Frage von Nachtigall,

Arbeitnehmer haben doch Anspruch auf betriebliche Altersvorsorge, Beamte nicht?

Es heiß, Arbeitnehmer hätten einen Anspruch auf betriebliche Altersvorsorge. Warum sind Beamte da nicht mit dabei? Freundin wollte erst bei ihrem kommunalen Arbeitgeber dies beantragen und wurde wieder geschickt.

Hilfreichste Antwort von LittleArrow,
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Da geht es beim "Heißen" kräftig durcheinander. Nicht jeder Arbeitnehmer hat/erwirbt automatisch eine betriebliche Altersversorgung, weil dabei u. a. eine Mindestbetriebszugehörigkeit oder eine Betriebsvereinbarung vorausgesetzt wird. Davon unabhängig erwirbt der Arbeitnehmer stets einen Rentenanspruch, z. B. bei der Deutsche Rentenversicherung Bund. Auch hier wird eine Mindestbeitragszeit (hier genau 60 Beitragsmonate) vorausgesetzt. Der Arbeitnehmer leistet seinen Arbeitnehmerbeitrag und der Arbeitgeber den Arbeitgeberbeitrag zur Rentenversicherung. Die Bemessung der späteren Rente bemißt sich u.a. an den persönlich durchschnittlich eingezahlten Beiträgen.

Im Gegensatz dazu ist die "Altersversorgung" der Beamten grundsätzlich anders geregelt. Gegenüber dem lebenslänglichen Beamten hat sich der Staat zu einem auskömmlichen, lebenslangen Lebensunterhalt (ich vermeide hier den Ausdruck "Bruttoeinkommen") verpflichtet. Dies kommt auch durch die monatliche Vorauszahlung zum Ausdruck ("Geld zum Leben"). Die aktive Berufszeit, in der vom Beamten keine Altersvorsorgebeiträge geleistet werden müssen, geht mit der Pensionierung über in die Pensionsphase, in der die dann anfallenden Bezüge "Pension" und nicht "Rente" heißen. Vom Grundgedanken her sollte die Pension (auch nach Steuern) auskömmlich für den Lebensunterhalt sein. Die Bemessung der Pension richtet sich nach den letzten aktiven Bezügen (hier liegt ein wesentlicher Unterschied zum Rentenversicherungssystem!). Neben dieser Pension kann der Beamte durch rechtzeitige, freiwillige Vorsorge für spätere Alterseinkünfte sparen.

Wegen dieser Unterschiedlichkeiten kann man das Bruttogehalt in Höhe von € X eines Beamten nicht mit dem gleichhohen eines privaten Angestellten gleichsetzen.

Antwort von wfwbinder,
5 Mitglieder fanden diese Antwort hilfreich

Sie bekommt eine Pension, gesetzlich gesichert, im Voraus bezahlt.

Sie kann privat für die Alterversorgung noch etwas machen, aber die bAV ist dafür nicht vorgesehen.

Antwort von Shakotai,
4 Mitglieder fanden diese Antwort hilfreich

Beamte und Mitarbeiter des öffentlichen Dienstes (auch teilweise diesem nahestehende Unternehmen) haben als betriebliches AV die Möglichkeit in der VBL (Versorgungsanstalt des Bundes und der Länder) freiwillig zusätzlich fürs Alter vorzusorgen. Grundsätzlich funktioniert dieses wie die betriebliche AV, ist nur nicht ganz so effizient. Darüber hinaus haben sie natürlich die Möglichkeiten, die ihnen der private Markt bietet, wie Riester oder private Rentenversicherungen. Darüber hinaus sind Beamte in der Altersversorgung wesentlich besser gestellt wie Angestellte und Arbeiter. Sie haben im Maximum einen möglichen Pensionsanspruch von derzeit 71,x % des letzten Einkommens. Allerdings sollten sie sich nicht darauf verlassen. Die Lage der Finanzen von Bund und Ländern wird sicher acuh hier zu Einschnitten führen.

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