Frage von Ageber,

Azubi nach 2 Wochen zurück zur Arbeit, Freundin weg, gr. Probleme. Abmahnung gemacht, Lohn zurück?

Mein Azubi kam nach 2 Wochen wieder zurück zur Arbeit, seine Freundin hatte ihn verlassen, er war total durch den Wind, hat sich entschuldigt, Abmahnung hab ich gemacht. Kann ich den Lohn zurückfordern, denn der wurde überwiesen, obwohl der Lehrling gar nicht gearbeitet habe. Ich denke es wäre wichtig, daß er das Gehalt zurückzahlt, denn Geld ohne Leistung - geht gar nicht, nach meiner Meinung. Oder was ratet Ihr?

Anzeige
Antwort
von expermondo, 5

Hallo Ageber,

Schau mal bitte hier:
Arbeit Azubi

Antwort
von williamsson,

Ich denke Du solltest zusammen mit Deinem AzuBi eine Möglichkeit finden, die Fehlstunden auszugleichen. Entweder durch Mehrarbeit im zulässigen Rahmen, Urlaubsabgeltung etc. Respekt , das Du ihn wieder genommen hast.

Antwort
von Gaenseliesel,

Hallo, hier muss ich mich einfach auch noch einmal zu Wort melden !

Außergewöhnliche Umstände erfordern manchmal außergewöhnliche Entscheidungen !

Genau solch eine Situation kenne ich aus der eigenen Familie. Kann doch sein, es war die erste große Liebe und langjährige Beziehung ?

Das Letzte was der Azubi jetzt braucht ist " nochmals feste draufhauen " ! Ganz sicher weiß der Junge, wenn er ansonsten ein unauffälliger Azubi ist, dass es nicht in Ordnung war der Arbeit fern zu bleiben. Habt ihr ja auch im Gespräch mit ihm bereits geklärt.

Als Chef ein wenig psychologisches Einfühlungsvermögen zu zeigen, wäre der Situation schon dienlich ! Andererseits kann er nicht ermutigt werden, sich bei Trennung von einer Freundin( wird nicht die letzte gewesen sein ) jedesmal " Zusatzurlaub " zu genehmigen. Nacharbeit und/oder Urlaubstage für diese Fehlzeiten zu vereinbaren, wäre dem Azubi in dieser Lage hilfreicher.

Er hätte sich genauso gut einen Krankenschein holen können, jeder Arzt macht das bei einer Diagnose mit diesem Hintergrundwissen. Kein Mensch der den ersten, tiefen Liebeskummer nicht schon am eigenen Leib verspürt hat kann nachvollziehen, was in solch einem Jugendlichen seelisch vorgeht....... Sogar Selbstmordgedanken sind da nicht außergewöhnlich. Ist zum Glück nichts dergleichen passiert.

Wie auch immer deine Entscheidung jetzt ausfallen wird, für deinen Azubi ist dieses " Trauma " noch lange nicht vorbei !
Sei nett, springe über deinen " Chef - Schatten " ! Gruß K.

Antwort
von cocoB,

Als Chef solltest Du deinen Lehrling in der für ihn jetzt schwierigen Situation unterstützen, Liebeskummer in diesem Alter kann bei vielen nur sehr schwer verarbeitet werden.

Das letzte was dein "Schützling" jetzt braucht, ist das Du ihm den Lohn streichst. Ich an deiner Stelle würde die Fehlzeit vom Urlaub abziehen, oder ihm die Möglichkeit geben diese durch gediegene Mehrarbeit langsam wieder auszugleichen.

Oder bist Du generell mit deinem Azubi nicht zufrieden?

Wenn das aber nicht der Fall sein sollte unterstütze ihn und er wird Dir bestimmt dankbar sein und in Zukunft gerne darauf zurückblicken und sich Denken "was war das damals für ein toller Chef".

Gruß cocoB

PS: Mir gings auch mal so

Kommentar von Gaenseliesel ,

sehr richtig ! DH cocoB ! K.

