Frage von mLohnsteuer, 412

Aufstockung vom Arbeitsamt möglich?

Hallo, ich bin seit 2015 im Dienstleistungssektor selbständig und es läuft noch nicht so gut. Gibt es eine Möglichkeit, eine fin. Hilfe vom Arbeitsamt in Anspruch zu nehmen )als Aufstocker, wie es ja auch bei Arbeitnehmern möglich ist)?

Antwort vom Anwalt erhalten
Anzeige

Schneller und günstiger Rat zum Arbeitsrecht. Kompetent, von geprüften Rechtsanwälten.

Experten fragen

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von Primus, 395

Ein Erwerbstätiger hat dann Anspruch auf eine Aufstockung mit Hartz IV, wenn er weniger als 1.200 Euro brutto verdient. Dieser Betrag erhöht sich auf 1.500 Euro, wenn man sich um mindestens ein Kind kümmern muss. Wieviel aber am Ende ein Einzelner genau erhält, errechnet sich aus der Höhe des Einkommens und dem Bedarf den er hat.

Was gehört zum Einkommen? Zum Einkommen gehört grundsätzlich alles, was ein Leistungsberechtigter in Geld erhält. Dazu gehört etwa:

•Einnahmen aus Arbeit

•Lohnnachzahlungen

•Weihnachts- und Urlaubsgeld

•Arbeitslosengeld oder Krankengeld

•Steuererstattungen

•Unterhaltsleistungen

•Kindergeld

•Kapital- und Zinserträge

•Einnahmen aus Vermietung und Verpachtung

•Eigenheimzulage

http://www.refrago.de/Aufstocker_Ab_wann_kann_man_mit_Hartz_IV_sein_Gehalt_aufst...

Antwort
von billy, 294

Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer, die durch Aufnahme einer selbständigen, hauptberuflichen Tätigkeit die Arbeitslosigkeit beenden, können zur Sicherung des Lebensunterhalts und zur sozialen Sicherung in der Zeit nach der Existenzgründung einen Gründungszuschuss erhalten. Ein direkter Übergang von einer Beschäftigung in eine geförderte Selbständigkeit ist nicht möglich.

Der Gründungszuschuss

Der Gründungszuschuss ist eine Ermessensleistung der aktiven Arbeitsförderung, auf die kein Rechtsanspruch besteht. Die Förderung der Aufnahme einer selbständigen Tätigkeit soll zu einer möglichst nachhaltigen beruflichen Integration führen. Dabei ist auch die Aufnahmefähigkeit des Arbeitsmarktes zu berücksichtigen und die Frage, ob Stellenangebote vorhanden sind.

Der Gründungszuschuss kann geleistet werden, wenn die Arbeitnehmerin oder der Arbeitnehmer bis zur Aufnahme der selbständigen Tätigkeit einen Anspruch auf Arbeitslosengeld hat, dessen Dauer bei Aufnahme der selbständigen Tätigkeit noch mindestens 150 Tage beträgt und nicht allein auf § 147 Abs. 3 SGB III beruht („kurze“ Anwartschaftszeit). Nähere Informationen zur Anspruchsdauer auf Arbeitslosengeld sind dem Merkblatt 1, Abschnitt 3, zu entnehmen.

http://www.arbeitsagentur.de/web/content/DE/BuergerinnenUndBuerger/ArbeitundBeru...

Antwort
von wfwbinder, 278

Natürlich geht das, so wie bei Arbeitnehmern auch. Es gibt lediglich das Problem, dass man eben keine Gehaltsabrechnung hat und deshlab die Einkünfte anders nachgewiesen werden müssen.

Dafür gibt es die "Anlage EKS" zum Antrag auf ALG II.

Das Problem dabei, der Einkommensbegriff des Jobcenters ist nicht der Einkommensbegriff des Finanzamtes. Bei Telefongebühren ist der Abzug auf 30,- Euro begrenzt. Bewirtung von Geschäftsfreunden kann man nicht abziehen, bzw. sind alle diese Dinge von amtsinternen Anweisungen abhängig.

Das soll aber nur eine kleine Warnung sein und nicht davon abhalten das zu machen.

Antwort
von Carabella, 238

Festzuhalten ist, dass der Alg II-Bezug durch die neue Alg II-V den Menschen, die eine selbstständige Tätigkeit ausüben, noch schwerer gemacht wird, als es in der Vergangenheit schon war.

Die ARGE fordert die Vorlage des Formulars „EKS“ mit weiteren Unterlagen, wie .z.B:

1 Berechnung des Einkommens im Rahmen der Alg II-Berechnung aus dem vorangegangenen Bewilligungszeitraum

2 Nachweise über Einnahmen und Ausgaben der vorangegangen sechs Monate

3 Einnahme-/Überschussrechnung für das vorangegangene Kalenderjahr 4 aktuelle betriebswirtschaftliche Auswertungen (Dienstliche Hinweise der BA zum SGB II Ziff. 11.38) 5 Wird ein Betrieb neu aufgenommen, so ist gegenüber der ARGE eine Prognose abzugeben.

Die ARGE wird aufgrund der Prognose in der Regel zunächst einen vorläufigen Bewilligungsbescheid erlassen und die Unterlagen nach Ablauf des Bewilligungsabschnitts sehr genau prüfen.

Der Antragsteller wird seitens der ARGE mit einer Aufforderung zu rechnen haben, dass er in Zeiten mit höheren Einnahmen Rücklagen bilden muss.

Man sollte sich auf jeden Fall gut informieren und ggf. beraten lassen! Hilfreich kann auch sein, die Durchführungshinweise der Bundesagentur für Arbeit zum SGB II zu lesen.

Antwort
von Jockele, 208

Also zu meiner Zeit ist schon ein paar Jahre her gabe es für 1 Jahr 150 % vom Arbeitslossengel wenn man sich selbständig machte. Es hat sich da schon was geändert aber würde mal beim Arbeirsamt vor sprechen.

Antwort
von TOPWISSENinfo, 183

Kurz gesagt JA, ,es ist möglich. Diese Selbstständigkeit sollte aber mit der Zeit mehr Gewinne abwerfen, denn mit der Zeit wird das JobCenter dich ausquetschen wieso es wohl nicht läuft und weiteres Vorgehen mit dir absprechen. Sollte nichts helfen, wird das JobCenter dich dann auch zwingen (unter Androhung von Leistungskürzungen) deine Selbstständige Tätigkeit zumindest ins Nebenerwerb zu verlegen und dich um eine sozialversicherungspflichtige Tätigkeit zu bemühen. ^^

Kommentar von TOPWISSENinfo ,

PS: Wenn deine Selbstständigkeit bereits jetzt im Nebenerwerb liegt, dann gibt es keine "Aufstockung", das wird dann der vollständige ALG2 Bezug unter Anrechnung der Einkünfte. Da müsstest du dich so oder so um eine Sozialversicherungspflichtige Tätigkeit bemühen.

Antwort
von Tina34, 179

auch als Selbstständiger kannst du Harz 4 beantragen.

Keine passende Antwort gefunden?

Fragen Sie die Community