Frage von LaurisMama, 24

Baufikredit denkbar- wer kann sich das mal ansehen?

Denkt Ihr, wir bekämen Baufikredit-kurz zu uns: Kurz zu den Eckdaten: Ehepaar, 1 Kind mit 4 Jahren- ich verdiene als Angestellte im Einzelhandel 1200 Euro im Monat, mein Partner in etwa das selbe, er ist selbständiger Vertreter. Ach ja, unser Alter noch: 32/37 Jahre. Wir haben außerdem noch Kindergeld. Unsere Wohnung ist 70 qm 2 groß dafür bezahlen wir all inc 620 Euro. Wir haben auf dem Sparbuch 27000 Euro liegen, dazu ein Grundstück mit einem Wert von ca. 70000 Euro auf das wir bauen könnten. Könnten wir einen Hausbau finanziert kriegen-Kosten ca. 300 000 Euro?

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von wfwbinder, 24

Von den Sicherheiten klappt das, bei den Belastungen sehe ich schwarz.

300.000,- Gebäude + 70.000,- Grundstück insgesamt 370.000,-

Eigenkapital 70.000,- + 20.000,- (7.000,- mal reserve) = 90.000,- Das sind 25 % Eigenkapital. das ist in Ordnung.

Aber ihr braucht 280.000,-

Ihr kommt auf eine Belastung, je nach dem, wie lange die Zinsbindung ist, nicht unter 1.200,- pro monat. sind 580,- mehr als die alte Warmmmiete. dazu die nebenkosten für das Wohnen.

Entschuldigung, aber ich halte das für etwas eng.

Aber was wollt ihr für einen palast bauen? 300.000,- sind ausreichend für über 150,- qm.

Würden es für 3 Personen nciht auch 120 qm. tun, die man für 1.500,- pro qm locker bauen kann, also Baukosten von ca. 180.000,-.

Die wären auch gut finanzierbar.

Kommentar von LaurisMama ,

Danke Hr. Binder, Sie haben recht, die Wohnfläche wäre mit 120 qm auch okay. Aber ob das die Baukosten dann wirklich auf 180 000 Euro senkt, da hab ich meine Zweifel. Wir planen übrigens auch noch mind 2 Kinder :-) da kann man nicht genug Platz haben. Aber vielen Dank für Ihre Einschätzung.

Kommentar von Tina34 ,

das mit den 2 weiteren Kindern würde ich aber auf keinen Fall bei der Bank sagen - dann ist sofort klar - es fällt ein Verdienst aus. Wie wfwbinder schon geschrieben hat - das dürfte schwierig werden darzustellen und die Chancen ein Bank zu finden dürften gering sein.

Kommentar von LaurisMama ,

wieso fällt ein Verdienst aus? Es gibt auch Mütter, die nach dem Mutterschutz wieder arbeiten gehen, Deine Aussage ist doch nicht für alle zutreffend!

Kommentar von Tina34 ,

ja aber die Banken rechnen den Bedarf für weitere Kinder höher als das Kindergeld! Rechnet sich das noch schlechter!

Kommentar von wfwbinder ,

OK, hatte ich mir fast gedacht, dass eventuell noch Kinder kommen könnten, aber dann wird es finanziell doch noch enger.

Gehen Sie doch mal auf : http://www.interhyp.de/ die sind einmal ein guter Baufinanzierungsmakler, aber vor allem findet man dort Rechner, mit denen man die Belastungen gut rechnen kann.

Ausserdem sollten Sie auf eine ganz lange Zinsfestschriebung gehen. Am besten für die gesamte Laufzeit, weil dann die Belastungen klar sind.

ich habe mal eben nachgesehen, für 140,- qm mit insgesamt 4 Schalfzimmern zahlt man auch mit gutem Energiesparschutz nicht unbedingt mehr als 1.300,- bis 1.500,- pro qm Wohnfläche. OK individuell mit Keller ussw.

Trotzdem nochmal prüfen. Ich denke bis zu 220.000,- Baukosten klappt die Finanzierung. aber da wird es problematisch.

Antwort
von Interhyp, Business Partner, 16

Hallo LaurisMama,

gerne möchte ich versuchen Euch weiterzuhelfen.

Lt. Deiner Aussage habt Ihr 27 TEUR Eigenkapital. Zusätzlich ein Grundstück im Wert von 70 TEUR. Hier ist natürlich wichtig ob dieses lastenfrei ist.

Euer Einkommen beläuft sich lt. Deiner Aussage auf 2400€ netto; Ihr könnt je nach Bank mit ca. 1000€ Lebenshaltungskosten für Haupt- und Mitantragssteller rechnen. Die Banken stellen eine sogenannte Haushaltsrechnung auf. Des Weiteren spielen auch bestehende Ratenkredite oder Leasingverträge eine Rolle für die Bank.

Ihr habt die Möglichkeit, KfW (Kreditanstalt für Wiederaufbau) Programme in Anspruch zu nehmen. Beim Kauf bzw. Bau einer selbstgenutzten Immobilie könnt Ihr das KfW Programm Nr. 124 in Anspruch nehmen. Das Wohneigentumsprogramm setzt nur eine Selbstnutzung der Immobilie voraus. Eine maximale Förderung von 50.000 € ist möglich.

Auch das Programm 153, Energieeffizient Bauen könnte interessant sein. Voraussetzung hierfür ist einen sogenannten energieeffizient-Standard (40,55,70 oder Passivhaus) zu erreichen. Die maximale Förderhöhe beträgt 50 TEUR pro Wohneinheit.

