Frage von NeliStoyaniva, 730

Die Bank zahlt nicht trotz Finanzierungszusage, Verkäufer macht Rücktritt vom Kaufvertrag, was passiert mit dem Käufer?

Antwort
von gandalf94305, 642

Da fehlen viele Details.

Eine Bank zahlt niemals aufgrund einer Finanzierungszusage, sondern nur aufgrund eines Darlehensvertrags.

Wenn dieser Darlehensvertrag, der auf Basis einer vorläufigen Finanzierungszusage entstehen kann, nicht abgeschlossen wird, gibt es auch keine Finanzierung.

Kann der Käufer nicht die in einem notariellen Kaufvertrag für eine Immobilie vereinbarte Summe zahlen, könnte der Verkäufer diese vollstrecken lassen. Ein freundlicher Verkäufer wird jedoch vom Kaufvertrag zurücktreten und somit bleibt beim Käufer nur der Schaden aus den bisher aufgelaufenen Kosten für Gutachter, Notar etc. plus ggf. eine Schadensersatzforderung des Verkäufers, der ja in der Zeit zwischen zumindest verbindlichem Kaufvertrag und dem Zeitpunkt der Feststellung der Unfähigkeit des Käufers, den Kaufpreis zu entrichten, nicht nach anderen Interessenten gesucht hat.

Handelt es sich nicht um eine Immobilie, sondern um z.B. ein Auto oder Möbel, gibt es nur keinen notariellen Kaufvertrag, sondern einen gewöhnlichen zwischen den beiden Parteien. Dann könnte jedoch das Platzen der Bankfinanzierung sogar in eine Frist für das Widerrufsrecht passen, so daß der Käufer in diesem Fall ohne weitere Kosten aus dem Vertrag kommt.

Wie gesagt: es fehlen viele Details. Welcher Kaufgegenstand? Warum kein Darlehen?

Kommentar von NeliStoyaniva ,

Es geht um Grundstück. Die Bank verspätet  sich mit der Auszahlung aufgrund lange bearbeitungszeiten und niedrige Zinsen (laut unser Finanzberater). In der Zeit wird die Verkäuferin ungeduldig und droht mit Rücktritt.

Kommentar von gandalf94305 ,

Die Begründung ist fadenscheinig.

Ist der Darlehensvertrag schon geschlossen? Oder verzögert sich die Kreditprüfung? Was ist denn überhaupt als Zeitpunkt für die Darlehensinanspruchnahme vereinbart? Das muss doch vor Abschluß des Kaufvertrags geklärt sein.

Arbeitet der Finanzberater bei der kreditgebenden Bank oder ist das nur ein Vermittler? Kann es sein, daß der "Berater" überhaupt noch nicht die Kreditprüfung veranlasst hat, sondern diese jetzt erst anläuft?

Antwort
von NeliStoyaniva, 556

Der Berater arbeitet bei der Bank. Wir vereinbarten mit ihm, dass wir die üblichen Nebenkosten für ein Hausbau tragen(Makler, Notar, Steuer..). Jetzt verlangt er von uns, dass wir unser Eigenkapital an der Verkäuferin auszahlen. Was ist mit den Nebenkosten? Wenn wir das Eigenkapital überweisen, wer zahlt die Nebenkosten. Wir können dies nicht! Seit 4 Monaten zahlen wir auch schon die ersten Tilgen, obwohl die Bank noch nichts ausgezahlt hat. Warum? Wo finden wir die Auszahlungsbedingungen der Bank? Im Dahrlehensvertrag nicht, haben schon geschaut.

Antwort
von wfwbinder, 506

Nachdem ich nicht nur die Frage, sondern auch den Kommentar gelesen habe, gibt es verschiedene Möglichkeiten.

1. Die Zusage ist nicht schriftlich, sondern mündlich über den Finanzberater übermittelt?

2. Das die Bank eine Bearbeitung hinaus zögert weil die Zinsen im Moment gering sind, ist aus meiner Sicht quatsch. Die Bank nimmt das ja nicht aus einem Bestand, sondern "handelt es durch" also 10 jährige Kredite, werden aus aus 10 jährigen Anlagen entnommen, bzw. über entsprechende Pfandbriefe finanziert.

3. Wie gandalf schon richtig schrieb, entweder man hat einen Kreditvertrag, oder man hat keine Zusage udn selbst wenn man einen Kreditvertrag hat, könnte es noch zu einem Stoop kommen, wenn die Bank z. B. Änderungen in der Bonität des Kunden vor der Auszahlung bemerkt (Ausnahmefall).

4. Eine Quasi-Zusage ist es, wenn man einen Anruf bekommt, "können sie morgen Nachmittag zur Vertragsunterzeichnung kommen?"

5. Ich befürchte, das der Finanzberater entweder den Bankmitarbeiter falsch verstanden hat, oder nicht seriös ist.

Antwort
von Franzl0503, 406

Neli:

Die Bank ist verpflichtet, nach dem Zustandekommen des Darlehesvertrages und -  hierauf darf besonders hingewiesen werden - nach Erfüllung der Auszahlungsbedingungen und Auflagen auszuzahhlen, andernfalls macht sie sich schadensersatzpflichtig, z.B. was die im Kaufvertrag vereinbarten Verzugszinsen anbelangt. 

Niedrige Zinsen und lange Bearbeitungszeiten rechtfertigen keinesfalls eine Auszahlungs-Verzögerung.

Empfehlung: Sorgfältig prüfen, ob wirklich alle Aufzahlungsbedingungen und Auflagen der Bank beanstandsfrei erfüllt wurden. Fehlen noch Unterlagen und Nachweise?

Antwort
von Niklaus, 377

Du musst uns schon mehr Information geben um dir vernünftig antworten zu können.

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