Frage von chillaxer, 50

Auftrag vergeben als Kleinunternehmer

Hallo Freunde, ich bin Informatiker vom Beruf und habe Anfang des Jahres ein Kleinunternehmen angemeldet. Habe im Moment 2 Aufträge am Laufen, aber es gibt einen ehemaligen Kommilitonen von mir aus Kolumbien, der ist wieder nach Kolumbien zurückgekehrt und ist dort arbeitslos. Ich möchte ihm aber ein Teil meiner Programme machen lassen und würde ihn auch gerne offiziell dafür zahlen. Wie kann ich das steuerlich regeln?

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Antwort
von expermondo, 5

Hallo chillaxer,

Schau mal bitte hier:
Steuern Beruf

Antwort
von Meandor, 50

Das Du nach deutschem Recht Kleinunternehmer bist, interessiert international gesehen fast Niemanden.

Wenn er für Dich eine Leistung erbringt, ist das eine Leistung von einem Unternehmer an einen Unternehmer. Dafür fällt in Kolumbien (vermutlich) keine Umsatzsteuer an, da der Ort der Leistung nach deutschem Recht in Deutschland liegt. Die Steuerschuldnerschaft geht somit auf Dich über, und Du hast diese Leistung zu versteuern, auch wenn Du Kleinunternehmer bist. Der Vorsteuerabzug bleibt Dir aber versagt.

Die Gretchenfrage zum Schluss. Warum bist Du Kleinunternehmer. Informatiker arbeiten in der Regel für andere Unternehmer und die sind vorsteuerabzugsberechtigt. Ob man die Umsatzsteuer auf die Rechnung schlägt oder nicht, ist denen egal.

Wenn Dein Umsatz unter 17.500 Euro ist, dann verteilt sich das bei einem Informatiker (nach meiner Erfahrung) auf circa 10 Rechnung. Das wären maximal zehn Umsatzsteuervoranmeldungen die man ausfüllen muss und zwei, in denen man nur eine 0 eintragen muss. Ein Informatiker dürfte das mit Elster alleine hinbekommen und Abschluss verwurstet eine Steuerberater, der kostet zwar auch ein bisschen was, dass ist aber weniger, als wenn man einer Umsatzsteuernachschau Umsatzsteuer nachbezahlen muss und immer noch keinen Vorsteuerabzug hat.

Antwort
von EnnoBecker, 38

Wie kann ich das steuerlich regeln?

Welches Problem hast du dabei genau?

Wenn du dich als Unternehmer ausweisen kannst (USt-ID oder ähnliches): Er stellt dir eine Rechnung (wahrscheinlich ohne Umsatzsteuer), du zahlst sie und du zahlst außerdem 19% deutsche Umsatzsteuer an das deutsche Finanzamt und kannst - weil du KU bist - diese Umsatzsteuer nicht als Vorsteuer abziehen.

Wenn du als Halbunternehmer (also wie ein Nichtunternehmer) auftrittst: Er stellt dir eine Rechnung mit kolumbianischer Umsatzsteuer und du bezahlst sie.

Wer hat dir denn geraten, bei einer solchen Konstellation NICHT zur Regelbesteuerung zu optieren? Hast du auch noch mehr Geld zu verbrennen?

Kommentar von chillaxer ,

Wow...danke für die schnelle Antwort. Also es gibt noch gar keinen Problem. Ich wollte erstmals zur Sicherheit fragen. Eigentlich lasse ich von dem schon Teile des Auftrags ausführen, aber ich würde ihn auch gerne offiziell bezahlen. Und ich bin Kleinunternehmer...also verlange ich hier in Deutschland keinen MWSt. Und ich würde ihn mir auch nur Rechnungen ohne MWSt stellen. Kann ich das ohne weiteres beim Finanzamt abgeben?

Und zählst das zu dem 17,500, die ich höchstens als Kleinunternehmer verdienen darf?

Kommentar von EnnoBecker ,

Und ich würde ihn mir auch nur Rechnungen ohne MWSt stellen.

Diesen Satz solltest du vielleicht nochmal umarbeiten. Ich konnte jetzt nicht erkennen, was du meinst.

Und zählst das zu dem 17,500, die ich höchstens als Kleinunternehmer verdienen darf?

Die Frage ist doppelt falsch. Ich zeige dir hier mal einen Tip, den ich zum Thema KU mal verfasst habe: http://www.finanzfrage.net/tipp/kleinunternehmer

Deine konkrete Frage ist da nicht behandelt, aber vielleicht schärft es deine Sinne.

In deinem Fall wärst du ja der Rechnungsempfänger und hast gar keinen Umsatz. Das war das erste Falsche.

Das zweite ist der Punkt, dass die KU-Schaft an der deutschen Grenze endet.

Im Ergebnis würdest du so wie ein Nichtunternehmer mit Umsatzsteuer belastet werden, ohne diese Umsatzsteuer als Vorsteuer abziehen zu können (hier wiederhole ich mich).

Und ob nun kolumbianische USt auf der Rechnung ist, hängt einerseits vom kolumbianischen USt-Recht ab und andererseits davon, wie dein Geschäftspartner damit umgeht.

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