Landesfördermittel (abhängig vom jeweiligen Bundesland) könnt Ihr unter Umständen auch mit einbeziehen.

Am besten lasst Ihr Euch mal von Eurer Hausbank oder einem unabhängigen Finanzierungsvermittler beraten.

viele Grüße Kurt,

Interhyp AG

Antwort
von TopJob, 14

Hier gibt es mal eine grobe Schätzung über zu erwartende Baukosten pro Quadratmeter:

XXX

Selbst wenn du dort eine hochwertige Bauart wählst, kommst du auf 2.122,90 EUR. Das wären bei 300.000 EUR Investitionssumme rund 141 m². Wenn ihr das selbe Haus nun mit etwas geringerer Ausstatttung baut, kommt ihr dann auf etwas mehr als 200.000 EUR. Bei eurem Einkommen wäre ein solcher Preis schon viel realistischer. Aber selbst dann solltet ihr sehr vorsichtig sein. Bei einer geringen Tilgung benötigt ihr auf jeden Fall eine lange Zinsbindung. Andernfalls rennt ihr in eurer Verderben, wenn die Zinsen steigen (und das ist in längerere Zunkunft sehr wahrscheinlich).

Die andere Frage ist natürlich, wie ihr euch das mit drei oder vier Kindern vorstellt. Es scheint mir unwahrscheinlich zu sein, dass ihr es dann mit zwei Vollzeitstellen schafft, die ganze Arbeit zu Hause hinzubekommen. Dies jedenfalls wird die Bank so sehen und mindestens ein halbes Gehalt, wenn nicht gleich ein ganzes streichen. Und dann widerum sieht die Finanzierung noch düsterer aus.

Antwort
von MadRampage, 13

Hallo LaurisMama,

ist das Grundstück schon in eurem Besitz und Lastenfrei? Dann fallen weder Makler noch Grunderwebssteuer als Kauf-Nebenkosten an. Aber bitte berücksichtig alle Kosten eines solchen Vorhabens:

  • Anschlusskosten / Erschießungskosten
  • Inneneinrichtung (wie Küche, Möbel)
  • Mietzahlung paralell zur Bauphase, bitte mit Verzögerungen rechnen
  • Umzugskosten
  • plus zusätzliche Reserve, weil irgendwas wird immer teurer als geplant ...

Sollte das alles in den 300.000€ enthalten sein, benötigt Ihr dennoch min. 275.000€ Darlehen. Und 275.000€ Darlehe kosten bei 2% Tilgung und 3% Zinsen (und 15Jahre Zinsbindung) = 13750€ im Jahr = 1145,83€ im Monat

Könnt und wollt Ihr diesen Betrag PLUS Nebenkosten/Hausgeld (Strom, Wasser, Heizung, Gebäude-Vers, Grundsteuer, Wartung) PLUS Instandhaltungsrücklage (min 0,5% der Gesamt-Herstellungskosten jedes Jahr), also rund 1400€ im Monat dafür jahrzehntelang aufbringen?

ACHTUNG: Es werden auch 1%-Tilgung mit 10Jahre-Zinsbindung mit nur 2,5% angeboten. Dann sind 275.000€ für monatlich 802€ zu haben. In 10Jahren sind dann aber gerade mal 30.000€ getilgt und folglich noch 245.000€ offen. Wenn dann die Zinsen höher sind und Ihr die Anschlussfinanzierung zu 6% bekommt, wären dann monatlich rund 1600€ (1%Tilgung) zu zahlen ... Darum lange Zinsfestschreibung von 20Jahren und/oder höhere Tilgung min. 2% wählen

Kommentar von LittleArrow ,

Danke, dass Du die Risiken der kurzen Zinsbindungsdauern von 10 bzw. 15 Jahren erwähnst. Es soll ja durchaus Immobilienkäufer geben, die dieses Risiko eingehen, weil die sicherere Variante mit vollständiger Zinsbindungsdauer ihnen zu teuer ist.

Nur damit niemand sagen kann, er hätte es nicht gewußt: Wer heute Zinsbindungsdauern von 10 oder 15 Jahre wählt und am Ende der Zinsbindungsfrist noch 80 - 85 % Restschuld stehen hat, der spielt mit dem Feuer. Bei einem moderaten Zinsanstieg zur Anschlussfinanzierung droht, dass die monatliche Belastung zu hoch wird und die Immobilie aufgegeben werden muss. Ich erwarte daher ein Platzen der Eigenheim- und ETW-Immobilienblase in den Jahren 2022-2028. Bei dem dann zu erwartenden, normalen Zinsniveau von - sagen wir - 6 % p.a. müssen die Immobilien unter Wert verkauft werden, weil viele Besitzer sich die Anschlussfinanzierung nicht leisten können und auch keine Käufer finden, die das können. Also sinken die Preise.

PS: Wer das Kindergeld zweckentfremdend in die Baufinanzierung steckt, raubt den Kindern die Zukunftschancen. Den Kindern fehlt das Geld für ihre Schul- und Berufsausbildung!

PPS: Und wenn das Grundstück auf Pump gekauft wurde, dann ist die Beleihung des Grundstückes für den Neubau nur noch durch die bereitseingetragene Bank möglich. Also gibt es keinen Wettbewerb mehr:-(((

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