Frage von flower1957, 205

arbeitslos und plötzlich schwanger - was sind die rechtlichen Folgen?

Meine Tochter hatte einen befristeten Arbeitsvertrag, der zum 30.06. ausgelaufen ist. Sie wurde seit Anfang Juni bis auf weiteres wg. familiärer Todesfälle arbeitsunfähig geschrieben, also über das Vertragsende hinaus. Momentan bekommt sie Geld von der Krankenkasse. Nun will sie sich wieder gesund schreiben lassen und eine neue Stelle suchen. Dazu möchte sie sich jetzt beim Arbeitsamt melden, die vorab schon über den Vertragsauslauf informiert waren. Fristen wurden hier also eingehalten. Nun ist das Problem, dass sie voraussichtlich unerwartet schwanger ist, wie ein Besuch und Test beim Arzt ergeben hat. Eine 100%ige Bestätigung durch den Arzt wird in ca. 14 Tagen erfolgen, wenn die Schwangerschaft auf dem Ultraschall sichtbar ist. Meine Frage: Muss sie bei ihrer Vorstellung am Arbeitsamt dieses angeben? Ich habe gelesen, dass einige Ämter dann nicht mehr zahlen, weil sie schwer vermittelbar wäre. In ihrem gelernten Beruf als Rettungsassistentin wird sie sicherlich nicht mehr arbeiten dürfen, zuletzt war sie im Krankenhaus beschäftigt. Auch dort wird es wohl kritisch werden.

Antwort
von Primus, 204

Solange die Schwangerschaft nicht offiziell bestätigt ist, braucht Deine Tochter sie nicht angeben.

Hat sie den Bewilligungsbescheid in den Händen und bekommt den MÜtterpass, so kann sie ihn beim Amt vorlegen.

Eine Schwangerschaft bedeutet nicht, arbeitsunfähig zu sein. Eine Arbeitsvermittlung erfolgt nur im Rahmen ihrer Möglichkeiten und man kann davon ausgehen, dass kein Arbeitgeber eine nachweislich Schwangere einstellt.

Aber darüber soll Deine Tochter sich nicht den Kopf zerbrechen, denn solange sie nur vermittelbar bleibt, läuft auch das Arbeitslosengeld:

Antwort
von Rentenfrau, 166

Hallo flower1957, erst mal Gratulation zur Oma-Werdung. Schwangerschaft ist keine Krankheit, sobald die aktuelle Arbeitsunfähigkeit ausgelaufen ist, sollte sich Deine Tochter sofort bei der Arbeitsagentur arbeitslos melden und einen Antrag auf Arbeitslosengeld I stellen, dieses kann sie bekommen, wenn sie zuvor mindestens ein Jahr lang Beiträge zur Arbeitslosenversicherung gezahlt hat. Ich würde ihr raten, von der Schwangerschaft Bescheid zu geben und auch vom Arzt ein Attest mibringen, ob sie die Tätigkeit als Rettungsassistentin bzw. im Krankenhaus noch machen kann (evtl. nicht, falls die Tätigkeit so anstrengend ist, daß sie das werdende Kind gefährdet). Aber sie bekommt natürlich trotzdem Arbeitslosengeld I, denn es gibt viele Tätigkeiten, die eine werdende Mutter machen kann, die meisten Schwangeren arbeiten bis zum Beginn der Mutterschutzfrist, nur Tätigkeiten, die das Wohl des Kindes gefährden, sind verboten.

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