Frage von Larkolas, 212

Arbeitslosengeld statt Rente - wa spricht dagegen?

Hallo,

ich habe gerade mal interessehalber geschaut: ein 63-jähriger erhält 2 Jahre lang ALG1. Folglich wäre es doch wesentlich schlauer, sich arbeitslos zu melden anstatt zwei Jahre früher in Rente zu gehen mit Abschlägen? Bei ALG1 muss man ja auch keine Jobs vom Arbeitsamt annehmen usw.

Habe ich da einen Gedankenfehler?

Danke!

Antwort
von Primus, 202

Berechnet wird das Arbeitslosengeld nach dem Durchschnittseinkommen der vergangenen zwölf Monate, in das auch Weihnachts- und Urlaubsgeld sowie andere Einmalzahlungen einfließen. Aus dieser Summe wird ein Bemessungsentgelt pro Tag ermittelt, das – nach Abzug von Lohnsteuer, Solidaritätszuschlag und einem pauschalen Sozialversicherungsbeitrag von 21 Prozent – das Leistungsentgelt pro Tag ergibt. Von diesem Leistungssatz erhält der Arbeitslose 60 %.

Diese 60 % erhält der 63 jährige dann 2 Jahre lang und auch die Rentenversicherungsbeitrage, die für diese Zeit weitergezahlt werden, sorgen für eine Absenkung der Rente.

Nun rechne mal, ob sich der Entschluss zur Arbeitslosigkeit noch lohnt.

Kommentar von Larkolas ,

Hmm also 60% wären oft immer noch mehr als die Rente (dazu noch mit 7,2% Abschlag), daher kann sich das durchaus lohnen mit dem ALG1, denke ich.

Kommentar von Primus ,

Na dann - nur zu ;-))

Aber bitte bedenken: nach §121 SGBIII gilt folgendes:

Vom siebten Monat der Arbeitslosigkeit an ist dem Arbeitslosen eine Beschäftigung nur dann nicht zumutbar, wenn das daraus erzielbare Nettoeinkommen unter Berücksichtigung der mit der Beschäftigung zusammenhängenden Aufwendungen niedriger ist als das Arbeitslosengeld.

Kommentar von Larkolas ,

Okay, danke. Auch wenn man sich mit Ü60 und extra schlechten Bewerbungen wohl keine Sorgen machen muss, dann man da noch genommen wird.^^

Kommentar von Primus ,

Viel Glück ;-)

Antwort
von blackleather, 198
Habe ich da einen Gedankenfehler?

Gedankenfehler nicht. Denselben Gedanken hatte nämlich auch die Gesetzgeberin, und der gefiehl ihr gar nicht. Deshalb hat sie sich - speziell für HartzIVer - den § 12a SGB II ausgedacht, der besagt, dass Leistungsberechtigte vorrangig die Sozialleistungen anderer Leistungsträger (als der Agentur für Arbeit) in Anspruch zu nehmen und zu beantragen haben. Und wenn sie solche Anträge nicht stellen, kann die Arbeitsagentur das für sie erledigen (§ 5 Abs. 3 SGB II).

Kommentar von Larkolas ,

Genau in dem Paragraph steht aber auch, dass man vor 63 das nicht zu tun braucht...

Kommentar von blackleather ,

Stimmt. Aber gefragt war ja nach einem 63jährigen, nicht nach jemand, der noch nicht 63 ist.

Antwort
von Rentenfrau, 178

Hallo Larkolas, der 63jährige in Deinem Beispiel erhält nur Alg I wenn er natürlich auch vorher mind. 1 Jahr versicherungspflichtig beschäftigt war. Er kann aber nicht einfach Jobs vom Arbeitsamt ablehnen, wenn er ein Arbeitsangebot bekommt (und der Arbeitsmarkt im mom. günstig) muß er sich auch bewerben, tut er es nicht, droht eine Sperrzeit UND nur Alg I beziehen zu wollen, bis man die Rente ohne Kürzung bekommt, ist KEIN wichtiger Grund sich nicht auf eine Arbeitsstelle zu bewerben. Vielleicht hat der Mensch um den es hier geht 45 Beitragsjahre, dann sollte er verfolgen, was die neue Koaltiion macht, die wollten die abschlagsfreie Rente mit 63 J einführen. Die 58er Regelung, die Du vielleicht meinst, ist schon jahrelang abgeschafft.

Kommentar von blnsteglitz ,

die wollten die abschlagsfreie Rente mit 63 J einführen.

Grübel - weißt du schon mehr? ;-))))

Die wollen (ohne t) ........

Kommentar von Primus ,

Du bist ja blitzgescheid, worauf Du alles achtest ;-)))

Kommentar von Rentenfrau ,

ich hab das einem Kommentar von H. Gabriel entnommen, sie wollten die abschlagsfreie Rente mit 63 J. wieder einführen, jedenfalls mom, später -im Hinblick auf Rente 67- soll das abschlagsfreie Rentenalter doch auf 65 J gehen doch da haben wir eigentlich schon die Altersrente für besonders langjährig Versicherte, bei 45 Arbeitsjahren, das haben die wohl beim Vertrag machen übersehen :-)

Antwort
von Snooopy155, 155

Du hast einige gravierende Denkfehler!

  • Es ist nicht ausreichend sich arbeitslos zu melden, nur wer sich arbeitssuchend meldet bekommt ALG 1.

  • Wer sich arbeitssuchend meldet, muß auch Jobs annehmen, sonst riskiert er Sperren.

  • Hat eine Vermittlung kaum Aussicht auf Erfolg, kann das Arbeitsamt auch auf Verrentung bestehen.

Kommentar von Larkolas ,

Man MUSS Jobs bei ALG1 annehmen? Sicher?

Kommentar von Candlejack ,

Ja, Du bist arbeitssuchend, die schlagen Dir Jobs vor (oder auch nicht). Lehnst Du Jobs aus nicht nachvollziehbaren Gründen einfach ab, giltst Du weder als willig noch als bedürftig und es gibt Sanktionen. Hab ich bei Kunden schon einige Male erlebt.

Antwort
von blnsteglitz, 139

§ 136 SGB III könnte in Betracht kommen

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