftlich erfolgen. Ich würde - insbesondere wenn in der Vergangenheit Schadensfälle bzw. Inanspruchnahme der Rechtsschutz vorlagen, mich jedoch zunächst um Ersatz bemühen, bevor ich den alten Vertrag kündige - wobei jedoch die Monatsfrist seit Zugang der Beitragserhöhung zu beachten ist. Hier kommt man zum guten und günstigen Rechtsschutzvertrag mittels Onlinevergleich: http://www.preisvergleich-rechtsschutzversicherung.com

Antwort
von Mikkey, 32

Aus §40 Absatz 1 VVG:

Erhöht der Versicherer auf Grund einer Anpassungsklausel die Prämie, ohne dass sich der Umfang des Versicherungsschutzes entsprechend ändert, kann der Versicherungsnehmer den Vertrag innerhalb eines Monats nach Zugang der Mitteilung des Versicherers mit sofortiger Wirkung, frühestens jedoch zum Zeitpunkt des Wirksamwerdens der Erhöhung, kündigen. Der Versicherer hat den Versicherungsnehmer in der Mitteilung auf das Kündigungsrecht hinzuweisen. Die Mitteilung muss dem Versicherungsnehmer spätestens einen Monat vor dem Wirksamwerden der Erhöhung der Prämie zugehen.

Also setze Dich mit dem Versicherer in Verbindung und teile denen mit, dass Du die Prämienerhöhung nicht akzeptierst.

Kommentar von gammoncrack ,

Also setze Dich mit dem Versicherer in Verbindung und teile denen mit, dass Du die Prämienerhöhung nicht akzeptierst.

Und was passiert dann? Die nehmen die dann zurück?

Kommentar von Mikkey ,

Sie gilt dann als nicht erfolgt.

Sie müssen den Vertrag von sich aus kündigen. Solange sie das nicht tun, sind sie an den geschlossenen Vertrag gebunden.,

Kommentar von gammoncrack ,

Bist Du da ganz sicher? Wirklich ganz sicher?

Dann widerspreche ich nämlich zukünftig der Beitragserhöhung meiner Krankenversicherung. Und da die nicht kündigen dürfen, bleibt mein Beitrag also immer so wie er ist. Müsste dann ja funktionieren.

Kommentar von Mikkey ,

In den Bescheiden zur Erhöhung wird aber sicher auf die Möglichkeit zur Kündigung hingewiesen oder nicht?

Nachdem die HUK so einen Formfehler begangen hat, wäre auf die Art durchaus ein Versicherungsjahr zu den alten Konditionen herauszuholen.

Bei Krankenversicherungen ist es übrigen §205 VVG:

Erhöht der Versicherer auf Grund einer Anpassungsklausel die Prämie oder vermindert er die Leistung, kann der Versicherungsnehmer hinsichtlich der betroffenen versicherten Person innerhalb von zwei Monaten nach Zugang der Änderungsmitteilung mit Wirkung für den Zeitpunkt kündigen, zu dem die Prämienerhöhung oder die Leistungsminderung wirksam werden soll.

Kommentar von gammoncrack ,

Habe ich etwas überlesen? Ich finde jetzt nichts darüber, dass die HUK den Kündigungshinweis vergessen hat. Ich finde nur etwas darüber, dass kein sofortiges Kündigungsrecht eingeräumt wurde. Und das hat man natürlich nicht, sondern nur das gem. VVG.

Kommentar von alfalfa ,

Folks: Bitte bei der Auslegung des VVG die Sparten und die Rechtsfolgen berücksichtigen:

Sparte PKV: Wenn ich die BAP ablehne, dann ist es gleichzusetzen mit der Tatsache, dass ich den Vertrag kündige. Bringe ich dann nach § 205 VVG keinen Folgeversicherungsnachweis bei,so gelte ich aufgrund der Versicherungspflicht nach § 193 VVG als nicht versichert. Die "Kündigung" gilt als nicht bestätigt durch den Nachweis einer Folgeversicherung, so bleibe ich bei der alten Gesellschaft. Rechtsfolge: ich lande in der finalen Höchststrafe. Standard- bzw. Basistarif!

Sparte Sach: Da kann ich wiedersprechen. Folge: Versicherungsschutz wird nach unten angepasst.

Sparte KfZ Anpassungen haben nicht die Ursache in der Leistungsänderung, sondern der Anpassung der KH Stufen. Also legitim! Ähnliche Rechtsfolgen wie PKV.

Ich muss mal ein wenig den Zeigefinger erheben. Bitte schafft nicht eine Scheingenauigkeit, indem ohne Hintergrundwissen bzw. Kenntnis der Rechtslage mit VVG Kommentaren um sich geworfen wird.

Es gibt nicht ohne Grund Anwälte und Versichetungsberater. Sorry, bitte Zitate aus dem VVG nicht aus dem Kontext zitieren.

Das geht in die Wicken. Okay, freut mich, weil es mir den Schreibtisch voll macht. Aber das kann es doch in Foren, wie diesen nicht sein!

Kommentar von gammoncrack ,

@Alfalfa:

Mir ging es doch nur darum, dass ein Widerspruch zu einer Beitragsanpassung bei wirksamer Belehrung über das Kündigungsrecht nicht geht, sondern eben gekündigt oder die Anpassung akzeptiert wird.

Ein Widerspruchsrecht zur Beitragsanpassung findet sich nirgendwo im VVG (weder § 5 noch § 40), noch in den Bedingungen irgendeines Versicherers.

Ich bin aber auch gerne bereit, mich eines Besseren belehren zu lassen.

Kommentar von alfalfa ,

@ Gammoncrack: Ja und nein. ;-)

In den Sparten Sach und KFZ ja. Bei PKV nein. Darauf wollte ich hinaus.

Und bei Dauerschuldverhältnissen wie z.B. PKV ergibt sich ein Kündigungsrecht aus dem BGB - § 314 BGB! Und da KFZ und Sach Jahres bzw Mehrjahresverträge sind, gelten die Rechte aus § 314 BGB eben nicht!

Kommentar von gammoncrack ,

Wir reden wohl aneinander vorbei. Mein Beispiel mit der KV sollte doch nur darstellen, dass es auch dort bei einer Beitragsanpassung kein Widerspruchsrecht gibt. Ich bin ja ganz bei Dir!

Kommentar von alfalfa ,

Sorry. Bitte die Sparten und rechtlichen Spezifika beachten und auch wo was im VVG steht.

Das gilt für Sach. Das gilt nicht für Dauerschuldverhältnisse. Und KFZ ist eine Besonderheit.

Antwort
von robinek, 25

Habe erst vor kurzem, da Beitragserhöhungen meiner bisherigen Versicherungen, anstanden mir Angebote über die "nötigen" Versicherungen eingeholt und anstandslos gewechselt. Die Kündigungen der alten Versicherungen hat sogar die neue Versicherung übernommen. Auch die Rechtsschutzversicherungen wurden in vorhandenem Zustand, also ohne übliche Wartezeit, übernommen

Kommentar von Rentenfrau ,

Danke, ich bin nur so ein "Gewohnheitstier", habe alle Versicherungen dort und war -bisher- immer recht zufrieden.

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