Frage von lillus89, 25

Baulärm von Grundstück gegenüber - Mietminderung?

Hallo,

habe schon einiges zum Thema Mietminderung gegoogelt, aber bin mir trotzdem noch nicht sicher ab wann man mindern kann.

Folgende Tatsache: Wir wohnen schon seit 4 Jahren in einer Wohnung in Berlin. Vor über einem Jahr wurde auf dem Grundstück gegenüber ein Haus abgerissen (was damals schon sehr Lärm intensiv war - auch bei geschlossenen Fenstern). Nun werden dort Eigentumswohnungen gebaut und das ziehtt sich nun schon seit besagtem Abriss hin. Die Bauarbeiten finden Mo - Sa. ab 7:00 Uhr statt und ziehen sich bis zum Abend hin, mit Einhaltung von Pausen. Trotzdem ist es uns vor allem jetzt im Sommer auf Grund des Lärms nicht möglich den Balkon zu benutzen, weil dieser mit direktem Blick auf die Baustelle liegt. Darüber hinaus dringt auch durch die Fenster immer wieder Lärm, was auf Dauer wirklich sehr belastet. Vor allem wenn man regelmäßig von zu Hause aus tagsüber arbeitet. Manchmal möchte man am liebsten gar nicht zu Hause sein.

Hätten wir nun grundsätzlich ein Recht die Miete zu mindern (eventuell auch rückwirkend)? Und wenn ja wie geht man da vor, kann einem der Mieterschutzverein eventuell weiter helfen?

Über Antworten wäre ich wirklich sehr dankbar!

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Antwort
von expermondo, 5

Hallo lillus89,

Schau mal bitte hier:
Mietrecht Miete

Antwort
von Primus, 18

Kannst Du hier sehr schön nachlesen:

http://www.haufe.de/immobilien/wohnungswirtschaft/wohnungswirtschaftliche-urteil...

Antwort
von imager761, 16

Hätten wir nun grundsätzlich ein Recht die Miete zu mindern

Das käme darauf an: "Nimmt der Mieter eine mangelhafte Sache an, obwohl er den Mangel kennt, so kann er die Rechte aus den §§ 536 und 536a [Mietminderung] nur geltend machen, wenn er sich seine Rechte bei der Annahme vorbehält." § 536 b BGB.

Meint: Wer trotz Baulücken in der Straße einen Mietvertrag ohne Vorbehalt unterschreibt, kann sich nicht auf Baulärm berufen, der absehbar war.

eventuell auch rückwirkend

Nein: § 536 c BGB verpflichtet euch zu Mängelanzeige, wenn der "zum vertragsgemäßen Gebrauch geeigneten Zustand" nachträglich erheblich beeinträchtigt wird.

Zumal der Vermieter bei offensichtlicher Duldung der deutlich lauteren und staubigeren Abbrucharbeiten nicht davon ausgehen musste, dass ihr die vergleichsweise geringeren Beeinträchtigungen aus Bautätigkeit nunmehr als Mangel qualifiziert.

nicht möglich den Balkon zu benutzen, weil dieser mit direktem Blick auf die Baustelle liegt.

Die auf Wochenenden, Sonn- und Feiertage beschränkte Nutzbarkeit wäre IMHO mit einem einstellig bis niedrig zweistellig ausfallenden Mitminderungsbetrag zu beanspruchen.

kann einem der Mieterschutzverein eventuell weiter helfen?

Durchaus. Denn die Gefahr ist erheblich, dass eine zu hohe Miteminderung als Mietrückstand mit qualifizierter Abmahnung und Kündigungsandrohung herausbeansprucht würde.

Und wenn ja wie geht man da vor,

Nach eingehende Beratung Mängelanzeige mit Mietminderungsanküdigung zugangssicher (Einwurfeinschreiben) geltend machen.

G imager761

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