Frage von Sunipeau, 61

BAV nur manchmal steuer- und sozialversicherungsfrei?

Bekomme ich irgendwie Steuern und Sozialversicherungsbeiträge zurück? Wer ist Ansprechpartner für die Sozialversicherungsbeiträge?

Meine 2 konkreten Situationen:

1) Bei der Geburt meines ersten Kindes 2014 hatte ich einen Jahresbeitrag zur BAV in der maximalen Höhe von 2.856 €. Nun wurde dieser Beitrag in einem Monat abgezogen in dem ich bereits in Mutterschutz war, also keine Steuern auf der Gehaltsabrechnung auftauchten. Mein (Netto) Mutterschaftsgeld wurde also einfach um den Jahresbeitrag zur BAV gekürzt, ohne das sich das in irgendeiner Weise auf mein zu versteuerndes Jahreseinkommen ausgewirkt hat. Eine Angabe in der Steuererklärung hatte keine Auswirkung mehr, das Finanzamt hat das abgelehnt, da die "Sonstige Vorsorgeaufwendungen von 1900 €" bereits ausgeschöpft waren. Wäre der Beitrag also einen Monat eher abgezogen worden hätte ich gespart, so zahle ich doppelt Steuern (auf den Beitrag und auf die Rente).

2) Beim 2ten Kind dachte ich, ich agiere schlauer. Hatte auf monatliche Zahlung umgestellt (mit entsprechenden Einbußen im Vertrag). Nun habe ich wieder angefangen zu arbeiten und erlebe die identische Situation in kleineren Ausmaß. Konkrete Situation: normale Arbeitszeit gefolgt von Elternzeit, Urlaub, Elternzeit

Monatlicher Beitrag 254€. Januar - Gehaltsabrechnung wie folgt: Gehalt für einen Arbeitstag = 200€ Abzüge BAV = 254 €

Februar - Gehaltsabrechnung wie folgt: Gehalt Februar 3000€ steuerfreier Abzug BAV-Februar = 254 € Abzug Überzahlung BAV Januar = 54 €

Also habe ich im Ergebnis wieder auf 54 € steuern und sozialversicherungsbeiträge gezahlt und in die BAV eingezahlt die ich wieder nicht in der Steuererklärung geltend machen kann, da das Finanzamt wieder sagen wird, dass die Sonstigen Vorsorgeaufwendungen bereits ausgeschöpft sind.

Für mich ist die BAV daher also nur "manchmal" in der Ansparphase steuer- und sozialversicherungsfrei...

Die Versicherungsgesellschaft sagt, das müsste... Das Finanzamt sagt Nein...

Wie sehen Sie diesen Sachverhalt, wo kann ich diese Details nachlesen?

Ich bin gespannt auf Eure Antworten.

Antwort
von Kevin1905, 15

Die bAV, sofern nach § 3, Nr. 63 EStG abgeschlossen ist steuer- und sozialversicherungsfrei in den Beiträgen, da diese vom Brutto bespart wird und selbiges in Folge der Entgeltumwandlung reduziert wird.

Das Elterngeld bemisst sich anhand eines vom Brutto errechneten fiktiven Nettoeinkommens, ist aber selbst steuerfrei, unterliegt jedoch dem Progressionsvorbehalt.

Warum die bAV unverändert weiterläuft, wenn du keinen Arbeitslohn beziehst, ist mir schleierhaft...

Antwort
von Tina34, 39

Kein Arbeitseinkommen = keine Steuer und somit keine Auswirkung auf die Gehaltsumwandlung. Wenn nichts zum "umwandeln da ist" kann auch keine SV-/Steuerbeträge gespart werden. Ist doch eigentlich logisch. Januar wurden den jetzt die BAV in voller Höhe abgezogen und einfach nur ein Nettoübertrag nach Feb. gemachhttp://www.betriebliche-altersvorsorge24.info/betriebliche-altersvorsorge/betrie...nzeit/

Kommentar von Sunipeau ,

Hm, aber es gibt doch die jährlichen maximalen Grenzen zur Steuer- und Sozialversicherungsfreiheit der Beiträge. Ich kann doch auch Einmalbeiträge zahlen die sich auch die jährlichen Max-Grenzen auswirken (Bsp. aus meiner Vergangenheit: 8 Monate Arbeitseinkommen aber Jahresbeitrg aus Gehaltsumwandlung in einem Monat gezahlt, hier wirkten dann - wie von mir erwartet - die jährlichen MAX Grenzen für Steuer und Sozialversicherung).

Danke für den Link, sehr informativ.

Antwort
von heinerbumm, 38

Das ist richtig nur dann steuerfrei, wenn auch Entgelt bezogen wird. SV-Beiträge fallen ebenfalls nur an, wenn Du im Arbeitsverhältnis Entgelt beziehst. Eine Prämienfreistellung wäre hier angeraten.

Kommentar von Sunipeau ,

Hm, aber es gibt doch die jährlichen maximalen Grenzen zur Steuer- und Sozialversicherungsfreiheit der Beiträge. Ich kann doch auch Einmalbeiträge zahlen die sich auch auf die jährlichen Max-Grenzen auswirken (Bsp. aus meiner Vergangenheit: 8 Monate Arbeitseinkommen aber Jahresbeitrg aus Gehaltsumwandlung in einem Monat gezahlt, hier wirkten dann - wie von mir erwartet - die jährlichen MAX Grenzen für Steuer und Sozialversicherung).

Kommentar von heinerbumm ,

Das ist kein Widerspruch. Zum Zeitpunkt der Zahlung muss ENtgelt bezogen werden. Wer nur einen Monat Entgelt bezieht, in diesem Monat aber den Jahresbeitrag zahlt spart Steuern, wer nur anteilig zahlt nicht.

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