Frage von TaRi1978, 13

Arbeitsrecht und Dienste

Habe am 2.01. fristgerecht zum 31.1. gekündigt. Habe noch Urlaub und Überstunden das es ab dato 4.1. reicht mein Std.-Soll bis zur Kündigung voll zu haben. Mein Arbeitgeber hat kein Ersatz für mich und verlangt das ich bis 31.1. meine Dienste abdecke. Für mich würde das heißen das Urlaub und Überstd ausbezahlt werden müssten was sich für mich nicht rechnen würde. Kann ich mich weigern Dienste abzudecken Arbeitgeber weiss schon lange das Personalmangel herrscht .

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Antwort
von Mikkey, 11

Wenn "Std-Soll" nichtgenommener Urlaub sind, kann nach Deiner Schilderung Deine Weiterarbeit nicht verlangt werden (IMO). Überstunden können jedoch als solche vergütet werden.

Natürlich mag es ein Tarifvertrag anders vorschreiben.

Antwort
von Primus, 9

Grundsätzlich muss der Urlaub im laufenden Kalenderjahr gewährt und auch genommen werden. Der Arbeitgeber kann nur dann den nicht genommenen Urlaub ausbezahlen, wenn Du diesen wegen Beendigung des Arbeitsverhältnisses nicht mehr nehmen kannst.

Da für Dich von der Zeit her die Möglichkeit besteht, den Urlaub zu nehmen, kann der Arbeitgeber Dich höchstens bitten, eine Barabgeltung vornehmen zu dürfen.

Bei den Überstunden sieht es allerdings so aus, dass sie im Normalfall immer bezahlt werden und der Arbeitgeber entscheidet, ob diese auch durch Freizeit abgegolten werden können.

Antwort
von wfwbinder, 13

Wenn Du am 02. 01. fristgemäß kündigst, ist das eine Sache.

Ab dem nächsten Arbeitstag den Urlaub nehmen und nicht mehr zu erscheinen, ist was anderes.

Urlaub darf man nicht zur Unzeit nehmen, sondern nur nach Absprache. Von einem Tag zum anderen einfach nicht kommen ist zur Unzeit.

DEn Anspruch auf eine Abgeltung des Urlaubs hast Du natürlich. Warum sich das nicht rentiert ist mir unklar, denn es ist ja praktisch ein Monatsgehalt. Dann würde sich ja auch die Arbeit nicht rechnen.

Eines ist klar, gehst Du am Montag nciht zur Arbeit, lieferst Du einen Grund für eine fristlose Kündigung. Das könnte eventuell sogar Schadenersatzansprüche auslösen.

Kommentar von Mikkey ,

Ausgezahlter Urlaub "rechnet" sich nach der üblicherweise benutzten Methode nicht, weil der AN dabei um den "weiteren" Urlaubsanspruch betrogen wird.

Beispiel: 250 Arbeitstage, 25 Tage nicht genommener Urlaub. Was wird üblicherweise gezahlt - 10% des Jahresgehalt wenn nicht sogar nur 12/10 eines Monatsgehalts.

Tatsächlich wurde aber bereits ein neuntel Jahr mehr als normal gearbeitet, dem AN stünden also 11,1% des Jahresgehalrs zu.

Gemeint ist hier aber wohl die Steuerprogression, die bei einem verdoppelten Gehalt zuschlägt. Das nächste Jahr, in dem man etwas zurückbekommt, ist fern ;)

Kommentar von wfwbinder ,
wenn nicht sogar nur 12/10 eines Monatsgehalts.

Monatsgehalt 2.000,- = Jahresgehalt 24.000,-

10 % davon 2.400,-

12/10 vom Monatsgehalt = 2.400,-

Aber natürlich muss nicht nur der Urlaubsanspruch gezahlt werden, der für das alte Jahr offen ist, sondern auch 1/12 des Urlaubsanspruchs 2015 , also ggf. 2 weitere Tage.

Kommentar von Mikkey ,

Monatsgehalt 2000 kann auch 26 000 Jahresgehalt sein oder sogar 28 000, das wird beim Urlaubauszahlen gern vergessen.

Die zwei weiteren Tage stehen dem AN ohnehin zu, auch hier wären es nicht zwei, sondern 2,1 Tage.

Antwort
von Tina34, 9

wenn es aus betrieblichen Belangen notwendig ist kann der Arbeitgeber das verwehren. Du kannst natürlich per Eilverfahren vor dem Arbeitsgericht das klären lassen. Du kannst natürlich auch "krank" sein weil du den Streß nicht abkannst oder du gehst arbeiten.

Das sind die Alternativen.

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