Frage von workoholic, 10

Auswirkung des Wegfalls der unbeschränkten Steuerpflicht der Ehefrau im Jahr des Ereignisses

2014: Der Ehemann arbeitet und lebt in Deutschland, die Ehefrau lebt in Deutschland, hat aber keine Anstellung. Es erfolgt die Zusammenveranlagung, Ehemann StKl III.

März 2015: Die Ehefrau nimmt einen unbefristeten Job im nicht europäischen Ausland an, zieht dorthin und meldet ihren Wohnsitz in Deutschland ab. Die Ehe besteht fort, Trennung/Scheidung ist nicht angedacht.

a. Wie erfolgt die Besteuerung für 2015?

Erfolgt auch 2015 noch Zusammenveranlagung, kann also der Ehemann für das gesamte Jahr 2015 Steuerklasse III beibehalten?

Wie wirken sich dann die Einkünfte der Ehefrau aus - werden sie im Rahmen des Progressionsvorbehalts berücksichtigt?

b. Besteuerung ab 2016. Ich nehme an Getrenntveranlagung, das heißt die Einkünfte des Ehefrau spielen bei der Steuererklärung des Ehemannes keine Rolle mehr. Ist das richtig?

Vielen Dank!

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Antwort
von expermondo, 5

Hallo workoholic,

Schau mal bitte hier:
Steuern Zusammenveranlagung

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von EnnoBecker, 10
Erfolgt auch 2015 noch Zusammenveranlagung,

Ja. Die Voraussetzungen dafür lagen ja an mindestens einem Tag im Jahr vor.

kann also der Ehemann für das gesamte Jahr 2015 Steuerklasse III beibehalten?

Ist zwar unerheblich, aber ja. M.E. ist das wegen § 38b (1) Nr. 3 Bu a) DoBu aa) EStG sogar zwingend (wird aber von niemandem nachgehalten)

Wie wirken sich dann die Einkünfte der Ehefrau aus - werden sie im Rahmen des Progressionsvorbehalts berücksichtigt?

Sofern eine Einordnung in eine unbeschränkte Steuerpflicht nach § 1 Absatz 2 oder 3 verneint wird: Ja, weil Wegzugsbesteuerung.

Ist die Steuerpflicht nach § 1 Absatz 2 oder 3 zu bejahen, kommt es auf die Arbeit, das Land, die Zeit und auf das DBA an. Sofern der Wegzug und der Arbeitsplatzwechsel synchron erfolgt, dürfte es nicht mal einen DBA-Fall geben.

Besteuerung ab 2016. Ich nehme an Getrenntveranlagung,

Nein. Einzelveranlagung. Die getrennte Veranlagung gibt es nicht mehr und überdies käme sie auch dann nicht in Frage, da es ja dennoch eine Ehegattenveranlagung wäre. Also: Einzelveranlagung.

das heißt die Einkünfte des Ehefrau spielen bei der Steuererklärung des Ehemannes keine Rolle mehr. Ist das richtig?

Richtig. Denselben Effekt erzielt man aber auch in den Jahren vor 2016 durch eine Einzelveranlagung bzw. (früher) getrennte Veranlagung.

Antwort
von wfwbinder, 8

Damit EnnoBecker die hilfreichste bekommen kann:

  1. 2015 Zusammenveranlagung.

  2. Die Einkünfte der Ehefrau mit Progressionsvorbehalt in die Erklärung.

  3. ab 2016 Einzelveranlagung.

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