Frage von kenni, 37

Auszahlung einer Minderheitsbeteiligung mit Gewinn

Annahme: jemand hätte eine eigene GmbH (alleiniger Gesellschafter=Geschäftsführer). Nun könnte dieser Geschäftsführer als natürliche Person (privat, nicht über die GmbH) eine Beteiligung i.H.v. 8% im Wert von 2000€ an einer anderen GmbH halten. Die Hälfte Anteil könnte jetzt an einen zusätzlichen, neuen Gesellschafter verkauft werden, der bereit ist, für einen 4% Anteil des Unternehmens 40000€ zu zahlen.

Der Altgesellschafter als natürliche Person muss den Zugewinn zu 60% versteuern.

Wie vorteilhaft wäre es, statt der natürlichen Person, dort die bestehende eigene GmbH einzusetzen, d.h. erst Verkauf der 8% ohne Aufschlag von natürlicher an juristische Person und im Anschluss daran die Hälfte an den neuen Gesellschafter als Verkauf mit Gewinn, der dann in die GmbH "einfließt" anstatt zu 60% versteuert zu werden.

Antwort
von EnnoBecker, 31

So ein Holding-Modell kann ja schon eine kleine Sparbüchse sein, da man selber steuern kann, wann man aus der Holding ausschüttet. Bis dahin ist auf den Verkaufsgewinn lediglich eine Steuer von rund 1,5 % angefallen (15% KSt, 15% GewSt 5% des Veräußerungsgewinns).

Nur - irgendwann soll das Geld ja auch mal aus der GmbH raus, und dann wird ja wieder versteuert, nämlich die 60% mit Tarif.

Ob das Ganze am Ende wirklich steuergünstiger war, hängt von mehreren Faktoren ab. Beispielsweise wenn man die Ausschüttung aus der Mutter-GmbH ins Rentenalter legen kann, wo man eventuell ohnehin nicht mehr soviel zu versteuern hat.

Selbst wenn die Steuern immer gleich hoch wären, könnte man sparen, wenn man nur immer nur soviel ausschüttet, wie man benötigt. Der Rest liegt unversteuert in der GmbH rum.

Das ist, wofür man UGs macht :-)

Kommentar von wfwbinder ,

Top Antwort natürlich, aber eventuell eine kleine Unstimmigkeit im Sachverhalt.

Der möchte die 8 % zum geringen Wert in die GmbH bringen und im Anschluß direkt die 4 % verkaufen, um den Gewinn geringer zu versteuern.

Da würde ich natürlich eine verdeckte Kapitalzuführung sehen.

Kommentar von EnnoBecker ,

Richtig, ich hatte den SV anders verstanden, nämlich so:

Entweder der A - oder aber die A GmbH - kaufen die 8% billig und veräußern dann 4% teuer. So habe ich das verstanden.

Wenn allerdings der A zunächst seine 8% (oder 4%) billig weiterverkauft an die GmbH, obwohl der Preis inzwischen gestiegen ist, dann haben wir auf Ebene der GmbH eine verdeckte Einlage und auf Ebene des A höher AK für seinen Anteil an der GmbH und, und das ist das Wichtige: einen realisierten 17er Gewinn. Und damit würde das Modell abslut nach hinten losgehen.

Kommentar von wfwbinder ,

ich hatte es so gesehen: Zitat:

"d.h. erst Verkauf der 8% ohne Aufschlag von natürlicher an juristische Person und im Anschluss daran die Hälfte an den neuen Gesellschafter als Verkauf mit Gewinn, der dann in die GmbH "einfließt" anstatt zu 60% versteuert zu werden."

Ich sehe schon, wir sind uns einig.

Kommentar von EnnoBecker ,

Ja, ich hatte einigermaßen Mühe, den Fragentext zu verstehen, das gebe ich zu.

Kommentar von kenni ,

OK, guter Hinweis! Dann wäre es sogesehen ein ungüstiger Zeitpunkt, wenn der Käufer bereits wartet und ein höherer Preis bekannt ist.

Dann ergibt sich allerdings die Folgefrage: Kann nach dem Verkauf noch für den verbleibenden Anteil, also die anderer Hälte, zum Billigpreis von A an A GmbH verkauft werden oder "gilt" weiterhin der zuletzt bekannte Preis, den ein Käufer zu zahlen bereit war?

Innerhalb der A GmbH wären bessere Investitionsmöglichkeiten gegeben, sodass es von Vorteil wäre, die Einnahmen nicht von A GmbH an A auszuschütten, sondern dort einzubehalten.

Kommentar von EnnoBecker ,

Die Gegenfrage lautet: "Warum sollte die andere Hälfte weniger wert sein als die erste?

Hier sollte die GmbH kaufen, nicht der A dazwischen.

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