Frage von Bucanero, 8

Arbeitsrecht-Kündigung

Nach 17 Jahren wird einem angestellten Arbeitnehmer gekündigt. Der Arbeitgeber datiert Kündigung 3 Monate zurück. Kündigungsfrist 6 Monate. Der Arbeitnehmer schaltet einen Anwalt ein. 5Tage nach Übergabe der vom Arbeitgeber unterschriebenen Kündigung meldet sich dieser beim Anwalt des Arbeitnehmers und sagt, er nehme die Kündigung zurück. Der Arbeitnehmer ist psychisch nicht in der Lage unter diesen Verhältnissen seine Arbeit ordentlich weiterzuführen. Komisch ist auch, das der Anwalt des Arbeitnehmers ( bei dem ersten Gespräch noch Dollarzeichen in den Augen ) jetzt sagt "da können wir nichts machen". Dem Arbeitnehmer habe ich geraten den Anwalt zu wechseln. Die Kündigung halte ich für rechtswidrig und eine einseitige Rücknahme für nicht möglich.

Euer Rat ist gefragt.

Antwort
von williamsson, 5

Die Rücknahme einer Kündigung durch den Beklagten geht in Ordnung. War ja auch das Ziel der Klage. Da hat der Anwalt alles richtig gemacht. Jetzt Klage auf Mobbing einzureichen, kann erfolgversprechend sein, geht aber aus den gemachten Angaben nicht hervor. Der AN müsste also kündigen, weil das Arbeitsverhältnis durch den AG schuldhaft zerrüttet wurde. Nicht einfach, aber mit ´nem guten Anwalt und Fakten. #Wie wär´s mit einem Gütetermin?

Kommentar von gammoncrack ,

Scheinbar ist es mit er Rücknahme der Kündigung nicht getan. Man muss wohl tatsächlich vor das Arbeitsgericht und sich ein Urteil holen. Siehe den Link in meinem Kommentar.

Ich wollte erst, sinngemäß, genau so antworten wie Du.

Antwort
von qtbasket, 6

Alles nicht Arbeitsrecht !!!

Zunächst die Kündigung nach 17 Jahren war vermutlich rechtswidrig, weil entweder die Kündigungsfrist oder vermutlich auch der Kündigungsgrund arbeitsrechtlich nicht haltbar waren. Aber Genaues kennt man hier nicht. Das wusste natürlich der Arbeitgeber sehr genau, und hat deshalb die Kündigung zurück nehmen müssen. Insofern hat der Anwalt des Gekündigten alles richtig gemacht.

Ziel des eines solchen arbeitsrechtlichen Rechtsstreites ist in diesen Fällen immer die Rücknahme der Kündigung und die Fortsetzung des Arbeitsvertrages !!!

So nun möchte aber der Arbeitnehmer nach dem erledigten !!! Rechtsstreit nicht mehr in diesem Betrieb mit diesem Chef arbeiten. Das ist verständlich, aber rechtlich gesehen ein völlig andere Ausgangslage.

Nun muss der Arbeitnehmer die ordentliche Kündigung aussprechen, eventuell sogar mit dem Vorwurf des Mobbings durch den Arbeitgeber - aber einfach ist das nicht.


  • Dem Arbeitnehmer habe ich geraten den Anwalt zu wechseln. Die Kündigung halte ich für rechtswidrig und eine einseitige Rücknahme für nicht möglich.

Leider arbeitsrechtlich nicht zutreffend und auch keine gute Idee. Der Anwalt scheint eigentlich ganz gut zu sein, vielleicht schafft er es sogar, das Mobbing durch den Arbeitgeber nachzuweisen.

Kommentar von gammoncrack ,

Leider arbeitsrechtlich nicht zutreffend und auch keine gute Idee.

Das scheint wohl doch zutreffend zu sein.

Kommentar von qtbasket ,

@gammoncrack:

Danke für deine Belehrungen - nur vermutlich habe ich von Arbeitsrecht doch etwas mehr Wissen.

Kommentar von gammoncrack ,

Ich will Dich nicht belehren. Ich schreibe ganz bewusst "es scheint". Und es scheint mir noch immer so zu sein.

Danke für die Belehrung!

Antwort
von gammoncrack, 5

Ich wollte erst schreiben, dass er doch genau das erreicht hat, was er wollte: Eben eine Kündigungsrücknahme.

Aber so einfach ist das tatsächlich nicht. Hier wird das einmal sehr genau erklärt:

http://www.hensche.de/Muenchen_Kuendigungsschutzklage_LAG_Muenchen_Kuendigungssc...

Mir sieht das sehr danach aus, als wenn der Anwalt hier schlecht beraten hat.

Antwort
von EnnoBecker, 4
Euer Rat ist gefragt.

Dollarzeichen im Auge sind ja für sich genommen nichts Schlimmes - man kann niemandem vorwerfen, mit dem, was er kann, Geld verdienen zu wollen.

Die Verhältnisse müssen aber stimmen, nämlich die zwischen Leistung und Gegenleistung. Einen Mitternachtsanwalt würde ich daher tatsächlich umgehend allein lassen.

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