Frage von Phil1728,

Aus der betrieblichen Altersvorsorge in die Selbstständigkeit und damit auch Rürup?

Wenn jemand aus dem Angestellten Verhältnis austritt um selbstständig zu werden, dann kann er ja nicht in der betrieblichen Altersvorsorge bleiben, oder? Was wäre der logische Schritt um diesen Wegfall zu kompensieren? Ist die Rürup Rente eine gute Alternative?

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von Niklaus,

Das ist nicht zwingend erforderlich. Welche Form der Altersvorsorge überhaupt richtig ist wird damit auch nicht beantwortet.

Die wirklich wichtige Frage zur Altersvorsorge sollte lauten:„Welche Altersvorsorge ist für mich optimal“? In Deutschland ist die Altersvorsorge in drei Schichten aufgebaut. Aber Achtung: Weder die optimale Schicht noch die Art der Altersvorsorge kann man pauschal festlegen. Es ist ein großer Unterschied, ob jemand eine Rürup-Rente, eine Riester-Rente, eine betriebliche Altersvorsorge eine privat Rentenversicherung oder einen Fonds-Auszahlungsplan abschließt. Jede der Versorgungsarten hat unterschiedlich hohe Aufwendungen um die gleiche Nettorente zu erzielen. Dies ist abhängig von der Art der Arbeit, selbständig oder angestellt, ob er über oder unter der Beitragsbemessungsgrenze liegt, welchen Familienstand er hat, der Anzahl der Kinder, der Höhe des Einkommensteuersatzes und der Form der Krankenversicherung, gesetzlich freiwillig gesetzlich oder privat.

Alle Versorgungsformen sind sowohl in der Einzahlungsphase wie in der Rentenphase unterschiedlich besteuert. Die größten Auswirkungen entstehen aber ab Beginn der Rentenphase. Die Besteuerung und die Krankenversicherung wirken sich hier enorm aus. Um eine gleiche Nettorente nach Steuern und Krankenversicherung in allen Vorsorgearten zu erzielen, hat man unterschiedlich hohe Aufwendungen für seine Rente. Denn es ist schon ein großer Unterschied, ob ich von dem im Angebot errechneten Betrag noch Steuern und ggf. Krankenversicherung bezahlen muss oder nicht. Deshalb ist es wichtig, dass vor Abschluss jeglicher Altersvorsorge ein qualitativer und quantitativer Schichtenvergleich durchgeführt wird. Erst dann kann man sagen welche Schicht, welche Art der Altersvorsorge optimal ist. Auch Kombinationen können in betracht kommen.

Seit 1.1.2005 gilt das Alterseinkünftegesetz,

  • Schicht 1 Basisversorgung: gesetzliche Rentenversicherung und Basisrente (Rürup-Rente)
  • Schicht 2 Zusatzversorgung: betriebliche Altersvorsorge und Riester-Rente
  • Schicht 3 Kapitalanlagen: Private Renten- bzw. –Kapitallebensversicherungen, Investmentfonds
Antwort
von Kevin1905,

Hier gibt es keine pauschal richtige oder falsche Antwort, da es davon abhängt, welche Art der Selbständigkeit vorliegt und was für ein Typ Mensch der Neu-Selbständige ist. Vielleicht ist Rürup passend, vielleicht sollte er sich auch privat und ungefördert die Altersvorsorge aufbauen.

Einen Ersatz für eine vollumfängliche Beratung beim Versicherungsmakler kann es kaum geben. Ohne Bedarfsanalyse und Schichtenvergleich hat man schnell aufs falsche Pferd gesetzt, rendite- und steuertechnisch.

Antwort
von estiman,

Eine Rürup ist diesem Fall sehr zu empfehlen. Jedenfalls würde ich die Sache sehr behutsam angehen. Spätestens nach den zahlreichen TV-Berichten hat man die harte Realität gesehen: viele fragwürdige, unseriöse Anbieter, die nicht mal richtig beraten. Man hat auch gesehen, dass die großen nicht unbedingt die besten sind. Meine persönliche Erfahrung habe ich mit der Sparkasse gemacht. Man hat dort wenigstens gute Beratung und verschiden Möglichkeiten hier ist mehr zu sehen: http://www.sparkasse.de/privatkunden/altersvorsorge/ Die persönlichen Eindrücke sind natürlich die wichtigsten! Genau so gut könnte aber jemand negative Erfahrungen mit der Sparkasse gemacht haben.

Antwort
von Sobeyda,

Der große Vorteil der Rürup-Rente ist, dass man bis 20.000,- EUR (ledig) bzw. 40.000 EUR (verheiratet) Beitrag jährlich steuerlich geltend machen kann. (Bisher nur anteilig, aber der Anteil wächst jedes Jahr). Dazu schliesst man eine Grundversicherung mit geringem Beitrag ab und macht - je nach Kassenlage - Sonderzahlungen. Damit bleibt man flexibel. Erwähnt werden sollte allerdings, dass die spätere Rente vollständig versteuert werden muss.

Rürup-Rente hat wie alle kapitalgebundenen Rentenversicherungen aber den Nachteil, dass die Rendite ziemlich mau ist. Dafür ist es eine ziemlich sichere Anlage.

Ich würde meine Altersvorsorge aber nicht nur auf der Rürup-Rente aufbauen. Wenn Du jung genug bist, könntest Du z. B. in Fonds anlegen. Am besten lässt Du Dich hier mal von einer fachlich versierten Person (Versicherungsmakler/in o. ä.) beraten, damit eine für Deine Situation gute Lösung gefunden werden kann.

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