Frage von knut78, 262

Arztrechnung von 2012 in Steuererklärung für 2013

Hallo, ich bin gerade bei der Steuererklärung für das Jahr 2013, und meine Frau hatte 2012 so eine AUgen-OP, die nicht ganzs so billig war. Das macht sich natürlich bei dem Betrag, der bei der Steuererklärung raus kommt ziemlich bemerkbar. Leider haben wir letztes jahr vergessen, diese OP in der Steuererklärung anzugeben. Kann man so eine OP von 2012 dann bei der Steuererklärung 2013 noch angeben, oder ist das dann verjährt?

Danke und Gruß - Knut -

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Antwort
von Gaenseliesel, 252

Hallo Knut,

ich bin keine vom Fach Einkommenssteuer. Ich bin mir aber beinahe sicher, dass dieser Ansatz nicht mehr möglich ist !

Es sei denn, die OP war zwar 2012, die Rechnung wurde aber 2013 gezahlt ! K.

Kommentar von Privatier59 ,

Ich bin mir aber beinahe sicher,

Oh je, das sind die letzten Worte des Pilzsammlers bevor er das Omelett probierte.

Kommentar von Gaenseliesel ,

ein cleverer Pilzsammler sollte deshalb immer einen Vorkoster am Tisch haben....:-))

Nun gut, ich bin mir sicher ! K.

Kommentar von Privatier59 ,

Bei solcher Gelegenheit würde ich dann sagen: Ich mag nur Fußpilze!

Antwort
von Privatier59, 239

Ist die Steuerveranlagung für 2012 denn schon bestandskräftig? Wenn der Betrag in 2012 gezahlt wurde, hätte er auch nur da abgesetzt werden können. In voller Höhe hätte sich das aber ohnehin nicht ausgewirkt. Es gibt bei den außergewöhnlichen Belastungen ja den zumutbaren Eigenanteil:

http://www.gesetze-im-internet.de/estg/__33.html

Kommentar von Mikkey ,

Dabei stellt sich auch die Frage, ob die Augen-OP tatsächlich außérgewöhnliche Belastung war. Warum hat die Krankenversicherung nicht gezahlt? Selbstbeteiligungen sind selten so hoch, dass der zumutbare Eigenanteil erreicht wird.

Wenn es eine nicht erstattungsfähige OP (Lasic?) war, wird sie auch nicht "zwangsläufig" gewesen sein.

Kommentar von Privatier59 ,

Vor etlichen Jahren hat sich meine Mutter -an sich AOK-versichert- mal zu einer Staroperation als Privatpatientin überreden lassen und die hat 5.000 Euro gekostet. Angeblich -so hatte man ihr gesagt- sei diese Art der Behandlung keine Kassenleistung. Allerdings fielen die dann in den zumutbaren Eigenanteil.

Kommentar von Mikkey ,

Da hatte sie ja noch die Wahl, ob sie die Kosten als Krankheitskosten oder als Betrugsopfer geltend machte.

Kommentar von Privatier59 ,

Dann müßte die AOK aber in den Täterkreis einbezogen werden. Die hatte nämlich Kostenübernahme abgelehnt.

Kommentar von EnnoBecker ,

@Mikkey

Diese Art Einschätzung war zwar nicht gefragt, ist aber gleichwohl ein interessanter Aspekt der Sache. Nämlich die Frage, ob die Sorgen von Knut den Aufwand wert sind.

Nun weiß ich nicht, wofür die 78 steht. Wenn es das Geburtsjahr ist, ist die Augen-OP der Frau eher ungewöhnlich, gleichwohl aber um so nötiger. Ist es sein Alter oder die Anzahl seiner Enkel, ist die OP durchaus nachvollziehbar und im Rahmen vom KK-Leistungen erst recht.

Hin wie her - bei mir kam dieser Gedanke nicht auf.

Antwort
von EnnoBecker, 149

Kann man so eine OP von 2012 dann bei der Steuererklärung 2013 noch angeben

Wenn sie 2013 bezahlt wurde, gehört sie in die 2013er Steuererklärung. Es wird immer auf das Jahr des Geldflusses abgestellt.

oder ist das dann verjährt?

