Frage von patrasto, 12

Bank fusioniert - Dahrlehensumschreibung über Amtsgericht-Warum?

Bank1 schließt Darlehensvertrag mit Kunde für Hauskauf 200.000,00 EURO ab. Grundschuld von 200.000,00 Euro wird im Grundbuch eingetragen. Jahre später Restschuld nur noch 50.000,00 Euro und die Bank1 ist mit Bank2 fusioniert. Bank2 ist nun das „Mutterschiff“ also Hauptbank. Nun** will Bank1** die Grundschuld von 200.000,00 Euro an Bank2 inklusive Titel abtreten und Kunde wird angeschrieben vom zuständigen Amtsgericht und soll sich dazu äußern. Frist 14 Tage. Warum werden nicht 50.000,00 Euro an Bank2 als Restschuld übertragen? Warum tut Bank1 das und was sind die Folgen?

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von imager761, 3

Die eingetragene Grundschuld von 200 TEUR bleibt bis zur Löschungsbewilligung nach Tilgung bestehen. Das nützt dir nur, wenn du für Anschlussfinazierung, Modernisierungs- oder Sanierungshypothek Absicherung benötigst :-)

Warum sollte man für schlapp 400 EUR Kosten überhaupt eine Löschungsbewilligung über Grundschukld 200 TEUR beantragen und dann noch kostenpflichtige neue Grundschuld eintragen lassen wollen?

Bank 1 und deren Absicherung über 150 TEUR existiert nicht mehr; Bank 2 kann aber logischerweise nur bis Forderungshöhe 50 TEUR vollstrecken.

Das hier einfach nur zustimmungspflichtige Änderungen des Gläubigers vorgenommen werden soll, kannnst du also unschädlich, folgenlos und damit beruhigt abzeichnen.

G imager761

Kommentar von patrasto ,

Zitat: Bank 1 und deren Absicherung über 150 TEUR existiert nicht mehr------ Muss denn nicht Bank2 den Titel nun über Restschuld 50 T€ neu beantragen, denn der damalige Titel galt nur für Bank1 und über 200 T€ !!!????

Kommentar von imager761 ,

Nein, sie würde, namentlich geändert, schlicht in die Grundschuld 200 TEUR eintreten.

Antwort
von gandalf94305, 3

Schuldrechtlicher Gläubiger ist nun die fusionierte Bank, d.h. der Schuldtitel im Grundbuch wäre umzuschreiben, um die tatsächlichen Daten zu reflektieren.

Während der Laufzeit eines Darlehens wird normalerweise nicht eine Grundschuld reduziert oder anderweitig verändert. Der Titel bleibt bestehen, jedoch ist die Vollstreckbarkeit an die Höhe der Darlehensrestforderung gebunden. Also sind zwar nur 50 kEUR Restschuld vorhanden, jedoch der Grundbucheintrag bleibt bei den initialen 200 kEUR.

Das hat für Dich den Vorteil, daß im Falle einer Anschlußfinanzierung oder Zusatzfinanzierung nicht wieder (kostenpflichtig) ein neuer Schuldtitel im Grundbuch einzutragen ist, sondern einfach der vorhandene weiter verwendet werden kann. Erst wenn Du sicher bist, keine neuen Darlehen zu benötigen und das alte auch getilgt ist, sollte der Schuldtitel gelöscht werden.

Kommentar von patrasto ,

Zitat: Bank 1 und deren Absicherung über 200 TEUR existiert nicht mehr------ Muss denn nicht Bank2 den Titel nun über Restschuld 50 T€ neu beantragen, denn der damalige Titel galt nur für Bank1 und über 200 T€ !!!????

Kommentar von gandalf94305 ,

Nein. Bank1 geht in Bank2 auf, denn diese ist der Rechtsnachfolger. Nur wenn ein Gläubigerwechsel vorliegen würde, müßte der Titel neu bewertet werden. Der Titel gilt für Bank1 und alle Rechtsnachfolger.

Antwort
von Franzl0503, 3

patrasto:

Hat Bank 1, die Sicherungsnehmerin, die Grundschuld an Bank 2 abgetreten, dann ist Bank 2, die neue Gläubigerin, vertraglich zur Rückgewähr an dich als Sicherungsgeber nur verpflichtet, wenn sie in den Sicherungsvertrag eingetreten ist oder sie die Rückgewährpflicht sonst übernommen hat. In diesem Fall kann der neuen Grundschuldgläubigerin die Pflicht zur Rückgewähr als Einrede entgegengesetzt werden, wenn sie die Grundschuld geltend machen sollte.

Überträgt Bank 1 ohne deine Zustimmung an Bank 2, so erwirbt Bank B zwar die Grundschuld. Nur unter bestimmten Voraussetzungen kannst du als Sicherungsgeber und Rückgewährberechtigter deinen Anspruch auf Rückgewähr gegen Bank 2 geltend machen.

Ungeachtet davon empfehle ich

in der Sicherungsabrede nachzulesen, für welche Art von Forderungen die Grundschuld als Sicherheit herangezogen werden kann

und auf die Löschung des getilgten Betrages von 150 000 € zu bestehen.

Kommentar von patrasto ,

Zitat:...zur Rückgewähr an dich als Sicherungsgeber nur verpflichtet, wenn sie in den Sicherungsvertrag eingetreten ist oder sie die Rückgewährpflicht sonst übernommen hat. In diesem Fall kann der neuen Grundschuldgläubigerin die Pflicht zur Rückgewähr als Einrede entgegengesetzt werden, wenn sie die Grundschuld geltend machen sollte.
Verstehe ich nicht - Rückgewährspflicht?? Ich muss doch den Restbetrag von ca. 50 TEURO bezahlen.!?

Kommentar von patrasto ,

@Franzel0503 Zitat:***Ungeachtet davon empfehle ich

in der Sicherungsabrede nachzulesen, für welche Art von Forderungen die Grundschuld als Sicherheit herangezogen werden kann

und auf die Löschung des getilgten Betrages von 150 000 € zu bestehen**.


Wie könnte das Schreiben des -Widerspruchs-aussehen? Hilfe wäre nett. Danke?

Kommentar von Franzl0503 ,

patrasto:

Zum Thema Übersicherung:

An Grundbuchamt und Gläubiger 1:

"... Der Sicherungszweck ist teilweise, aber endgültig in Höhe von 150 000 Euro durch Tilgung weggefallen. Ich verlange daher die Rückgewähr durch eine Löschungsbewilligung über einen Teilbetrag von 150 000 Euro des rangletzten Teils der Grundschuld Abt.III Nr --- über 200 000 Euro."

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