Frage von WKBahncard, 81

Bahncard 100 durch Arbeitgeber bezahlt. Wem stehen die Erstattungen bei Verspätung zu ?

Mein Arbeitgeber hat die Bahncard100 bezahlt, weil die dienstlichen Fahrtenkosten die Bahncard100 übersteigen. Nun ist auf der Rückfahrt einer Dienstreise eine Verspätung von mehr als 60 Minuten eingetreten und die Bahn erstattet 15 Euro. Ist diese Zahlung dem Nutzer zu erstatten und steht im für die erlittene Verspätung zu ? Oder ist die Zahlung an den Arbeitgeber weiter zu leiten, weil er die Gesamtkosten getragen hat ?

Antwort
von gandalf94305, 69

Du handelst hier nicht auf eigene Rechnung, sondern auf Rechnung des Arbeitgebers bzw. eines Auftraggebers.

  • Erstattungen, die bei Flug- oder Bahnreisen Deine zusätzlichen Verpflegungs- oder Unterbringungskosten betreffen, können von Dir entsprechend direkt verwendet werden, müssen jedoch auch in der Dienstreisekostenabrechnung angegeben werden.

  • Erstattungen, die sich auf den Beförderungvertrag als solchen beziehen (aufgrund von Verspätungen, Ausfällen, Umleitungen), stehen dem Arbeitgeber zu, denn Deine Vergütung erfolgt über die Arbeitszeit bzw. Reisezeit. Reisekosten werden erstattet.

Während es bei Bahnfahrten meist nur um sehr kleine Beträge geht, ist dies bei Flugreisen deutlich relevanter und daher kenne ich auch die immer wiederkehrende Diskussion. Eine "Kompensation" für einen z.B. überbuchten Flug, von dem Du zurücktreten mußt und auf die nächste Maschine umgebucht wirst, wäre damit nicht zu Deiner Verfügung, sondern der des Arbeitgebers. Du kannst also die zum Teil einigen Hundert EUR oder USD nicht einfach einstecken.

Würdest Du dagegen ein jährliches Pauschalbudget vom Arbeitgeber bekommen, über das Deine Reisekosten und Reisezeiten abgegolten sind, dann wäre in der Tat eine Erstattung als Aufstockung Deines Reisebudgets zu sehen. Der Betrag geht nicht an den Arbeitgeber.

Antwort
von wfwbinder, 53

Das hat weniger Damit zu tun, wer die Karte getragen hat, sondern werde die Folgen dieser Verspätung getragen hat.

Hat deii Verspätete Rückkehr von der Dienstreise bedeutet, dass Du weniger Freizeit hattest, ist es Dein Geld.

Wenn Arbeitszeit verloren ging (nicht von Dir durch Mehrarbeit ausgeglichen) dem Arbeitgeber.

Antwort
von qtbasket, 45

Arbeitsrechtlich ist das völlig eindeutig - die Erstattung steht einzig dem Arbeitgeber, der die Bahncard bezahlt hat, zu. Der Arbeitnehmer könnte seinen Verpflegungsmehraufwand ggf. bei seiner Einkommenssteuererklärung geltend machen.

Der Arbeitnehmer läuft hier das Risiko einer Abmahnung, wenn der die Erstattung nicht seinem Arbeitgeber mitteilt. Es steht dann arbeitsrechtlich auf einem völlig anderem Blatt, ob der Arbeitgeber die 15 € auch wirklich haben möchte, oder sie beim Arbeitnehmer belässt.


Fazit : Du hast eine Mitteilungspflicht an deinen Arbeitgeber, eine Bringeschuld - man könnte auch sagen: Melden macht frei !!!

Antwort
von blnsteglitz, 36

Schau mal hier rein:

http://www.arbeitsrecht.org/blog/blog-post/2010/02/08/kostenerstattung-der-bahn-...

Kommentar von wfwbinder ,

DH, für den Link.

Aber ich halte das dortige Statement für verkehrt, weil es m. E. nämlich darauf ankommt, werde die Folgen der Verspätung zu tragen hatte.

Wurde der Arbeitgeber durch Überstunden, oder Arbeitszeit Verlusr getroffen, ist klar, dann gehört das Geld dem AG.

Aber wenn die folgen beim Arbeitnehmer lagen, z. B. durch Freizeitverlust, muss er auch das Geld bekommen

Kommentar von gandalf94305 ,

Dem würde ich auch aus der Praxis heraus zustimmen. Allerdings kommt es nur darauf an, ob dadurch dem Arbeitnehmer ein Nachteil entsteht. Ist beispielsweise durch den Arbeitsvertrag keine Vergütung von Reisezeiten vorgesehen, so würde die Erstattung trotz Zeitnachteil des AN an den AG gehen, da der AN ja generell ein Reisezeitenrisiko tragen muß. Werden Reisezeiten jedoch vergütet, so hätte der AN keinen Nachteil. Der Kompensationsbetrag geht also nur dann an den AN, wenn dieser auch belastet ist, z.B. bei Pauschalregelungen für Reisekosten/-zeiten.

Keine passende Antwort gefunden?

Fragen Sie die Community