Frage von hefra47, 115

Auflassungserklärung - Notarkosten

Ich bin dabei, eine mir eigentlich schon gehörende Wohnung aus der Gesellschaft herauszulösen, um über sie verfügen zu können. Eine Kaufpreiszahlung ist nicht erforderlich. Jedoch wird eine Auflassungserklärung vor der Änderung im Grundbuch verlangt. Wie berechnen sich die Notarkosten für diese Auflassungserklärung? Die Wohnung habe ich über einen Kredit finanziert (welcher Faktor des Kredits kan dafür vom Notar angesetzt werden?).

Antwort
von wfwbinder, 91

Die Kosten kannst Du leicht hier:

http://www.notarkostenrechner.com/

ermitteln.

Was mir an Deinem Sachverhalt mehr sorgen macht, sind die Bermerkungen:

Eine Kaufpreiszahlung ist nicht erforderlich.

Die Wohnung habe ich über einen Kredit finanziert

Wohnung aus der Gesellschaft herauszulösen

Wenn etwas aus einer Gesellschaft "herausgelöst" wird, ist es ein Verkauf von der Gesellschaft an den Gesellschafter. oder bei Ausscheiden eventuell der Kaufpreis für die Anteile.

Wert der Übertragung ist der Wert des Grundstücks, soweit nicht ein Sonderfall vorliegt, bei dem das Grundstück in ein anderes BV übernommen wird und deshalb auf die Aufdeckung der stillen Reserven verzichtet werden kann.

Auf jeden Fall könnte in der Sache mehr Brisanz stecken, als nur die Notarkosten.

Kommentar von EnnoBecker ,

Also ich habe überhaupt nicht kapiert, was da passiert. Wieso muss man etwas finanzieren, was man gar nicht bezahlt? Und warum fällt einem dabei nicht auf, dass hier ein Schenkungstatbestand vorliegt? Und wer ist diese Gemeinschaft? Und was bedeutet herausgelöst?

Aber sieh es mal positiv: Hier wird ein Grundstück ausnahmsweise mal nicht "überschrieben".

Kommentar von wfwbinder ,

zumindest sind wir uns einige, dass die Notarkosten vermutlich sein kleinstes Problem sind.

Kauf einfach gegen Restkredit ist schon ein Punkt, der Probleme bereiten kann.

Antwort
von EnnoBecker, 54
Eine Kaufpreiszahlung ist nicht erforderlich. ..... Die Wohnung habe ich über einen Kredit finanziert

Das verstehe ich nicht. War das ein Nullkredit oder was?

Hast du das Grundstück geschenkt bekommen? Und was meinst du mit

eine mir eigentlich schon gehörende Wohnung

Ins Grundbuch trägt man den Eigentümer ein, nicht aber den "eigentlichen" Eigentümer.

Und was hat

aus der Gesellschaft herauszulösen

zu bedeuten? Was für eine Gemeinschaft? Hast mit anderen eine (vermögensverwaltende) GbR und scheidest dort aus? Das würde immerhin die Grunderwerbsteuer mindern.

Warum ist es so schwer, den Sachverhalt so zu schildern, dass man daraus schlau wird?

Kommentar von hefra47 ,

Ich war mit anderen Beteiligten in einer GbR, die diese Wohnungen verwaltet. Nun bin ich nach Fristablauf aus dieser GbR ausgeschieden, um über die Wohnung verfügen und sie evtl. verkaufen zu können. Dafür ist jetzt vor der Änderung im Grundbuch diese sogen. Auflassungserklärung beim Notar notwendig. Bislang habe ich keine Infomationen dazu gefunden, wie sich die Notarkosten für diese Auflassungserklärung berechnen (im notarkostenrechner.com ist "Auflassungserklärung" auch nicht aufgeführt).

Kommentar von EnnoBecker ,

Gut, dann habe ich jetzt zumindest verstanden, was hier passiert ist.

Dennoch bin ich der Ansicht, dass die Notarkosten für die Auflassung eher ein Nebenproblem ist.

Durch dein Ausscheiden aus der GbR - die wohl vermögensverwaltend ist - ist einiges passiert:

In der GbR:
Deine Gesellschaftsanteile sind die anderen beteiligten angewachsen, § 738 BGB. Offenbar stellt das eine Grundstück deinen Abfindungsanspruch dar. Entsprechend der Wertverhältnisse wäre also in der GbR wahrscheinlich ein Step Up durchzuführen. Das sind weitere Anschaffungskosten für die verbleibenden Vermögensgegenstände. Für das abgegebene Grundstück entsteht bei den verbliebenen Gesellschaftern womöglich Einkommensteuer, wenn nämlich das Grundstück nicht länger als 10 Jahr im Besitz der GbR gewesen ist. Sofern einer oder mehrere Beteilgte die GbR-Beteiligung im BV gehalten haben, kommt es auf die 10 Jahre nicht an.

Es entsteht Grunderwerbsteuer, wenn sich nach deinem Ausscheiden und in den letzten fünf Jahren mehr als 95 % der Anteile verändert haben oder wenn nach deinem Ausscheiden die restlichen Grundstücke in einer Hand versammelt sind.

Bei dir:
Das Ausscheiden führt - wiederum entsprechend der Wertverhältnisse - zu einem Gewinn bei dir, der entsprechend zu versteuern ist, sofern die verbliebenen Grundstücke nicht länger als 10 Jahre im Besitz der GbR waren.

Außerdem entsteht Grunderwerbsteuer, allerdings nur anteilig in der Höhe, wie dir das Grundstück vor deinem Ausscheiden nicht zugerechnet wurde. Die Grunderwerbsteuer unterbleibt, wenn die übrigen Mitglieder der GbR beispielsweise dein Ehegatte oder deine Eltern sind.

Umsatzsteuer entsteht nicht.

So ungefähr ist es im Groben. Was detailliert im Einzelnen passiert, müsste man anhand der tatsächlichen Gegebenheiten durchprüfen.

Antwort
von Niklaus, 43

http://www.grundbuch.de/notarkosten.html

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