Frage von student007, 702

Bafög + Nebenjob wenn man bei Eltern wohnt die ALG 2 bekommen?

Hallo! Ich habe eine Frage.. Wird das Geld was ich vom Bafög bekomme nicht von den Eltern abgezogen da die ALG2 bekommen? Und zweite Frage.. Kann ich noch einen Nebenjob haben? Wenn ja wieviel darf ich verdienen? Ich bin Volljährig, studiere und lebe noch bei den Eltern!

Antwort
von Rentenfrau, 702

Hallo student007, keine Sorge Deine Bafög-Zahlung wird NICHT beim Arbeitslosengeld II Deiner Eltern abgezogen, es ist eine extra Förderung für Dich. Aber als Student bist Du selber vom AlgII-Bezug ausgeschlossen, also wird das Jobcenter für Dich nichts mehr zahlen (auch Deinen Mietanteil nicht). Wenn Du auswärts wohnt und Dir das Bafög nicht ganz für die Miete reicht, dann kannst Du beim Jobcenter den besonderen Mietzuschuß nach § 27 Absatz 3 SGB II beantragen. Über die Möglichkeit zum Hinzuverdienst hat Dir Steeler guten Rat gegeben.

Kommentar von Steeler ,

... also wird das Jobcenter für Dich nichts mehr zahlen (auch Deinen Mietanteil nicht). Wenn Du auswärts wohnt und Dir das Bafög nicht ganz für die Miete reicht, dann kannst Du beim Jobcenter den besonderen Mietzuschuß nach § 27 Absatz 3 SGB II beantragen.

Einspruch: Es ist genau umgekehrt: Wenn er/sie "auswärts" wohnt, ist § 27 Abs. 3 SGB II vollkommen ausgeschlossen. Dagegen ist bei Verbleiben im Elternhaus ein Zuschuss zum Mietanteil drin. Schau' Dir die Vorschrift bitte genau an.

Antwort
von Steeler, 561

Zum BAföG:

Bei der Anrechnung des eigenen Einkommens liegt die Anrechnungsgrenze zurzeit bei durchschnittlich 407 € brutto je Monat des Bewilligungszeitraums (gerundet). In einem Zwölf-Monats-Bewilligungszeitraum sind das zusammen 4.880 €.

Was darüber liegt, mindert die Förderung, ggf. bis auf Null. Solltest Du also ein wenig über die Grenze kommen, so wäre das auch nicht wahnsinnig tragisch.

Du kannst die 4.880 € (bei einem Zwölf-Monats-Bewilligungszeitraum) theoretisch auch in einem einzigen Kalendermonat verdienen.

Allerdings: Bei Einkünften aus Pflichtpraktika gilt das so nicht, weil dann der der mtl. Nettofreitrag von 255 € wegfällt.


In dem BAföG-Bedarfssatz von mtl. 422 € ist ein Unterkunftskostenanteil von 49 € enthalten. Liegt Dein Mietanteil (Gesamtmiete geteilt durch Zahl der Köpfe) höher als 49 € - was normalerweise der Fall ist - kannst Du beim JobCenter oder bei der Arge grundsätzlich einen Zuschlag nach § 27 Abs. 3 SGB II bekommen.

Inwieweit sich ein Nebenjob auf diesen Zuschlag auswirken würde, kann ich Dir mangels Ahnung nicht sagen.


Bin kein Hartz IV-Experte, aber klar ist, dass das JobCenter auch die Zahlung Deines Mietanteils einstellen wird (zum Anspruch nach § 27 Abs. 3 SGB II s.o.).

Inwieweit sich Dein Einkommen - BAföG, Nebenjob - weitergehend auf den Alg2-Anspruch Deiner Eltern auswirken wird, kann ich ebenfalls nicht beurteilen. Die Wahrscheinlichkeit dürfte allerdings nicht groß sein.

Antwort
von TopJob, 526

Dies ist ein Sachverhalt, den deine Eltern unbedingt mit der ARGE besprechen sollten. Grundsätzlich sieht es so aus, dass du, wenn du noch bei deinen Eltern wohnst nicht den vollen BAföG-Satz bekommst (z. B. keinen Wohnungszuschuss, da keine eigene Wohnung, ...). Natürlich erhalten deine Eltern dann auch keine ALG II-Bezüge mehr für dich. An deine Eltern abgeben wirst du beim reinen BAföG-Satz nichts (es sei denn als Kostgeld an deine Eltern). Nach dem BAföG darfst du maximal 450 EUR verdienen, ohne dass das verdiente Geld dem BAföG angerechnet wird. Wenn du unter dieser Grenze bleibst ist die Gefahr, dass von diesem Geld etwas vom ALGII deiner Eltern gekürzt wird, relativ gering. Aber auch hier solltest du, bzw. deine Eltern sich genauer bei der ARGE informieren (vor allem bezüglich der Pflichten zur Mitteilung).

Kommentar von student007 ,

vielen dank!

Kommentar von Steeler ,

(z. B. keinen Wohnungszuschuss, da keine eigene Wohnung, ...).


Nach dem BAföG darfst du maximal 450 EUR verdienen, ohne dass das verdiente Geld dem BAföG angerechnet wird.

Beide Aussagen sind falsch.

Antwort
von cyracus, 429

Für Fragen in Bezug auf Hartz IV, die für Dich jetzt noch offen sind, hole Dir auch Rat bei einer guten behördenunabhängigen (!!!) Beratungsstelle wie dieser Hamburger

Arbeitslosen Telefonhilfe

0800 111 0 444 - wenn Du in Hamburg / Umgebung wohnst oder

040 22 75 74 73 - wenn Du in einem anderen Bundesland wohnst.

Dort ist man zum Thema Arbeitslosigkeit (ALG I + ALG II / Hartz IV) sehr erfahren.

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