Frage von margrue, 63

Bausparkasse drängt zur Vertragsauflösung - was tun?

Hallo,

ich habe 2006 einen Bausparvertrag bei der HUK Bausparkasse (jetzt übernommen durch die Aachener Bausparkasse AG) mit einer Bausparsumme von 14.000 Euro abgeschlossen. Zwischenzeitlich wurde der Vertrag aufgrund einer Splittung geteilt, sodass nun aktuell ein Bausparguthaben von 4.523,78 Euro auf dem Bausparvertragskonto vorhanden ist.

Wie wir ja alle wissen, versuchen die Bausparkassen aufgrund der Niedrigzinsphase dem Kunden schnellstmöglich den Bausparbetrag vorzeitig zuzuteilen bzw. zur Auszahlung zu bewegen. Dies tat auch meine Bausparkasse in dem man mir mitteilte, dass "...Die gesetzliche Bindungsfrist für den Bausparvertrag abgelaufen ist ..." und ich den Antrag zur Auszahlung ausfüllen sollte. Nachdem ich nicht regiert habe, versucht man nun mit einem weiteren Schreiben mich von der Auszahlung zu überzeugen. Hierin wird mitgeteilt, dass "... Der Anspruch auf Bonus (Sonderzins) gemäß den zugrunde liegenden allgemeinen Bedingungen für Bausparverträge (ABB) auf 10 Jahre seit Vertragsbeginn befristet ist und die Rendite nun den Höhepunkt überschritten hätte und somit nunmehr kontinuierlich fällt...". Ich solle nun das angesparte Bausparguthaben zuzüglich der erwirtschafteten Zinsen und des Sonderzinses mit der zustehenden Wohnungsbauprämie abrufen.

Hier stell ich mir die Frage, wie ich nun reagieren soll, zumal ich durch den Satz, dass "... die Rendite des Bausparvertrages nach Überschreitung des Höhepunktes nunmehr kontinuierlich fällt ..." doch sehr verunsichert. Wie ist das zu verstehen bzw. wie gestaltet sich der kontinuierliche Fall der Rendite, sofern ich einer Auszahlung nicht zustimme? Ist das Angstmacherei damit ich den Vertrag kündige und kann ich das ignorieren oder sollte ich doch besser einer Auszahlung zustimmen? Welche Nachteile hätte der o. g. Sachverhalt für mich?

Im Moment benötige ich das Bausparguthaben nicht und würde gerne (sofern ich damit keinen Verlust mache) meinen Bausparvertrag weiter beibehalten. Was würdet ihr an meiner Stelle machen? Was sollte ich hinsichtlich meiner monatlichen Einzahlungen ggf. beachten damit das keine Nachteile für mich bedeutet (ich zahle monatlich lediglich 13,00 Euro rein). Was soll ich machen, wenn die Bausparkasse den Vertrag kündigt? Für Tipps zur weiteren Vorgehensweise wäre ich dankbar.

Antwort
von Sammy760, 32

Wenn Du das Kapital nicht benötigst, lass den Vertrag laufen. Auch wenn die Rendite sinkt (Gründe wurden in anderen Beiträgen genannt) ist das immer noch besser wie die aktuellen Marktkonditionen für "Risikofreie" Anlagen.

Der ursprüngliche 14.000€ Vertag wurde geteilt. Behalte die Bausparsumme im Auge. Manche Bausparkassen Kündigen den Vertrag, wenn das Guthaben die Bausparsumme erreicht hat.

Ab diesen Zeitpunkt, kann ja kein Bauspardarlehen mehr genommen werden. Argument: "Damit ist das Bausparprinzip nicht mehr gegeben".

Antwort
von Sammy760, 41

Ohne Kenntnis des Vertragswerkes lassen sich nur Vermutungen anstellen Die werden Dir jedoch nicht weiter helfen.

Um welche Bausparsumme geht es eigentlich?

Wieviel davon ist angespart?

Bei 13€ mtl. Sparleistung macht 1% Verzinsung gerade mal 1,56€ aus.

Bei manchen BSV ist da die Jahresgebühr höher.

Eigentlich würde ich Dir zu einem Gespräch mit einem unabhängigen Fachmann/frau raten. Geht es in Deinem Fall um einen überschaubaren Betrag, lohnt sich solch Überprüfung wahrscheinlich nicht.

Wie der Franke sagt: "Doh is dei Brieh' deirer wia der Fiisch".

Kommentar von betroffen ,

Die Aachener Bausparkasse.

4.523,78 €

1,5 bzw. 2,0%

keine Gebühren

Antwort
von betroffen, 29

Bei Dir handelt es sich um das so genannte Optionsbausparen der Huk-Coburg.

Zinssatz in der Ansparphase 1,5%, bei Nichtabrufen des Darlehens 3,5%

Das erste Schreiben sollte Dir mitteilen, dass die gesetzliche Bindungsfrist abgelaufen ist. Das heißt z.B. eine vorhandene Wohnungsbauprämie wäre Dir sicher.

Das zweite Schreiben bekamst Du nicht, weil Du nicht regiert hast, sondern weil mittlerweile die Phase in der der Bonuszins gezahlt würde abgelaufen ist.

* Bei diesem Tarif werden die Bonuszinsen nur 10 Jahre gezahlt - und denke daran dass die nur bei Verzicht aufs Darlehen gezahlt werden. Vielleicht willst Du ja irgendwann ein Darlehen...

-Und sie haben ja Recht: Würdest Du irgendwann auf Dein Darlehen verzichten dann hättest Du 10 Jahre lang 3,5% bekommen und ab dem 11. Jahr nur noch 1,5%. D.h. die Gesamtrendite z.B. nach 13 Jahren Laufzeit ist niedriger als 3,5%. Aber immernoch hoch für heutige Verhältnisse !

Ich schätze mal, dass die Bausparsumme immernoch 14.000,- ist. Überlege mal, bei 4500,- Guthaben - der Vertrag ist ja noch nichtmal zuteilungsreif.

Lass den Vertrag laufen und wenn Du kannst ändere die Rate auf den Regelsparbeitrag.

Im Moment kann die Kasse nix kündigen - auch nicht auf Verdacht !

P.S. Noch 'ne kleine Anmerkung. Die Kassen argumentieren mal so und mal anders herum. Hier weisen sie Dich darauf hin dass Deine Rendite sinkt - und Du sollst kündigen. Dort agumentieren sie, Deine Rendite wäre zu hoch - und kündigen Dir.

b

Antwort
von frodo1405, 34

Es scheint folgende Konstellation vorzuliegen :

in den ersten 10 Jahren : Grundverzinsung zzgl. Bonus (z.B. 2 % + 2 %)

nach 10 Jahren : nur noch die Grundverzinsung (z.B. 2 %)

Somit ist die Rendite ab dem 11. Jahr niedriger . Da aber die Grundverzinsung immer noch über dem aktuellen Zinsniveau liegen wird (meine Vermutung bei alten Verträgen) ist eine Weiterführung des Vertrages sicherlich sinnvoll.

Bei Vertragskündigung den Grund hierfür prüfen und gegebenenfalls widersprechen.

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