Frage von logologo, 9

Ausbildung, Berufserfahrung und dann doch noch Studium, wie sind Kosten Abzugsfähig

Fallbeschreibung: Tochter hat Ausbildung (industriekauffrau) abgeschlossen und schon ca. 2 Jahre im Beruf gearbeitet und beginnt nun zum Wintersemester ein Studium (Wirtschaftsingineur = Berufsverwand jedoch beim Arbeitgeber gekündigt und in Vollzeit). Angemeldeter Zweitwohnsitz am Studienort, Wohnung in einer WG mit Mietvertrag.

Fragen: 1.) Welche Kosten kann Sie Steuerlich absetzen? (Meiner Meinung nach wöchentliche Fahrtkosten, hin und zurück, Miete, Studienmaterial, Gebühren,...)

2.) Welche Kosten kann ich Steuerlich absetzen? (evtl. Unterstützungszahlung, wenn ja welche Grenzen und wie muß die Zahlung erfolgen (Zahlungsnachweis, Kontoauszug,)

3.) Für 2013 denke ich kann alles soweit geltend gemacht werden da 9 Monate Steuerpflicht bestanden hatte und bezahlt wurde

4.) Wie sieht es für die Jahre 2014,2015 und ggf. 2016 aus, ist da ein Verlußtvortrag möglich und wenn ja wie muß dieser dann belegt und erklärt werden.

Bin gerne bereit weitere Details zu besprechen und/oder Informationen zu geben um eine gute Antwort zu bekommen. einfach Antworten oder Anfragen posten. Sollte die Frage den Rahmen dieses Forums sprengen bitte ich um Vorschläge bzw. Kontaktdaten (Telefon oder e-mail) um anderweitig diese (für mich) gute Frage beantwortet zu bekommen.

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Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von EnnoBecker, 7

Also vorab: Der Beschreibung nach handelt es sich hier nicht um eine Erstausbildung, so dass die Aufwendungen als Werbungskosten abzugsfähig sind.

1)
Alles richtig, zusätzlich in den ersten drei Monaten Verpflegungsmehraufwand. Außerdem alles, was sie absetzen könnte, wenn es sich um ihren Arbeitsplatz handelt würde. Einfach ein wenig kreativ sein und gucken, wo welche Aufwendungen anfallen. Das gilt auch für Dinge, die du ihr bezahlst (wichtig ist nur, dass sie selbst Vertragspartner ist, abgekürzter Zahlungsweg schadet nicht).

2)
Wenn du keinen Anspruch auf Kindergeld hast und sie kein oder nur wenig Einkommen, dann könnte der § 33a (1) EStG dein Freund werden. Dazu gibt es ein schönes BMF-Schreiben aus dem Juni 2010, das herauszusuchen ich im Moment aber zu faul bin.

3)
korrekt

4)
Genauso. Nur dass wegen der fehlenden Einnahmen (ist doch so?) ein negativer "Gesamtbetrag der Einkünfte" entsteht, der dann in die Zukunft vorgetragen wird (oder ein Jahr zurück, sofern es da Auswirkungen hat). Einfach in jedem Jahr die Aufwendungen erklären.

Leider ist es oftmals so, dass der mühsam erarbeitete Verlustvortrag im Nirwana verschwindet, weil er eben auch angesetzt wird, wenn man den Grundfreibetrag nicht überschreitet und sowieso keine Steuern zahlen würde. Die Tochter muss also zusehen, dass sie in dem Jahr, wo sie wieder Einkünfte hat, ordentlich viel verdient, damit sich die ganze Sache auch lohnt.

Kommentar von logologo ,

danke, war sehr hilfreich

eine kleine Nachfrag sei bitte noch gestattet:

wie ist das mit dem Verpflegungsmehraufwand in den ersten 3 monaten? -> muß da ein Nachweis erbracht werden? -> oder genügt ein Pauschalansatz für den 24h Ansatz der Steuerverwaltung

gruß und schönen Tag noch

biba

Kommentar von Mikkey ,

Auch dabei wird das

was sie absetzen könnte, wenn es sich um ihren Arbeitsplatz handelt würde

gelten, deshalb keine Nachweis erforderlich, es gelten die üblichen Pauschalen.

Kommentar von EnnoBecker ,

-> muß da ein Nachweis erbracht werden?

Tatbestandsvoraussetzung für den VMA ist lediglich die Abwesenheit von zu Hause. Also muss auch nur die glaubhaft gemacht werden.

Hier ist jetzt auch das BMF-Schreiben: http://www.bundesfinanzministerium.de/Content/DE/Downloads/BMF_Schreiben/Steuera...

Antwort
von autofreak, 5

na, dann hoffen wir mal, Enno Becker liest diese Frage- der ist nämlich top im Steuerrecht und hilft da sicher weiter...!

Kommentar von EnnoBecker ,

Oje, da habe ich aber anscheinend wirklich einen "Ruf" weg hier, was?

Kommentar von blnsteglitz ,

aber einen guten.....

;-)))))

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