Frage von cryn242,

Bausparen durch jetztiges niedrigen Sollzins?

Hallo da die Sollzinsen zurzeit wirklich am untersten Ende angekommen sind und gerade auf Spiegel Online eine Nachricht vorhanden war "Fitschen gegen EZB: Deutsche-Bank-Chef fordert Ende der Niedrigzinsen" wäre es da Erwägens wert diesen durch einen Bausparvertrag zu sichern?

Ich spräche hier vielleicht von einem Schwäbisch Hall Bausparvertrag "Vierpromille" ( Sollzins 2,95%) bei ca. 100 000€ Tilgung 350€/ Zins 245,34/ wären ca. 595€ im Monat Abzahlung dürfte für die Zukunft mehr als ausreichen sein! Wenn wirklich die Sollzinsen wieder steigen würde wäre es doch eine gute Alternative die man sich in jungen Jahren geholt hätte bin jetzt 22 Jahre alt!

Was denkt ihr ? Ich denke die Summe von 100 000€ sind nun übertrieben was denkt ihr das wäre sinnvoll? Auch wenn man diesen vielleicht nicht komplett braucht Risikio hätte man keine

mfg.

Antwort
von detlef32,

Ich halte das für kein gutes Geschäft.

Lt Rechner der Schwäbisch Hall wird dieser Bausparvertrag mit 0,25% verzinst, Nach 11 Jahren ist er Zuteilungsreif, dann ist ein Guthabenn von 50.131 Euro in dem Vertrag und man kann sich ein Darlehen von 49.900 Euro holen. Dazu muss man sehen, dass die eigenen Einzahllungen 50.439 Euro (mtl. 391 Euro) betragen haben. Die Zinsen des Bausparvertrages haben also nicht mal für die Abschlußgebühr gereicht.

Wenn Du bei 1,5% Zinsen (Tagesgeldhopping) die 391 Euro angespart hättest dann wären daraus 56.100 Euro geworden - und falls die Niedrigzinsen zu Ende gegangen wäre dann hättest Du natürlich mehr Zinsen erhalten.

Der Tilgungsplan sieht die Tilgung innerhalb der nächsten 14 Jahre und 1 Monat mit 350 Euro monatlich vor. Die Gretchenfrage ist : Wie hoch müsste der Zins für die 43.900 Euro Kredit (es ist ja mehr angespart worden) steigen bevor der Bausparvertrag besser ist? Auch das kann zinsen-berechnen de beantworten: Der Zinssatz müsste 5% oder mehr sein. Aktuell liegt der Bankzins bei ca. 2%.

Wenn ich jetzt noch berücksichtige, dass ich bei meiner Selbstsparenvariante deutlich flexibler bin was die Rückzahlung angeht und das ich mit den Minizinsen der jetzigen Zeit die nächsten 11 Jahre durchgerechnet habe - tja dann spricht für mich nichts für einen Bausparvertrag.

Und noch was zum Nachrechnen: Nach 5 Jahren sind 24.400 Euro bei 1,5% im Spartopl. Wenn ich jetzt von steigenden Zinsen ausgehe halte ich einen Sparzins von dann 3% für möglich. Also spare ich ab dem 6.Jahr mit 3% und dann wäre ich nach 11 Jahren schon bei knapp 60.000 Euro und brauche nur einen Bankkredit von 40.000 Euro.

Anders sieht es auch wenn ich absolut sicher bin, dass ich in 10 Jahre kaufen/bauen möchte. Dann würde ich zu einem Riesterbausparvertrag neigen weil hier noch die staatliche Förderung dazu kommt. Aber auch hier liegt die Betonung auf absolut sicher sowie es auch 7 Jahre oder 15 Jahre oder auch gar nicht sein kann dann sollte man nochmal genau nachdenken und die eigenen Pläne genau durchdenken.

Antwort
von LittleArrow,

Für einen ETW-Kauf mag der Betrag ausreichend sein. Aber wann willst Du diese Wohnung kaufen und ist dann der BSV dann schon zuteilungsreif?

Bedenke, dass Du nicht nur den Kaufpreis begleichen mußt, sondern auch noch die Kaufnebenkosten (Grunderwerbsteuer, Notar, Makler etc.) zahlen und die Instandhaltungsrücklage ablösen mußt.

Kommentar von Mikkey ,

Instandhaltungsrücklage ablösen

Davon lese ich jetzt schon das zweite mal - ist so etwas üblich? Seit wann?

Bei den ETW Käufen, die ist kenne oder selbst durchgeführt habe, war das einfach im Kaufpreis mit drin.

Kommentar von LittleArrow ,

einfach im Kaufpreis mit drin.

Dann ist ja alles okay. Aber glaubst Du, dass die Verkäufer und Käufer das auch schon wissen, wenn sie sich über den Preis unterhalten?

Antwort
von Candlejack,

Die Gedanken sind durchaus okay, wenn Dir hier auch viele Bauspargegner abraten werden. Die Frage ist nur, wieso Du dann ausgerechnet einen 2,95%er nimmst. Da gibts andere Anbieter und/oder Tarife bei BSH, die weniger Zins bieten.

Wieso soll eine Summe von 100.000 übertrieben sein. Für einen späteren Kauf oder Bau ist sie durchaus angemessen und als Modernisierungsrücklage hielte sie ein Leben lang auf niedrigem Zins.

Aber OB ein Bausparer der richtige Weg für Dich ist, sollte man vorher noch in einem Gespräch klären.

Antwort
von althaus,

Die meisten setzten den Bausparvertrag zu hoch an. So daß die Rate nicht mehr bedient werden kann und die Zuteilung sich weit in die Zukunft verschiebt. Dann passiert es, daß man als Lösung eine Teilung des Bausparvertrages sieht. Also nichts halbes und nichts ganzes. Lieber eine kleinere Bausparsumme ansetzen und auch durchziehen.

Kommentar von Candlejack ,

Die meisten setzen nicht den Bausparer zu hoch an, sondern halten sich nicht an ihre vorher selbstgeplanten Raten und dann komm es zu einer Verschiebung der Zuteilung. Man sollte einfach mal realistisch rangehen, aber wenn man dem Kunden sowas anrät, ist man ja der Spielverderber und traut dem Kunden nichts zu. Schon einige Male erlebt.

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