Frage von vritz, 284

Auf Riesterzulagen verzichten???

Gerade mache ich meine Steuern mit einem Steuerprogramm. Thema Riester. Und ich bin richtig sauer. (2 Verdiener, 2 Kinder ca. 65000 zu versteuerndes Einkommen) .

Meine Steuernachzahlung würde 6 0 0 Euro höher ausfallen, wenn ich KEINE Riester-Angaben zu meinen 2 Kindern machen würde ( bei 2x185 Euro Zulage) . !! Das ist doch der Hammer . Also wenn der Staat mir 370 Euro schenkt, nimmt er sich dafür 600 Euro von meiner Steuerrückzahlung im Gegenzug. Also Zulage wird zum ABZUG!!!

Wäre es nicht sinnvoll gar keine Kinderzulage zu beantragen und die 600 Euro zu kassieren. Zumal die Zulagen doch sowieso fast von den Kosten aufgefressen werden?

Wenn ich für meine Riesterbemühungen finanziell sogar bestraft werde, sollte ich da nicht meine Beiträge in eine Renditeträchtigere Altersvorsorge stecken? Gibt es vielleicht schon Vergleichstabellen, wo ich das mal im Modell sehen kann was am Ende hinten rauskommt?

Was ratet ihr mir. Schnell still-legen? (Es sind 2 klassische Riester-Renten und 2 Fonds-Riester-Renten) .
Wird sich die schlechte Rendite und die Intransparenz der Riester vielleicht in Zukunft verbessern- ist da was in Sicht?

(Wir haben gemeinsam ca 70 000 Euro zu versteuerndes Einkommen. )

Danke, Norbert.

Antwort
von Kevin1905, 284

Die Nachzahlung kommt sicher nicht aufgrund der Riester-Rente zustande, das ist mathematisch nicht möglich. Aber der Steuervorteil ist eben ein über die Zulage hinausgehender. Die Zulage hat Vorrang.

Ein paar Fragen hätte ich an der Stelle aber doch.

  • Warum zum Geier gibt es 4 Verträge mit 4x Kosten statt 2 Verträgen (1 pro Person).
  • Wie sind die Kinderzulagen verteilt?
  • Wie viel Bruttoeinkommen hat jeder von euch?
Kommentar von vritz ,

Korrektur Steuerrückzahlung soll es heissen.

Der Hintergrund war ganz einfach die damalige Skepsis. Wenn die Rendite bei der einen Gesellschaft sich schlecht entwickeln sollte, wollte ich die Verträge stilllegen und mehr in die besseren 2 Verträge einzahlen. Auch habe ich schon mit dem Gedanken gespielt, wenn sich die Verträge der einen Gesellschaft schlecht entwickeln sollten , die Gelder von dort in unsere Baufinanzierung zu stecken, statt nachher nur mickrige 23,76 Euro monatlich zu ernten.

Kommentar von vritz ,

ich habe etwas weniger Einkommen als meine Frau, und zahle auch etwas weniger als meine Frau . Damit unsere Ergebnisse nachher nicht so weit auseinander sind, habe ich ab diesem Jahr die Kinder auf meine Verträge geschrieben. Meine Frau erfüllt nun nicht ganz die 4% und ich übererfülle sie.

Antwort
von LittleArrow, 269

Es gibt im Rahmen der Erstellung des Steuerbescheides eine Günstigerprüfung zwischen Zulagengewährung oder Berücksichtigung der Riestereinzahlung als Sonderausgaben. Maßgeblich wird also Euer persönlicher Grenzsteuersatz sein, der bei einem zvE von € 70.000 bei rund 33,8 % (bei t€ 65 sind es 32,6 %) liegt.

Bei einer Riesterzahlungssumme von € 2000 ist die Steuergutschrift € 676 (= 2000 * 0,338) höher als die erhaltenen Zulagen von € 600. Der Sonderausgabenabzug ist also günstiger als die gewährte Zulage.

Bei Deinem zu versteuernden Einkommen mußt Du Dich noch zwischen zwei Werten entscheiden, aber auch der niedrigere führt zur Vorteilhaftigkeit des Sonderausgabenabzuges.

Deinen Grenzsteuersatz bei bekanntem zvE kannst Du hier schnell ermitteln lassen:

https://www.bmf-steuerrechner.de/ekst/?

Kommentar von vritz ,

schwer zu verstehen. Bedeutet das, wenn ich wenig steuervorteil habe, bekomme ich die Zulagen wirklich geschenkt? Und wenn ich aber mehr Steuervorteil habe als Zulagen da sind, werden mir alle Zulagen, auch meine eigenen wieder vom Steuervorteil abgezogen?

Wäre es, wenn dies so wäre nicht sinnvoll, gar keine Riesterzulagen zu beantragen und nur den Steuervorteil zu nutzen?

Kommentar von LittleArrow ,

bekomme ich die Zulagen wirklich geschenkt?

Die Frage zeugt von Unkenntnis des Riester-Modells. Nein, die Zulagen sind nicht geschenkt, sondern später in der Rentenzahlungsphase steuerpflichtig.

