Frage von Nonnen, 15

Austritt der aus der GmbH ohne vorherige Einzahlung der Anteile?

Hallo, mein Mann will aus dem Gesellschafter Vertrag raus. Er hat bisher seinen Anteil, in Übereinstimmung der Gesellschafter nicht eingezahlt. Kann er so einfach wieder austreten? Jemand sagte ihm, dass es nicht geht. Er müsste erst den Anteil einzahlen und dann kann er erst raus und bekommt seinen Anteil zurück. Ist es so?

würde mich über eie Antwort sehr freuen Christel Nonnen

Antwort
von wfwbinder, 15

Er kann auch einfach nicht einzahlen und fliegt dann durch Gesellschafterbeschluss mangels Einzahlung raus.

Es ist eine Frage des Verfahrens. wenn er einzahlt (in Übereinstimmung mit den anderen), wird sein Anteil von einem, oder allen anderen Gesellschaftern übernommen.

Oder er zahlt nicht ein. Der Geschäftsführer beruft eine Gesellschafterversammlung ein und die übrigen Gesellschafter bescghließen seinen Ausschluss, weil er sienen Pflichten nciht nachgekommen ist.

Gleichzeitig müssen die natürlich beschließen, wer den Anteil und die Einzahlung übernimmt.

Auskunft erteilt der beurkundende Notar.

Kommentar von Mikkey ,

Das geht alles aber nur, wenn der Gesellschaftsvertrag es auch vorsieht.

Fehlen entsprechende Bestimmungen (schon erlebt), muss der Geschäftsführer die halbe Einlage eintreiben, notfalls gerichtlich.

Kommentar von EnnoBecker ,

Nein.

Hier kann der Anteil auch kaduziert werden.

Das ist der Unterschied zur Einziehung.

Kommentar von wfwbinder ,
Das geht alles aber nur, wenn der Gesellschaftsvertrag es auch vorsieht.

Stimmt, ich habe den Fehler gemacht anzunehmen, dass der Vertrag so ist, als hätte ich beratend mitgewirkt, bzw. bei einem Notar abgeschlossen, die ich bevorzuge.

Um es anders zu sagen, ich kann mir keinen GmbH Vertrag/Satzung vorstellen, in der nicht gesagt ist, wann ein Anteil eingezogen werden kann und wo nicht festgelegt ist, wie das zu tun ist.

Ich will aber gern zugeben, dass dies kein zwingender Inhalt ist und es auch keine zwingende gesetzliche Regelung gibt.

Ich stimme EnnoBecker zu, dass die Kaduzierung, die beste Lösung ist. Aber wir haben hier eine Neugründung, vermutlich mit Mindestkapital, aber zumindest wohl nicht mit über 37.500,- Euro, somit würde das Mindestkapital nicht mehr erreicht. Also müssen sich die Gesellschafter (bzw. deren Berater) etwas einfallen lassen. Womit wir wieder dabei wären, dass man im Vorfeld für einen guten Vertrag sorgt.

Kommentar von EnnoBecker ,

somit würde das Mindestkapital nicht mehr erreicht.

Das sehe ich anders. Das Mindestkapital ist auch nicht erreicht, wenn der Vertrag 37.500 als Stammkapital vorsieht, diese aber nicht eingezahlt sind.

Nach meinem Verständnis muss ein nicht verkaufter oder versteigerter kaduzierter Anteil als eigene Anteile und Kapitalrücklage ausgewiesen werden (wie bei der Einziehung ohne Ausgleich), und dann stimmt auch das Kapital wieder.

Denn die GmbH hat durch die Kaduzierung wie durch die Einziehung Anteile in der Hand, für die sie nichts hingegeben hat.

Die logische Lücke, die ich dabei habe, ist die: Nach diesem Verständnis könnte die GmbH ja komplett alle Anteiile kaduzieren und ein Nennkapital von Null pls Kapitalrücklage in Höhe des Stammkapitals ausweisen.

Eine Null-Gesellschafter-GmbH. Klasse. Wer entlastet den GF?

Irgendwas ist also noch nicht rund bei "meinem Verständnis".

Kommentar von EnnoBecker ,

Gleichzeitig müssen die natürlich beschließen, wer den Anteil und die Einzahlung übernimmt.

Man muss hier die normale Einziehung von Anteilen nach § 34 GmbHG von der Kaduzierung, § 21 GmbHG, unterscheiden.

Bei der Einziehung erwirbt die GmbH eigene Anteile für den Preis des Ausgleichsanspruchs. Die eigenen Anteile werden offen vom Stammkapital abgesetzt und die Differenz zwischen Ausgleichszahlung und Nennwert mit den Kapitalrücklagen verrechnet. Hier hat der Gesellschafter seine EInlage geleistet und die GmbH hat einen bestimmten Wert. Die Einziehung muss in der Satzung bestimmt worden sein.

Steuerlich haben wir eine Verminderung des Nennwerts und eine entsprechende Bewegung auf dem Einlagenkonto.

Bei der Kaduzierung hat der Gesellschafter seine Einlagen nicht oder nur teilweise geleistet. Der Anteil ist nach fruchtlosem Ablauf der gesetzten Zahkungsfrist zugunsten der Gesellschaft verlustig zu erklären.

Wie eine Kaduzierung zu bilanzieren ist - auch im Hinblick auf § 30 - und wie die steuerliche Behandlung erfolgt, muss ich noch rauskriegen.

Kommentar von Nonnen ,

Hallo wfwbinder, danke für die Antwort. Sie war schon mal hilfreich. Schöne Grüße Ch. Nonnen

Antwort
von EnnoBecker, 8
und bekommt seinen Anteil zurück

Das ist ein wenig die falsche Sichtweise. Er hat ja einen Vertrag geschlossen, in dem er sich verpflichtet, x Gesellschafteranteile für einen Preis von y zu kaufen. Das ist so ähnlich, als würde er Aktien kaufen, nur nicht so anonym.

Verträge muss man einhalten, denn darum heißen die so. Es kommt von "sich vertragen". Störeungen in der Vertragsabwicklung gibt es immer mal wieder, deshalb sieht der Gesetzgeber auch hierfür Maßnahmen vor.

will aus dem Gesellschafter Vertrag raus

Das dürfte wohl nicht für einen Vertragsbruch ausreichen.

Was ich uunten zur Kaduzierung geschrieben habe, bezieht sich auf die gesellschaftsrechtliche Abwicklung eines solchen Verfahrens. Damit hat dein Mann aber nichts zu tun. Da gilt das Zivilrecht.

Die GmbH wird also versuchen (müssen), die Einzahlung einzufordern. nur wenn das Geld nicht vorhanden ist und der Geschäftsanteil auch nicht an jemand anders verkauft werden kann, kommt es zur Kaduzierung.

Das bedeutet aber auch:

einzahlen und dann kann er erst raus

Er kann nicht "raus" - So funktioniert daa nicht. Er hat etwas gekauft und muss nun gucken, dass er es wieder verkauft bekommt. Natürlich zu dem Preis, den seine Anteile dann wert sind.

Eben wie bei Aktien.

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