Frage von mmwinter, 20

Aufenthaltsdauer

Ich bin deutscher Staatsbuerger, lebe in den USA, besitzte eine Wohnung in Deutschland (nicht vermietet). Wieviel Zeit darf ich in Deutschland verbringen um meinen Status als Steuerauslaender in Deutschland nicht zu gefaehrden?

Antwort
von EnnoBecker, 10

Also das mit den 183 Tagen ist Quatsch. Das ist eine Sonderregelung aus vielen Doppelbesteuerungsabkommen, mit der geklärt werden soll, welchem Staat das Besteuerungsrecht bei Lohneinkünften zusteht. Und auch da nur nachrangig.

wfwbinder hat die Norm schon zitiert. Wenn du in Deutschland einen Wohnsitz hast, bist du in Deutschland unbeschränkt steuerpflichtig. Und zwar von dem Tag an, wo du den Wohnsitz in Deutschland begründest bis zu dem Tag, wo du den Wohnsitz aufgibst.

§ 8 AO:
Einen Wohnsitz hat jemand dort, wo er eine Wohnung unter Umständen innehat, die darauf schließen lassen, dass er die Wohnung beibehalten und benutzen wird.

Es kommt also nicht auf die melderechtliche Situation an, sonst stünde das ja da drin.

Du musst also schon erzählen, was du mit der Wohnung machst.

Kommentar von Logan ,

Gilt das auch bei den Amis?!?

Wenn er in USA lebt, dann schlagen die doch auch zu..... Zumindest fällt er doch bei Banken unter den US resident Status o.ä. Und hat seinen Spaß mit seinem Depot.... Oder sehe ich da was falsch......

Frage innerhalb der Frage..... Erlaubt???

LG

L

Kommentar von EnnoBecker ,

Bei den Amis (USA, Kanada) ist das anders. Die sind auf Grund Staatsbügerschaft stets unbeschränkt steuerpflichtig in ihrem Land.

Lebt also der Ami in Deutschland, haben wir stets einen DBA-Fall.

Antwort
von wfwbinder, 12

§ 1 EStG

(1) Natürliche Personen, die im Inland einen Wohnsitz oder ihren gewöhnlichen Aufenthalt haben, sind unbeschränkt einkommensteuerpflichtig.

Die Frage ist also:

Ist diese Wohnung ein Wohnsitz? wenn ja, dann in Deutschland unbeschränkt steuerpflichtig.

wenn nein:

Ist Deutschland, Dein gewöhnlicher Aufenthalt (überwiegend hier in Deutschland Aufenthalt = 183 Tage und mehr), dann gleiche Folge.

Wenn beides "nein," dann nur mit den inländischen Einkünften beschränkt steuerpflichtig.

Kommentar von EnnoBecker ,
Ist Deutschland, Dein gewöhnlicher Aufenthalt (überwiegend hier in Deutschland Aufenthalt = 183 Tage und mehr), dann gleiche Folge.

Nein.

Du hast doch den § 1 (1) Satz 1 schon zitiert. Wo steht da was von 183 Tagen?

Kommentar von wfwbinder ,

Wie erklärst Du einem Menschen denn "gewöhnlichen Aufenthalt?"

Kommentar von EnnoBecker ,

Hier in diesem Fall gar nicht, da sich die Frage nicht stellt.

Ansonsten anhand § 9 AO


Den gewöhnlichen Aufenthalt hat jemand dort, wo er sich unter Umständen aufhält, die erkennen lassen, dass er an diesem Ort oder in diesem Gebiet nicht nur vorübergehend verweilt. Als gewöhnlicher Aufenthalt im Geltungsbereich dieses Gesetzes ist stets und von Beginn an ein zeitlich zusammenhängender Aufenthalt von mehr als sechs Monaten Dauer anzusehen; kurzfristige Unterbrechungen bleiben unberücksichtigt. Satz 2 gilt nicht, wenn der Aufenthalt ausschließlich zu Besuchs-, Erholungs-, Kur- oder ähnlichen privaten Zwecken genommen wird und nicht länger als ein Jahr dauert.


Also, die Indizwirkung wie beim Wohnsitz. Unwiederlegbare Vermutung bei mehr als 6 Monaten Aufenthaltsdauer (nicht 183 Tage). Ferienaufenthalt zählt dabei nicht.

Kommentar von wfwbinder ,

Alles klar 6 Monate, Du hast recht, 01. 01. bis 30.06. sind keine 183 age, und wenn ich nur von 01.07.-31.12. da bin sind es nicht mehr als 6 Monate, aber 184 Tage.

Hattest Du nicht eine kleine Aversion gegen Matheaufgaben? ;- :-)

Ein bisschen frotzeln muss erlaubt sein.

Aber klarer Fall und nicht zu rütteln, 6 Monate sind hundert 183 Tage schließlich ist die Einspruchsfrist ja auch ein Monat und weder 30 Tage, noch vier Wochen.

Dein Argument ist absolut richtig.

Keine passende Antwort gefunden?

Fragen Sie die Community