Antwort
von gammoncrack,

Liebeskummer ist bei Jugendlichen sehr normal. Wenn ich jedesmal 2 Wochen zu Hause geblieben wäre, hätte ich viele freie Tage gehabt. Aber, und das haben vermutlich alle schon erlebt, ist das für den Betroffenen wirklich schrecklich. Und der Schlussstrich durch die Freundin erzeugt manchmal schon das so genannte "Scheißegalgefühl".

Wie Du damit umgehst, musst Du ganz allein entscheiden. Die Abmahnung ist sicherlich absolut richtig. Wenn ich sicher wäre, dass das ein einmaliger Ausrutscher ist, sollte entweder eine Abgeltung über den eigenen Urlaub erfolgen oder eine Rückzahlung auf Raten ermöglicht werden.

Ihm jetzt in einer Summe zur Rückzahlung zu verpflichten, halte ich für falsch. Er hat vermutlich schon genug gelitten.

Antwort
von freelance,

das ist auch eine moralische Frage. Er hätte sich auch krank melden können, was er nicht tat.

Rechtlich läuft es auf genommenen Urlaub, mglw. auch unbezahlten Urlaub hinaus. Ich würde den noch offen Urlaub prüfen und dann eine Lösung suchen. Ob er das Geld nun überweist oder bei der nächsten Zahlung weniger erhält, kommt für mich auf das gleiche hinaus.

Eine Alternative: Zusatzarbeiten, mit der er die Stunden und die Zahlung aufwiegen könnte.

Antwort
von alfalfa,

Arbeitsrechtlich handelt es sich um unentschuldigte nicht vergütungspflichtige Fehlzeiten. Das ist die formelle Seite, eine Abmahnung hat der AZUBI ja schon.

Die Lösungsansätze das hereinzuarbeiten, das Gespräch zu suchen bzw. Ein Teil des Urlaubs anzurechnen dürfte zielführender sein, als ein paar hundert Euro zurückzufordern. Auch die IHK kann mit Rat und Tat weiterhelfen, wie zu verfahren ist.

Und hoch anzurechnen ist, das statt gelber Schein eine Entschuldigung und die wahre Geschichte erzählt wurde. Einfach mal darüber nachdenken.

Antwort
von Typderfinanzen,

Seh ich ganz genauso wie du. Ist die Frage ob der Azubi dir das einfach so zurücküberweist und sich querstellt (dann führt der Weg leider nur übers Gericht)

Kommentar von cocoB ,

@Typderfinanzen

Wieso immer nur ans Geld denken, wo bleibt die Menschlichkeit?

Der Kerl ist noch jung. Wenn er sich sonst noch nichts zuschulden kommen ließ.

Mit Gericht drohen, das kann nur ein Typ der Finanzen. Schade!

Kommentar von Typderfinanzen ,

Tut mir leid aber man muss seine Lektionen früh lernen. Ich nehm jez mal an, dass der Azubi sich nicht entschuldigt hat desw. finde ich eine Abmahnung und Lohrückforderung legitim und moralisch vertretbar. Lieber jetzt auf die halbwegsharte Lektion lernen, als später in einem Beruf , bei dem wg. sowas eine Abmahnung erfolgt, der Angestellte auf der "roten" Liste landet und bei der nächst-bietenden Möglichkeit entlassen wird.

Kommentar von cocoB ,

man muss seine Lektionen früh lernen

Da hast Du schon recht. Aber mit einer Abmahnung sollte dies abgetan sein, und die Fehlzeit, ganz klar muß nicht vergütet werden.

Dieses sollte aber durch Abgeltung des Urlaubes oder eben durch Ratenzahlung geschehen.

Der Chef sollte sich mit seinem Azubi zusammen setzen und klären, was für eine Lösung für beide Seiten am akzeptabelsten wäre.

Keine passende Antwort gefunden?

Fragen Sie die Community

Weitere Fragen mit Antworten