Frage von missesgates, 51

Arbeitsagentur – muss ich jeden Job annehmen?

Hallo zusammen,

ich bin seit dem 1. Oktober 2016 arbeitslos. Ich habe Soziale Arbeit studiert und suche nun in diesem Bereich wieder einen Job. Ggf. habe ich nun die Option eines Jobs, welcher jedoch nur bis April 2017 befristet ist. Da ich aber gerne einen langfristigen Job haben möchte und nicht wieder nach Arbeit suchen will, bin ich mir unsicher, ob ich den Job wirklich annehmen soll. Darüber hinaus frage ich mich, ob ich, sollte der Job dann tatsächlich auslaufen, weiterhin ALG I beziehen würde?

Nun meine Fragen: Meine Fallmanagerin meinte, ich bin dazu verpflichtet den Job anzunehmen, weil er meiner fachl. Qualifikation entspricht (mir persönlich sagt das Jobprofil allerdings nur bedingt zu und nach Tarif würde ich auch nicht bezahlt werden). Muss ich den Job nun wirklich annehmen? Ich bin doch nicht mal einen Monat arbeitslos und nun will sie mich in etwas drängen, was ich eigentlich nicht will, kann sie das :(?

Würde ich wieder ALG I bekommen, wenn der Job ausläuft?

Ich danke euch für die Hilfe.

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Antwort
von lohepudel, 30

Leider stehen der Arbeitsagentur in diesem Fall tatsächlich große Befugnisse zu und so kann es passieren, dass man in ein solch ungünstiges Arbeitsverhältnis in unserer Arbeits-Diktatur gezwungen wird. Gleichzeitig kenne ich persönlich etliche Fälle von gesunden, arbeitsfähigen Harz4-Empfängern, welchen das Geld gegeben wird ohne Sanktionen im Falle einer Nichtbewerbung auszuführen.

Ich würde trotzdem beim Arbeitsamt nach der Möglichkeit einer geförderten Weiterbildung fragen. Vielleicht wird auch ein guter Fernkurs bezahlt, um die Zeit des befristeten Jobs für eine sinnvolle Fortbildung zu nutzen.

Kommentar von missesgates ,

Danke für deine Antwort. Eine Weiterbildung will ich ja gar nicht. Ich habe zwei abgeschlossene Studiengänge. Damit bin ich tendenziell schon zufrieden. Was ich allerdings möchte, ist einen Job mit Perspektive und nichts, was nach sechs Monaten wieder ausläuft :(. Ich finde das so frustierend. Ich bin nicht mal einen Monat arbeitslos und schon wird man zu etwas gezwungen, was man nicht möchte. Wahnsinn!

Kommentar von TopJob ,

Ich kann mir vorstellen, wie frustrierend dies für dich ist. Aber dies heißt ja nicht, dass du an einen Job gefesselt bist, den du nicht unbedingt als deinen Traumjob ansiehst. Bewirb dich doch einfach in der Zeit weiter. Solltest du kurzfristig eine andere Anstellung finden, kannst du deinen 6-monats-Job doch einfach wieder kündigen. In der Regel doch auch sehr kurzfristig, wenn eine Probezeit vereinbart wird.

Im Grund klingt es in einer Bewerbung auch immer positiver, wenn man sich aus einer Anstellung bewirbt, als aus der Arbeitslosigkeit heraus.

Kommentar von lohepudel ,

Das Thema Weiterbildung wird dich bis zum Ende deines Berufslebens verfolgen. Nutze daher trotz Studium jede Möglichkeit dazu. Industrie 4.0 und andere Ereignisse werden immer mehr Menschen dazu zwingen. Heute studiert jeder zweite Akademikerschwemme), gleichzeitig werden immer mehr Jobs der Digitalisierung geopfert. Ein Pulverfass dem nur durch ständige Fortbildung zu entkommen ist. Den angeblichen Fachkräftemangel gibt es so nicht.

Antwort
von TopJob, 37

Also deine Ansprüche bezüglich des ALG I verfallen nicht, sondern laufen nach einem eventuellen Ende des Jobs weiter. Es erfolgt jedoch ggf. eine Neuberechnung der Höhe, wenn sich dein Gehalt verändert.

Deine Begründung, dass der Job ja nur rund ein halbes Jahr läuft wird man wohl nicht akzeptieren.

Bei der Bezahlung sieht es so aus, dass dir zumutbar ist, dass du innerhalb der ersten drei Monate einen Job annimmst, der maximal 20 Prozent dir weniger einbringt, als der Job vor der Arbeitslosigkeit.

Ein paar weitere Informationen findest du z. B. hier:

http://www.alkv-loeb-zit.de/docu/info4.pdf

 

 

Kommentar von missesgates ,

Danke für deine Antwort. Also muss ich tatsächlich einen Job annehmen, den ich nicht will und der auch nur ein halbes Jahr läuft. Wie frustrierend :(.

Kommentar von Juergen010 ,

Willkommen im realen Leben ..;-(

Hoffentlich erinnerst Du dich an diese unschöne, das Recht auf persönliche Entfaltung beschneidende Begebenheit, wenn Du das nächste Mal zur Wahl gehst.

Zwei abgeschlossene Studiengänge um dann in einen untertariflich bezahlten Halbjahresjob genötigt zu werden, ist frustrierend.

Wenn Du dich ein bisschen mit der Thematik beschäftigst, wirst Du schnell feststellen, dass von diesen erzwungenen Lebensumständen mittlerweile Millionen deutscher Arbeitnehmer betroffen sind.

Ein Hoch auf unsere lobbygesteuerte, lebensferne, alternativlose (wer´s glaubt) Arbeitsmarktpolitik.

Aber immerhin tangiert der Job ja zumindest deinem Berufsbereich.

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