Frage von hevothor, 2.164

Auswirkung einer Einbauküche auf den Mietpreis

Als Vermieter beabsichtigen wir unsere Neubauwohnung mit einer Einbauküche auszustatten. Ist das sinnvoll und wie würde sich die Investition auf den monatlichen Mietpreis auswirken?

Antwort
von imager761, 2.017

IMHO is das - außer bei Kochnischen eines Appartements - nicht sinnvoll und ausgesprochen unüblich:

  • Viele Mietinteressenten haben bereits eine EBK oder bestimmte Vorlieben und Ansprüche, die kaum zu erfüllen sind und eher vor Anmietung abschrecken. Die meisten empfinden es un(ter)bewußt eher nicht als Vorteil ("2 für 1") sondern als Nachteil, etwas "aufgedrückt" zu bekommen ("Kopplungsgeschäft").

  • Wie bei einem Gebrauchtwagen ist niemand bereit, diesen Mehrwert zu bezahlen. Früher oder später dämmert es jedem, dass er sich bei einer Sparrate statt dauerhaft erhöhter Mietzahlung alle 5 Jahre eine nagelneue Kücheneinrichtungen mit modernster Technik selbst neu kaufen könnte statt sich mit unbefristet gleichhohem Mietanteil bei stetig sinkendem Gebrauchswert á la long "abgezockt" zu fühlen: Eine Markenküche hält gut und gerne 20 jahre, Geräte etwa die Hälfte, bevor sie erneuert werden müsste...

  • du haftest für Instandsetzungen, insbes. der E-Geräte

Ich rate da - wie beim Bodenbelag - eher dazu, dem Mieter freie Hand zu lassen und würde lieber einmalig einen Zuschuss (mietfreies Wohnen im ersten Monat) oder bei Erstbezug Wunschaustattung (Fliesenspiegel, d. h. Spitzschutz an den Wänden) zusichern denn sich dauerhaft binden, festlegen oder haftbar machen zu lassen :-)

G imager761

Antwort
von Snooopy155, 1.889

Aus meiner Sicht macht es nur Sinn, wenn man zum einen eine hochwertige Küche installiert oder die Abmessungen des Raumes so sind, dass eine Maßanfertigung notwendig ist. Mindestens 10% der gesamten Anschaffungskosten würde ich auf die Miete mit umlegen. Des weiteren sollte das Dessign neutral gewählt werden, ansonsten wird es bei einem Mieterwechsel in ein paar Jahren schwierig mit einer unmoderen Kücheneinrichtung einen Mieter zu finden ohne Abschläge hinzunehmen.

Antwort
von LittleArrow, 1.626

Eine Einbauküche kann bei komplizierten Raumverhältnissen sinnvoll sein, weil Mieter ihre Altküchenmöbel dann ohnehin nur unter hohen Verlusten in die neue Küche einpassen können. Bei einer Erstvermietung kannst Du ja fast jeden erzielbaren Preis nehmen, egal ob mit oder ohne Einbauküche. Ob bei einem späteren Mieterhöhungsverlangen auf Basis des örtlichen Mietspiegels ein Mehrpreis verlangt werden kann, ist im Mietspiegel nachzulesen (vielleicht steht es heute noch nicht drin, aber künftig).

Wenn Du aber eine längerfristige Mieterbindung suchst, dann musst Du den Mieter eine Küche einbauen lassen oder bei einer Einbauküche einen beiderseitigen Kündigungsverzicht für maximal 48 Monate vereinbaren.

Über die für den Vermieter erweiterte Instandhaltungspflicht wurde bereits in anderen Antworten hingewiesen. Hier findest Du mehr zum Küchenthema:

http://www.mietrechtslexikon.de/a1lexikon2/e1/einbaukueche.htm

Antwort
von freelance, 1.296

ich kenne Regionen, wo man fast keine Küchen bei Mietobjekten vorfindet. Ich kenne aber auch Regionen, dort findet man fast nur Mietobjekte mit Küche.

Es kommt für mich auf die Region an wie auch auf das Klientel, das ich als Mieter möchte bzw. bekommen kann. Ein Student z.B. wird Probleme haben, sich eine Küche zu leisten.

Der Preis? Klar ist damit die Miete höher. Rechne mal aus, wie lange die Küche hält: die Möbelteile, die Elektoteile. Und nun rechne das um vom Kaufpreis. Die Verzinsung nicht vergessen! Damit kommst du auf den Mehrpreis für die Wohnung.

Antwort
von Tina34, 1.181

.... wenn du die Wohnung in einer Gegend hast wo es leicht ist Mieter zu finden, würde ich keine Küche mehr einbauen. Der Ärger wegen Instandhaltung etc. hast du auch am Hals. Wenn die Spülmaschine nach 3 Jahren kaputt geht muß du einen neue besorgen etc. etc.

Unsere Mieter haben es geschafft innerhalb von 3 Jahren eine rote Hochglanzküche ziemlich runter kommen zu lassen.

Der Ärger dann wenn es darum geht das sie das waren etc. evtl. schaltet der Mieter dann noch einen Anwalt ein und alles läuft auf einen "Vergleich" hinaus. Ich kann nur sagen - wenn du nicht mußt dann lass es.

Antwort
von robinek, 1.062

Aus gemachter Erfahrung würde ich das nie mehr machen! Weist nicht wie der Mieter damit umgeht. Dem Nachmieter gefällt die Küche nicht. Musst für alle Reparaturen aufkommen. Neukauf von Geräten. Musst Dich um den jeweiligen Service der Geräte kümmern usw., usw. Paar € evt. mehr Miete, dieser Mietmehrpreis kann aber sehr schnell aufgehoben werden bei Reparaturen. Der programmierte Ärger ist und steht dazu in keiner Relation (eigene Erfahrung) Lass den Mieter sich eine Einbauküche einbaun. Die nimmt er bei Auszug wieder mit, oder er einigt sich auf eine Übernahme mit dem nächsten Mieter. Er hat aber solange selbst die Verantwortung dafür und die Übernahme aller Kosten!

Antwort
von Privatier59, 948

Die Frage ist in dieser Allgemeinheit nicht zu beantworten.

Fangen wir mal mit dem Mietspiegel an. Es gibt Städte die einen aeusserst ausführlichen Mietspiegel haben der das Kriterium Einbauküche preisteigernd berücksichtigt, andere Städte haben das nicht. . Weiter geht es mit der allgemeinen Nachfragesituation. Wer eine Wohnung dort anbietet wo Wohnraum knapp ist, der braucht keine EBK anzubieten. Die Wohnung vermietet sich auch so. Nur dort, wo man dem Mieter etwas als Extra bieten muss, kann die vermieterseits gestellte EBK sinnvoll ein.

:-)

Nicht vergessen sollte man aber, dass eine Bau Seite bestehende EBK auch abschreckend auf die Interessenten wirkt die schon eigene Küchenmöbel haben. Wer sich als Vermieter im uebrigen erhofft, quasi eine Investition auf Lebenszeit gemacht zu haben sieht sich mit dem Umstand konfrontiert, dass manche Mieter eine EBK durch mangelnde Hygiene und ruppige Behandlung binden kürzester Zeit runinieren können. Man sollte schon 10 Jahre als maximale Nutzungsdauer einplanen. Wenn man sich dann überlegt, welchen Mietaufschlag man dann nehmen müsste damit es sich lohnt, kommt zu de Erkenntnis, dass man als Vermieter auf so etwas idR besser verzichten sollte.

Kommentar von Privatier59 ,

Das -:) bitte streichen.

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