Frage von Mikkey, 88

Auslandseinkommen

Weil es so ruhig ist, möchte ich Euch mit einigen Fragen quälen, die mich beschäftigen:

In nicht mehr ganz so langer Zeit werden wir (meine Frau und ich) in China Einkommen erzielen:

  • Rentenzahlungen (aus dem chinesischen Sozialversicherungs-System)
  • Mieteinnahmen.

Beides ist nicht besonders viel, aber darauf kommt es ja nicht an.

Wenn ich das DBA richtig verstehe, sind diese Einkünfte nur in China zu versteuern. Ist das korrekt?

Da man auch dort in der Regel solche Dinge nicht bar zahlt, haben wir selbstverständlich ein Bankkonto. Nun gibt es ja diese Frage nach der ausländischen Bankverbindung, die aber laut dem, was ich hier und woanders recherchieren konnte, nicht beantwortet werden braucht, weil es keine Steueroase i.S. §90 AO gebe. Ist das auch korrekt?

Gibt es bzgl. der deutschen GKV-Beiträge eine irgendwie geartete Beitragspflicht aus diesen Einkünften, wenn

  • meine Frau einer beitragspflichtigen Beschäftigung nachgeht,
  • meine Frau "freiwilliges Mitglied" der GKV ist oder
  • eine deutsche Rente bezieht?

Das ganze erstreckt sich auf etliche Bereiche, deshalb nehme ich gern auch Einzelantworten ;-)

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Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von barmer, 72

Hallo,

bei einem freiwillig GKV-Versicherten zählt die gesamte wirtschaftliche Leistungsfähigkeit, d.h. alle Einkommen können herangezogen werden. Das gilt auch für freiwillig versicherte Rentner und freiwillig versicherte Arbeitnehmer. Bei letzteren allerdings wird der Höchstbeitrag schon vorher erreicht.

Auslandsrenten sind auch für pflichtversicherte Rentner beitragspflichtig.

Viel Glück

Barmer

Kommentar von Mikkey ,

Danke schonmal ...

  1. Bei beitragspflichtiger Beschäftigung also keine Relevanz?
  2. Wie hoch müsste das Einkommen meiner Frau sein, damit daraus ihr Beitrag zur KK berechnet wird und nicht mehr aus meinem halben Gehalt? (Ich hoffe das ist verständlich)
  3. "Auslandsrenten...": Gilt das selbst dann, wenn aus der Grundlage ebendieser Rente bereits eine Krankenversicherung in China hergeleitet wurde? Das System dort unterscheidet sich "ein wenig" von dem hiesigen - Da wir vorhaben, später den überwiegenden Teil des Jahres in China zu leben, braucht meine Frau dort eine Krankenversicherung. Diese wird ihr dort in Zusammenhang mit der Rente für eine Einmalzahlung gewährt. Für Leute, die dort aus dem Erwerbsleben in Rente gehen, ist das kostenlos.
Kommentar von barmer ,

Hallo,

zu 1.) wenn versicherungspflichtige Beschäftigung unter der JAEG gemeint ist: Mieten und andere Erwerbseinkommen sind unschädlich. Solange die Beschäftigung der Hauptberuf ist.

Auslandsrenten nach meiner ersten Einschätzung aber doch, muss ich prüfen.

2.) wenn sie pflichtig ist, reichen die 451 EUR aus einem Midijob als Einkommen. Bei freiwilliger Versicherung muss sie mindestens Ihr halbes Gehalt erreichen, vorher wird immer zusammengezählt.

3.) Ich denke, das interessiert nicht.

Viel Glück

Barmer

Antwort
von LittleArrow, 60

Gerne eine Einzelantwort zu:

Nun gibt es ja diese Frage nach der ausländischen Bankverbindung, die aber laut dem, was ich hier und woanders recherchieren konnte, nicht beantwortet werden braucht, weil es keine Steueroase i.S. §90 AO gebe. Ist das auch korrekt?

Nein. Guck mal in die Anleitung zur Steuererklärung, was dort zu Zeile 108 steht. Es geht in § 90 AO nicht nur um abkommensfreie Länder oder Steueroasen, sondern auch um ganz normale Konten im Ausland ("Unerheblich ist, in welchem Staat das Finanzinstitut ansässig ist"). Für mich wäre das Ankreuzen in Deinem Fall unkritisch.

Kommentar von Mikkey ,

Ich wollte die Frage nicht mit "Ja" beantworten, wenn es keine Rechtsgrundlage gibt, aufgrund der die Beantwortung verlangt werden darf.

Situation, die ich vermeiden will:

  • Finanzamt fragt nach irgendeiner Bescheinigung der Bank
  • ich erkläre mühevoll meiner Frau, was das für eine Bescheinigung sein soll
  • meine Frau erklärt das mühevoll der Bank
  • die Bank erstellt nun so etwas
  • ich schicke das dem Finanzamt
  • Das Finanzamt verlangt eine deutsche Übersetzung
  • ...
Antwort
von EnnoBecker, 52

Hinsichtlich der Steuern kann ich nicht entdecken, wo du ein Problem hast. Du hast doch selbst alles richtig erkannt, inklusive dem Progressiosnvorbehalt.

Kommentar von Mikkey ,

Ich wollte es bzgl. Verständnis nur bestätigt haben - dafür Dankeschön :-)

Antwort
von vulkanismus, 44

Das mit dem DBA hast Du nicht verstanden bzw. den Progressionsvorbehalt vergessen.

Was willst Du hier mit der Mitwirkungspflicht?

Kommentar von Mikkey ,

Progressionsvorbehalt bedeutet doch nicht, dass die betreffenden Einkünfte versteuert werden, sondern, dass sich ggfs. der Steuersatz für die Einkünfte ändert, die der ESt unterliegen.

Um die Frage verständlicher zu formulerien: "Muss die Frage 108 nach der ausländischen Bankverbindung beantwortet werden?"

Kommentar von vulkanismus ,

Was, wo, wie. Was ist Frage 108?

Progressionsvorbehalt bedeutet, dass Du hier mehr Steuer zahlst. Also indirekte Besteuerung der ausl. Einkünfte.

Kommentar von LittleArrow ,

@*vulkanismus: Kennst Du Mantelbogen 2013?

Kommentar von Niklaus ,

Es gibt doch keinen Progressionsvorbehalt mehr für in Deutschland.

Kommentar von EnnoBecker ,
Es gibt doch keinen Progressionsvorbehalt mehr für in Deutschland.

Na hoffentlich liefern sie mir bald ein neues Exemplar des EStG. In meinem alten, was bis Freitag noch galt, war der § 32b noch enthalten.

Ich muss das irgendwie verschlafen haben.

Kommentar von Mikkey ,

Schick mir bitte auch eine Kopie!

Kommentar von EnnoBecker ,

Ich weiß aber, was Niklaus meint.

Ab 2008 (?) durfte der PV bei bestimmten Sachverhalten nicht mehr angewendet werden, weil der EuGH den gekippt hat.

Auf die Mieten beispielsweise trifft das zu, allerdings ist China noch nicht Mitglied der EU. Das nämlich ist weitere Voraussetzung, § 32b (1) Satz 2 EStG.

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