Nun vermute ich, dass die Rechnung auch 2012 gezahlt wurde. "Verjährt" ist kein Begriff, der hier anwendbar wäre. Die Aufwendungen gehören nach 2012 - und es muss geprüft werden, ob der 2012er Bescheid noch geändert werden kann. Dies geschieht mehrstufig, wobei jede Stufe weniger Aussicht auf Erfolg bedeutet.

  1. Der Bescheid ist noch nicht so alt und man befindet sich noch in der einmonatige Einspruchsfrist. In diesem Fall legt man Einspruch ein oder beantragt die schlichte Änderung und bringt die Aufwendungen zum Ansatz. Das geschieht formlos, aber schriftlich.
  2. Der Bescheid ist älter als ein Monat, es läuft aber wegen einer anderen Sache bereits ein Einspruch (schlichte Änderung reicht da nicht mehr). Dann einfach die entsprechenden Angaben hinterherschieben.
  3. Der Bescheid ist älter als ein Monat, ein Einspruch läuft nicht, aber der Bescheid steht unter dem Vorbehalt der Nachprüfung. Dann Änderung nach § 164 AO beantragen, Angaben hintrherschieben.
  4. Der Vorbehalt der Nachprüfung besteht nicht, aber die entsprechenden Tatbestände sind vorläufig festgesetzt. Die Vorläufigkeitsvermerke stehen im Erläuterungsteil des Bescheides. Antrag auf Änderung nach § 165 AO stellen und dabei hoffen, dass dieser Umstand vom Vorläufigkeistvermerk erfasst ist.
  5. Nummer 4 schlägt fehl. Nun ist noch ein letzter Kunstgriff denkbar,nämlich die Änderung nach § 173 (1) Nr. 2 AO (neue Tatsache - wobei es sich eigentlich um eine alste tatsache handelt, die dem FA aber nicht bekannt war). Das funktioniert nur, wenn den Steurpflichtigen kein grobes Verschulden triftt. "Vergessen" oder "kein Steuerberater" reichen da nicht aus, da jeder die Option hat, sich von einem Steuerberater unterstützen zu lassen und auch im Formular nach diesen Angaben gefragt wird. Hier muss stärkeres Geschütz aufgefahren werden. Ohne Steuerberater ist die Chance ohne Mikroskop nicht zu sehen und mit Steuerberater ist sie doppelt so groß, aber eine Lupe braucht man auch.
  6. Pech. Schlägt auch das fehl, ist der Rechtsfrieden höher zu werten als ein persönliches Einzelschicksal.

Zwischen 4. und 5. gibt es noch etwas, was sich Wiedereinsetzung in den vorigen Stand (§ 110 AO) nennt. Dieses As zieht man, wenn man aus nicht vermeidbaren Gründen (Frau konnte gar nichts sehen und der Vorleser war Klingone) gehindert war, rechtzeitig Einspruch einzulegen. Dies dürfte in etlichen Fällen beispielsweise die Hochwasseropfer betreffen, die verhindert waren, sich um ihre Rechtsansprüche zu kümmern.

Nun kannst du einschätzen, wie hoch eure Chancen sind.

Der Vollständigkeit halber sei bemerkt, dass die Wiedereinsetzung bei euch nicht greifen dürfte, da im Fall einer Zusammenveranlagung zwar die Einkünfte getrennt ermittel werden, aber ab da die Eheleute wie ein (1) Steuerpflichtiger behandelt werden. Wenn also auch die Frau nicht gucken konnte, so konntest du es.

Der letzte Trick, nämlich der dreiste Ansatz in 2013 und das Hoffen, dass das Finanzamt das durchwinkt, steht zwar nicht auf der Liste und ich würde sowas auch nie raten, aber ich hab schon gehört, dass sowas mal geklappt hat.

Kommentar von Privatier59 ,

Meine Güte. Bei Dir gabs heute Buchstabensuppe, nicht wahr?

Kommentar von EnnoBecker ,

Wat mutt, dat mutt.

Ich habe auch gleich noch n Tip draus geschnitzt.

Kommentar von alfalfa ,

Respekt: Hoeneß hätte Dich beauftragen sollen! Also wirklich, eins mit Stern! (Vergebe ich aufgrund meiner Arroganz nur selten!) doch hier gehört er hin - fieses Brain! ;-) Imponiert mir!

Kommentar von vulkanismus ,

Wären nur Lehrbücher so geschrieben !!

Kommentar von Gaenseliesel ,

ach ne ????

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