Frage von FraRiRa, 182

Aufwendungsersatz und Ehrenamtspauschale

Liebe Community,

in unserem kleinen bayerischen Verein haben wir einen ehrenamtlichen Helfer, der mehrmals wöchentlich mit seinem Auto zum Vereinsheim kommt, um sich dort zu engagieren. Bislang haben wir seine Fahrtkosten über den Ehrenamtsfreibetrag laufen lassen, in 2015 würde er diesen allerdings übersteigen, wenn er weiterhin so fleißig ist :) Er führt einen Einzelnachweis über seine Fahrten- eine entsprechende Erstattung unsererseits müsste er also nicht als Einnahme steuerlich geltend machen, auch wenn sie den Ehrenamtsfreibetrag übersteigt, richtig? Gibt es die Möglichkeit, ihn darüber hinaus (also gleichzeitig) pauschal zu entlohnen im Rahmen der Pauschale?

Bisher hat er pro "Einsatz" 15 Euro pauschal bekommen - seine Fahrtkosten machen davon nur ca. 5 € aus, mit den übrigen zehn wurde sein darüber hinausgehender Aufwand entschädigt.

Über eine kleine Hilfe oder gar eine Quelle zum Nachlesen wäre ich sehr dankbar.

Danke euch und einen schönen Abend!

Antwort
von wfwbinder, 182

Viele Wort, aber das entscheidende finde ich nicht.

Erbekommt, wenn ich es richtig verstehe 10,- Euro pro Einsatz für seine Zeit. Dazu 5 Euro für seine Fahrtkosten.

Also 15 Euro. dafür kann er 160 mal tätig werden, weil die Übungsleiterpauschale § 3 Nr. 26 EStG 2.400,- Euro ausmacht.

Wenn er nun mehr als 160 Einsätze pro Jahr hat, wird ers Steuern zahlen müssen, dann eigene Aufwendungen im Zusammenhang mit der Tätigkeit sind erst abzugsfähig, wenn sie die 2.400,- Euro überschreiten.

Leider schreibst Du nciht , welche Art von Verein es ist.

Der Verein könnte ihm ja, wenn es im Sport wäre, z. B. Trainingsanzug, Sportschuhe usw. stellen.

Kommentar von FraRiRa ,

Hallo,

danke für deine Antwort.

Der Verein ist ein gemeinnütziger im sozialen Sektor, Arbeitsmittel bekommt er gestellt, eine darüber hinausgehende persönliche Ausstattung ist nicht möglich. Ebenfalls kann nicht die Übungsleiterpauschale geltend gemacht werden, da seine Tätigkeit wie oben beschrieben unter die Ehrenamtspauschale gem. § 3 Nr. 26a EStG fällt. Damit hat er nicht einen Freibetrag von 2.400, sondern von 720 €- und das bedeutet, er könnte sich in Zukunft nur noch einmal die Woche engagieren...

Kommentar von wfwbinder ,

Wäre nur die Frage, ob man es nicht irgendwie in die Nr. 26 bekommt.

Antwort
von billy, 148

Die Wege von zu Hause oder der Arbeitsstelle zur Sportstätte und zurück fallen nicht unter die Erstattungsmöglichkeit. Eine solche Erstattung wäre eine Vergütung. Es gibt allerdings eine Lösung: Der Verein kann den Fahrkostenersatz für die einfache Wegstrecke mit 15% pauschal versteuern (§ 40 Abs. 2 EStG). Dann ist die Sache für den Übungsleiter steuerfrei. Der Gesamtbetrag von 4.500 EUR pro Jahr darf aber bei der pauschalen Erstattung nicht überschritten werden. Natürlich können auch gegen Vorlage von Belegen z.B. Telefonkosten, verauslagte Kosten für Büromaterialien, Internet u.ä. ohne Gefährdung der Gemeinnützigkeit und ohne, dass eine Steuerpflicht für den Empfänger entsteht, erstattet werden. http://www.lsb-berlin.net/angebote/verbands-und-vereinsberatung/03-vorstand/aufw...

Kommentar von EnnoBecker ,
pauschal versteuern (§ 40 Abs. 2 EStG)

"Abweichend von Absatz 1 kann der Arbeitgeber die Lohnsteuer mit einem Pauschsteuersatz von 25 Prozent erheben,"

Merkst du was?

Kommentar von billy ,

Hallo Enno, Klär mich bitte auf.

Kommentar von EnnoBecker ,

Der ehrenamtliche Helfer ist kein Arbeitnehmer?

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