Frage von wozuregi, 59

Gilt bei Auslandseinkünften bei selbstständiger Arbeit das Empfängerortsprinzip?

Ich bin durch die Definition von "ausländische Einkünfte" in §34d etwas verwirrt. In Absatz 5 steht, dass Einkünfte aus selbstständiger Arbeit dann als Auslandseinkünfte gelten, wenn die Tätigkeit "in einem ausländischen Staat ausgeübt oder verwertet wird oder worden ist". Wie genau definieren sich hier "ausgeübt"? Wenn ich von DE aus eine grenzüberschreitende sonstige Leistung erbringe, die als am Empfängerort erbracht gilt (bspw. eine Katalogleistung), zählt das Honorar daraus dann direkt als "Auslandseinkunft", auch wenn ich das betreffende Land nie betreten habe? Oder meint "ausgeübt" eher, dass ich den Auftrag im Ausland bearbeite?

Und was kann ich unter "verwertet" verstehen?

Danke im Voraus.

Antwort vom Steuerberater online erhalten
Anzeige

Schnelle und günstige Hilfe für Ihre Steuerfrage. Kompetent, von geprüften Steuerberatern.

Experten fragen

Expertenantwort
von wfwbinder, Community-Experte für einkommensteuer, 44

Ganz wichtig, hier musst Du zwischen Umsatzsteuer und Ertragssteuern unterscheiden.

1. Bei den Ertragsteuern ist es relativ einfach, dort wo Deine Betriebsstätte ist, wird besteuert. Hast Du nur die Betriebsstätte in Deutschland, wird auch ertragsteuerlich  versteuert. Nur wenn im Land des Auftraggebers eine feste Einrichtung zur Ausübung der Tätigkeit besteht, ist dort die Ertragsteuer zu entrichten. So ist es bei allen DBA in der EU und auch in den meisten anderen DBA.

2. Was Du in der Frage beschreibst (Katalogleistung gilt am Empfängerort als erbracht) hat nichts mit § 34 b EStG zu tun, sondern betrifft die Umsatzsteuer. Das kann völlig von der ertragsteuerlichen Behandlung abweichen. 

Wenn ich z. B. mit meiner Beratungskanzlei eine Beratung mache für eine Ltd. auf Malta, aber nur in meinem Büro in Berlin tätig bin, so gilt die Leistung als auf Malta erbracht (Umsatzsteuer), also Rechnung ohne Umsatzsteuer, aber natürlich ist es ertragsteuerlich in Deutschland abzurechnen.

Kommentar von wozuregi ,

Das heißt, das "Empfängerortprinzip" gilt nur für die Umsatzsteuer und hat für die Einkommensteuer keine Relevanz? Sprich, ich muss für Honorar aus solchen Aufträgen in der Einkommensteuererklärung nicht extra die Anlage AUS beifügen und kann stattdessen alles in S erfassen?

Kommentar von wfwbinder ,

Wenn Du in dem Land keine eigene Niederlassung hast, natürlich nicht. Ertragsteuerlich spielt sich das alles hier ab.

Wie schon gesagt, Du hast dich nicht über die unterschiedlichen Steuerarten informiert.

Kommentar von wozuregi ,

Das erklärt's. Hab diese Formulierung komplett in den falschen Topf geworden. Aber deshalb frag ich ja nach. Vielen Dank für die Erklärung. :-)

Antwort
von wozuregi, 36

Ich meine natürlich §34d EStG!

Keine passende Antwort gefunden?

Fragen Sie die Community