Und wenn ich aber mehr Steuervorteil habe als Zulagen da sind, werden mir alle Zulagen, auch meine eigenen wieder vom Steuervorteil abgezogen?

Die gezahlten Zulagen bleiben auf Deinem Riesterkonto. In der Steuerberechnung wird Dir das höhere Delta (die € 67 = 667 - 600 in meiner Antwort) in der Steuerberechnung erstattet.

Wäre es, wenn dies so wäre nicht sinnvoll, gar keine Riesterzulagen zu beantragen und nur den Steuervorteil zu nutzen?

Nein. In der Steuerrechnung wird stets unterstellt, dass Du die Zulagen beantragt und erhalten hast. Wenn Du die Dir zustehende Zulage nicht beantragst, dann fehlt Dir dieser Betrag auf Deinem Konto.

PS: Aus Risikogründen sind die 4 Verträge schon sinnvoll. Du kannst ja auch die Guthaben auf neue Verträge übertragen. Bei Versicherungsverträgen ist das aber selten sinnvoll wegen der hohen (doppelten) Kostenbelastung.

Kommentar von vritz ,
Steuergutschrift höher als die Gewärte Zulage>

nochmal nachgefragt. Unsere Zulagen mindern unsere Steuererstattung ordentlich? Nämlich fast um die Höhe der Zulagen ? Dann wäre da noch dieses kleine Delta von 67 Euro welches mir dann einen kleinen Steuervorteil bringt? Hätte ich keine Kinder auf meine Verträge geschrieben, würde mein Steuerprogramm mir 600 Euro mehr an Rückzahlung ausrechnen. (Fehler?) Letztes Jahr hat mir das Finanzamt auch fast die gesamten Zulagen nachträglich von der Steuererstattung abgezogen. (da habe ich das Häkchen für die Angaben zu den Kindern nicht gemacht) Für mich bedeutet dies übersetzt : der Staat schenkt euch Zulagen , die er gleich wieder abzieht und später noch ein bisserl versteuert. Tolles Geschäft. Vielleicht bleibt ja auf den Verträgen nach Abzug der enormen Riester-Verwaltungskosten am Ende doch mehr als bei einer gewöhnlichen Rentenversicherung ohne Zulagen? Wenn ich das wüsste...

Kommentar von Kevin1905 ,
der Staat schenkt euch Zulagen

Dies ist aus mehreren Gründen so nicht richtig. Neben dem von LittleArrow angebenen ist es auch so, dass die Zulagen zu allen Riesterverträgen durch Beiträge in die gesetzliche Rentenversicherung finanziert werden und das von allen Versicherten nicht nur von denen die einen Riestervertrag in Anspruch nehmen.

Wie seid ihr veranlagt zur Einkommensteuer? Einzel oder gemeinsam?

Kommentar von LittleArrow ,

Riesterverträge habe nicht nur Nachteile, sondern auch Vorteile. Bei sauberer Glaskugel wüßten wir alle, wie unsere persönliche Situation in - sagen wir - 25 Jahren aussieht. Und natürlich hätten wir alle unsere Ausgaben- und Anlageentscheidungen völlig richtig getroffen. Sehen wir einfach mal davon ab, dass der Staat die relevanten Gesetze noch etwas mehr oder weniger modifiziert.

Bei Deinen Überlegungen hilft Dir dieser Dialog noch weiter:

http://www.test.de/Chat-Riester-Rente-Warum-sich-der-Riester-Vertrag-lohnt-41725...

Kommentar von LittleArrow ,

Und auch diesen Link mit den anhängenden Kommentaren:

http://www.test.de/Riester-Rente-Finanztest-beantwortet-haeufige-Leserfragen-466...

Kommentar von LittleArrow ,
Antwort
von Niklaus, 229

Es kann nicht sein, dass du durch die Riesterrente steuerlich benachteiligt wirst. Du kannst die Beiträge für die Riester-Rente bis max. 2.100 EUR ganz normal in deiner Steuererklärung angeben. Das Finanzamt ist verpflichtet eine Günstigerprüfung für dich zu machen. Es prüft, was günstiger für dich ist, die Zulagen oder eine Steuerermäßigung. Sollte eine Steuerermäßigung herauskommen, bekommst du die Differenz aus Steuerrückzahlung minus Zulagen noch zurückgezahlt.

Antwort
von Sobeyda, 206

Gibt es nun eine Steuernachzahlung oder eine Steuerrückzahlung?

Aber ich verstehe Dein Problem nicht ganz.

Die Beiträge zur Riesterrente kannst Du doch bis zur Höchstgrenze von 2.100 EUR steuermindernd geltend machen. Wenn die Rückzahlung weniger als 370 EUR beträgt, hast Du die Zulagen bekommen. Wenn sie höher ist, bekommst Du die Differenz.

Zulage wird zum Abzug mag ich nicht so ganz glauben. Möglicherweise hast Du noch irgendwo eine Eingabe vergessen.

Kommentar von vritz ,

Sorry der Schreibfehler Rückzahlung solls heissen. Ja , so wie ich es verstanden habe sogar 2x 2100 Euro steuermindernd.

Antwort
von vritz, 191

Fehler.. Steuer-Rückerstattung 600 Euro höher muss es heißen

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