Frage von Finanzint,

Banken sollen griechische Staatsanleihen freiwillig verlängern, Ackermann warnt davor, hat er recht?

Die Banken - so wünschen es sich einige Staaten - sollen griechische Staatsanleihen freiwillig verlängern. Ich las heute, daß DB-Chef Ackermann hiervor warnt, dies könne eine "Kernschmelze" verursachen und eine große Pleite werden. Was haltet Ihr von dem Vorschlag? Schließlich haben die Banken an Griechenland auch verdient, sollte man sie nicht bei der Schuldenproblematik mit ins Boot nehmen? Freu mich auf Eure Antworten.

Hilfreichste Antwort von obelix,
5 Mitglieder fanden diese Antwort hilfreich

wieso haben die Banken auch verdient mit Griechenland? Dieses Argument kommt auch hier immer wieder hoch, aber ich verstehe es nicht! Wenn eine Bank Anleihen hält, die immens an Wert verlieren, wie sollte daran verdient werden?

Banken bewerten Risiken. Und Griechenland hat sehr hohe Risiken. Der Ausfall von Anleihen oder gar der Staatsbankrott ist sicherer als dass das Land das Problem lösen wird. Damit weigern sich die Banken, hier ins Risiko zu gehen.

Nehmen wir also mal an, die Banken engagieren sich? Wer zahlt die Zeche, wenn es schief geht? Wir, die Steuerzahler! Weil die Banken dann wieder gerettet werden müssen von Staaten. Wo liegt also der Sinn in so einer Aktion?

Die EZB hängt schon mit einem Risiko von über 50 Mrd Euro in der Misere drin. Auch das werden die Staaten zahlen.

Damit ist eine Beteiligung der Banken unterm Strich nichts anderes als eine Verteilung der Risiken im Moment, am Ende zahlen die Steuerzahler.


Ackermann warnte meines Erachtens nicht vor einer Kernschmelze, wenn die Banken jetzt helfen, sondern wenn dem Land jetzt nicht geholfen wird.

Kommentar von Finanzint,

Danke obelix.

Antwort von Tritur,
1 Mitglied fand diese Antwort hilfreich

Die deutsche Bank hat mehrere Milliarden noch nicht abgeschriebener Griechenland-Anleihen auf ihren Büchern. Als Angestellter der Deutschen Bank muss Ackermann alles versuchen um die Folgen dieser Fehlinvestition anderen anzuhängen. Aus Sicht der Deutschen Bank und ihrer Aktionäre tut Ackermann also genau das richtige.

Eigeninteresse prägt auch die Ansicht der EZB, die ebenfalls viele Milliarden fauler Griechenland-Anleihen besitzt und die der großen Dax-Konzerne, welche hohe Außenstände in Griechenland haben, wenn gefordert wird, dass Griechenland durch Laufzeitverlängerungen und neue Kredite gerettet werden muss.

Eine Laufzeitverlängerung verschiebt das Problem nur ein paar Jahre in die Zukunft und machte es wegen der Zinslasten nur noch größer.

Letztlich wird alles am Sparer (Inflation) und am Steuerzahler hängenbleiben. Diesen bleibt nur die nicht unberechtigte Hoffnung, dass die griechische Bevölkerung ihre Regierung zum Teufel schickt, ihren Staat als insolvent erklärt, die Drachme wieder einführt und nach Abwurf der alten Schuldenlast wieder ganz von vorne anfängt.

Kommentar von Finanzint,

Danke Tritur.

Antwort von alexandra83,

natürlich hat er recht

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