Frage von arkona, 49

Bausparvertrag als Krankenversicherung fürs Haus?????

Ich hatte eine Gespräch bei der Bank - der Berater meinte, man sollte als Immobilienbesitzer unbedingt auch in einen Bausparer einzahlen, als eine Art Krankenversicherung fürs Haus, wenn mal was kaputt geht. Wie seht Ihr das? Die Kreditzinsen sind doch ohnehin so günstig - wofür soll das also wichtig sein. Je mehr ich drüber nachdenke, desto weniger versteh ich das im nachhinein!

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von Privatier59, 32
als eine Art Krankenversicherung fürs Haus, wenn mal was kaputt geht.

Der Bankberater denkt weniger an die Krankenversicherung fürs Haus als mehr daran, dass ihm der Osterhase ein paar dicke Eier ins Nest legen soll, sprich: Du ihm mit einer satten Abschlußgebür das Frühjahr einleiten sollst. Wenn es um die Finanzierung von Sanierungsmaßnahmen gehen soll, kann man die wesentlich besser durch andere Anlagen -z.B. in Aktienfonds- bewältigen. Das so angesparte Geld wäre dann auch multifunktional einsetzbar für den Fall, dass es mit der Sanierung doch nicht so teuer wird.

Kommentar von alfalfa ,

Die satten Ostereier beim BSV sind 1% der Vertragssumme! Also beo 30.000€ Bausparsumme gigantische 300€! Nur zur Information. Und ich bin gespannt, welche Anlagen Du genau meinst! Und ob man im Fall des Eintritts des Schadensfalls mal fix das doppelte als Kredit bekommt. Nee- so wird das nix!

Kommentar von Privatier59 ,

Tja, es muß wohl außerhalb meiner Vorstellungskraft gelegen haben, dass man für den Betrag Kredit aufnehmen muß. Aber was solls: 300 Eier für ne schnelle Nummer wird der Vertreter auch nicht ablehnen.

Antwort
von LittleArrow, 25

man sollte als Immobilienbesitzer unbedingt auch in einen Bausparer einzahlen

Gut, in einen Bausparer (meinst wohl eher einen Bausparvertrag oder wo willst Du das beim Bausparer reinstecken?), aber in was soll denn noch eingezahlt werden? Das verstehe ich nicht.

Also Bausparvertrag ist praktisch, wenn man einigermaßen sicher weiß, dass die Hauskrankheit erst ab in ca. 10 Jahren ausbricht (Wie soll die Krankheit davor bekämpft werden? Dispo- oder Ratenkredit?). Denn dann ist der Bausparvertrag zuteilungsreif und Du kannst Dir bei Bedarf kurzfristig Dein Bauspardarlehn holen. Aber das ist idR auch nicht sofort verfügbar, sondern (oh Schreck, der Heizkessel muss ausgetauscht werden!) es muss erst eine die Zuteilung beantragt werden, eine Bonitätsprüfung muss her und evtl. sogar eine Grundschuld bestellt werden. Manche Bausparkassen machen es bis zu einigen tausend Euro auch ohne Grundschuld (Deine auch?). Also innerhalb welcher Zeit steht die Darlehnsumme für die Reparatur bereit? Wie wird diese Dauer finanziell von Deiner Bank überbrückt? Überziehungskredit zu 16 % p.a.? Das ginge ja noch bei nur 4 Monaten, denn Du mußt nur 4 % billiger einkaufen;-)

Nichts gegen Dispo- oder Ratenkredit, aber von irgendwas muss die Bank auch leben und notfalls von der Abschlussgebühr bei einem Bausparvertrag. Oder Du sparst ordentlich und hast neben Deinem persönlichen Notgroschen schon mal weitere € 20.000 kurzfristig für die größeren Hausreparaturen verfügbar.

Antwort
von Sobeyda, 20

Der Bankberater denkt vermutlich eher an seine Krankenversicherung, die er mit der Provision aus dem an Dich verkauften Bausparvertrag bezahlen kann.

Natürlich ist es sinnvoll, für seine Immobilie Rücklagen zu bilden, weil immer mal wieder etwas zu reparieren oder gar renovieren ist. Dafür einen Bausparvertrag abzuschließen, halte ich nicht für die bestel Lösung.

Antwort
von alfalfa, 19

Da stimme ich mal ausnahmsweise dem Bankberater zu. Der Vertriebsspruch ein Bausparer ist die Krankenversicherung eines Hauses hat seine fachliche Berechtigung. Wir reden da über Summen von maximal 30.000€ für einen Bausparer - und da gerne das Argument der Courtage kommt - über 300€ die bei der Summe der Berater brutto einfährt.

Wenn es dumm läuft muss für den Betrag die Heizungsanlage ausgetauscht werden. Und wo kommt dann das Geld her? Eigenkapital? Kreditaufstockung? Dann ist ohne Bausparer guter Rat teuer - und vielleicht nicht realisierbar bzw seht teuer über das Girokonto finanzierbar.

Das hat schon seinen Sinn! Wobei 30.000€ schon absolute Obergrenze sind.

Warum schreib ich das? Weil es Sinn gibt. Keine Sorge, als Versicherungsberater vermittle ich nicht . Doch in der täglichen Praxis spreche ich das Thema durchaus als Option an (zumal es wunderbar über vermögenswirksame Leistungen zum Null Tarif abgedeckt werden kann - ohne einen Euro weniger im Portemonnaie!

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