Frage von mig25, 86

Bearbeitungszeit bei der Rückerstattungen von Kredit-Bearbeitungsgebühren

Hallo liebe Community, ich habe vor 2 Monaten in einem Schreiben an die Bank die Rückerstattung der Bearbeitungsgebühren meiner Kredite eingefordert. Ich hatte in einem Musterschreiben an die Bank eine Frist von 2 Wochen gesetzt und die Schreiben per DHL-Kurier versendet. Über den Eingang bei der Bank hatte ich zum einen einen Nachweis und zum anderen hatte die Bank auch binnen 1 Woche geantwortet und dabei auf den enormen Andrang verwiesen. Sinngemäß schrieb die Bank, dass meine Rückforderung fristgerecht eingegangen sei und die Bank auf die "Einredung der Verjährung" verzichtet, aber eben binnen meiner Frist von 2 Wochen mein Anliegen nicht bearbeiten kann. Weiter schrieb die Bank, dass man "bei berechtigter Forderung wieder auf mich zukommen würde". Das ganze ist nun schon 2 Monate her, und ich würde gerne wissen, wie lange ich der Bank denn noch Zeit geben soll (oder muss)? Großer Andrang "schön-und-gut"... Aber ich kann ja jetzt auch nicht meine laufenden Verpflichtungen aufschieben, nur weil ich vielleicht mal viel zu tun habe, oder krank bin, oder beruflich unterwegs bin. -Meine Umstände interessieren ja auch keine Sau. Bitte nicht falsch verstehen; ich sehe die Rückerstattung als "Bonus" und bin nicht darauf angewiesen. Aber bei 3 ehem. Kreditverträgen beläuft sich die Rückerstattung der Bearbeitungsgebühren auf immerhin 3.000 Euro.

Weiß hier vielleicht jemand Rat, wie lange man warten sollte? Oder doch Anwalt einschalten?

Über Antworten würde ich mich sehr freuen!

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Antwort
von Giszmo, 86

Du musst Dir vorstellen, dass die Banken zum Jahresende hin mit solchen Briefen überschüttet wurden. Die Bank hat geschrieben, dass sie auf die Einrede der Verjährung verzichtet, damit bist Du safe.

Rat: abwarten. Wenn sie Dir wirklich im Sinne des BGH-Urteils Gebühren zu Unrecht berechnet haben, dann melden sie sich. Wird aber, je nach Bank, dauern.

Du solltest Dir aber sicher sein, dass es sich um wirkliche Bearbeitungsgebühren handelt. Folgende fallen nicht darunter: Kontoführungsgebühren, Strukturierungsgebühren, Gebühren für Wertschätzungen, Kosten einer Restkreditversicherung. Und: auf dem Vertrag sollte draufstehen, dass es ein Vebraucherkreditvertrag ist.

Kommentar von mig25 ,

Dankeschön für die Antwort!

Die Bearbeitungsgebühren sind genauso auf dem Kredit ausgewiesen und auch exakt so bezeichnet. Es handelt sich um einen Privatkredit; heisst ja bei jeder Bank anders. Die Kredite wurden alle vorzeitig abgelöst und somit wurde die Bearbeitungsgebühr auch von mir "bezahlt". Überschüssige Beträge aus der Restkreditversicherung bekommt man wenige Tage nach der Ablöse des Kredit zurück. Das ist sehr sehr unkompliziert.

Ich habe deshalb gefragt, weil es für Privatpersonen ja überall Fristen gibt. Wenn man eine Rechnung bekommt, so ist die in der Regel spätestens nach 2 Wochen fällig. Würde ich diese nicht bezahlen, beginnt nach Ablauf der Zahlungsfrist strukturiert das Mahnverfahren (in mehreren Stufen) bis hin zum Inkassoverfahren. Da interessiert sich kein Schwein, ob man aus zeitlichen Gründen gar nicht dazu kommt, die Rechnungen zu bezahlen.

Kleine Anekdote am Rande: beruflich bedingt musste ich mal sehr kurzfristig für 3 Monate ins Ausland (Bereich Afghanistan). Kein Möglichkeit zum sicheren Internetbanking. Wie gesagt: da interessiert sich kein Mensch, ob man gerade nicht in der Lage ist, auf Schriftverkehr zu reagieren. Es ging in meinem Falle nicht um offene Rechnungen, aber es werden doch heutzutage überall Fristen gesetzt! Der "Passus", dass man überlastet ist und "irgendwann" bezahlt oder einen Vorgang bearbeitet, gilt anscheinend nur für Unternehmen.

Antwort
von AKFinanz, Business, 72

Vielleicht sollten Sie einfach einmal bei der betreffenden Bank anrufen und zunächst daran erinnern, dass ein Antrag von Ihnen offen ist und wie lange die geschätzte Bearbeitungszeit beträgt. Telefonische Anfragen bewirken oft mehr als man denken würde.

Sie können im Telefongespräch ja auch darauf verweisen, dass Sie eine erneute Frist von zwei Wochen setzten und diese auch noch einmal schriftlich übersenden. Sollte in diesem Zeitraum keine Rückerstattung erfolgt sein, sollten Sie einen Anwalt einschalten.

Wir hoffen, dass wir Ihnen weiterhelfen konnten und wünschen Ihnen viel Erfolg.

Antwort
von Primus, 58

Der folgende Bericht gibt Auskunft über das weitere Verhalten, nachdem die Bank die gesetzten Fristen nicht eingehalten hat:

http://www.finanzen.net/nachricht/private-finanzen/Roland-Klaus-Kolumne-Bearbeit...

Kommentar von mig25 ,

Danke für die schnelle Antwort!

Ich habe den Artikel gelesen und mit einem schwammigen Verhalten der Banken schon gerechnet. Zum Glück hat meine Bank in dem Schreiben ausdrücklich auf die "Einrede der Verjährungung" verzichtet.

Dennoch bleibt die Frage, wie lange warten...

Kommentar von Primus ,

Ich würde einfach noch einmal schreiben, eine letztmalige Frist setzen und darauf hinweisen, dass die Sache nach Nichteinhaltung der letztmalig genannten Frist einem Anwalt übergeben wird.

Viel Glück!

Antwort
von LittleArrow, 40

Der Bankbrief ist doch prima.

Sofern Du nicht nur die Bearbeitungsgebühren zurückforderst, sondern auch die darauf anfallenden Zinsen rückwirkend eingefordert hast, kannst Du Dich doch ganz entspannt zurücklegen. Wo bekommst Du sonst noch mehr Guthabenzinsen als diese Zinsentschädigung?

Lasse der Bank einfach noch 3-4 Monate Zeit.

Kommentar von mig25 ,

Danke für die Antwort!

Letztendlich bin ich ja entspannt, da ich das Geld nicht zwingend benötige. Jedoch wäre das dann eine Bearbeitungszeit von einem halben Jahr. Ich warte ja schon seit 2 Monaten. In einigen Fällen ist es ja so, dass die Banken in so einem Vorgang nicht wirklich korrespondieren, sondern einfach das Geld überweisen, oder eben nicht. Man kann also nicht in jedem Falle auf eine schriftliche Stellungnahme der Bank hoffen. Auch wenn alle Forderungen erstmal "berechtigt" erscheinen, so suchen die Banken dann doch oft "Schlupflöcher", um die Rückzahlung zu umgehen, von denen der Kunde, der einfach seine Gebühren zurückhaben möchte, erstmal nichts mitbekommt. -Der wartet dann nämlich (ohne schriftliche Stellungnahme der Bank) vergeblich. "Zeitgeben" ist sicherlich nicht verkehrt, aber eventuell hat ja jemand Erfahrung, wie lange sich die Banken überhaupt Zeit nehmen "dürften". Die Aussage, man sei mit der Flut der Anträge überfordert kann ichz deswegen ja auch nicht ins Unermässliche ziehen....

Kommentar von LittleArrow ,

nicht ins Unermässliche

Soweit ("Wann endet die Unendlichkeit?") darf es natürlich auch nicht kommen. Aber überlege mal: die Bank hat Deine Forderung erkannt und jeder Tag der Nichtbearbeitung kostet die Bank schrecklich viel Zinsen, aber nur wenn Du Zinsen beansprucht hast! Also ist das Bankinteresse doch klar, nämlich schnell die Berge abzubauen.

Da Du durch die Zinsen entschädigt wirst, hast Du auch noch keinen Grund sofort Druck zu machen. Im Juni '15 schreib der Bank mal einen netten, verständnisvollen Brief (Anerkennung, Geduld, Forderungshöhe inkl. Zinsen, Geldbedarf etc.) mit Zahlungsfristsetzung und Ankündigung nach Fristablauf einen Anwalt einzuschalten.

Wenn die Bank vor Ort ist, suche vorher das mündliche, persönliche Gespräch mit dem Sachbearbeiter!

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