Frage von Gupta,

Arbeitgeber zahlt Fahrmehrkosten. Entfernungspauschale ansetzen?

Mein bisheriger Arbeitsplatz ist wegrationalisiert worden. Statt 3 Kilometer muss ich jetzt 50 Kilometer zu einer anderen Filiale fahren. Aufgrund eines Tarifvertrages bekomme ich jetzt drei Jahre lang monatlich 127 Euro als "Ausgleich von Fahrmehrkosten und eines zeitlichen Mehraufwandes". Der Betrag setzt sich aus 81 Euro für "Fahrmehrkosten" und 46 Euro für "zeitlichen Mehraufwand" zusammen.

Der Betrag ist steuerpflichtig und erhöht mein monatliches Brutto. Eine Mitarbeiterin des Personalservice verwirrte mich nun mit der Aussage, ich könne zusätzlich NICHT die Entfernungspauschale beim Finanzamt geltend machen. "Entweder das eine oder das andere. Wir würden verhindern, dass sie das beim Finanzamt schaffen."

Ich verstehe das nicht, weil ich schließlich Steuern auf den Betrag zahle.

Antwort
von MadRampage,

Es kommt drauf an wie diese "Fahrtmehrkosten" versteuert werden. Das muss/sollte in Deiner Gehaltsabrechnung erkennbar sein:

  • wird dieser Zuschlag alleine von Dir versteuert, ist als in Deinem "Steuerbrutto" enthalten, dann darfst Du die Entfernungspauschale als Werbungskosten nutzen

  • wird dieser Zuschlag vom Arbeitgeber pauschal versteuert (Stichwort: "Lohnsteuerpauschalierung"; geht hier nur, wenn der Zuschlag maximal in Höhe der Entfernungspauschale beträgt, also 30ct x kürzeste einfache Entfernung x Arbeitstage), dann ist dieser schon für Dich steuerfrei und du darfst nicht "nochmal" die Entfernungspauschale als Werbungskosten absetzten

Antwort
von FREDL2,

Herzlich Beileid zu einer derart unfreundlichen Personalabteilung.

"Wir würden verhindern, dass sie das beim Finanzamt schaffen" Aha.

Falls die Firma den tatsächlichen FK-Zuschuss von 81,00 pauschal mit 15% versteuert, muss sie die Jahressumme davon in Deiner Lohnsteuerbescheinigung unter "Pauschal versteuerte Arbeitgeberleistungen für Fahrten zw. Wohnung und Arbeit" zwingend ausweisen. Diese Summe mindert Deine Werbungskosten.

Schau Dir mal Deine Gehaltsabrechnung an. Wenn rechts neben der Summe ein "P" steht, dann ist das so.

Versteuert sie nicht pauschal und die 127,00 werden von Dir voll versteuert, kannst Du Deine einfache Entfernung zum neuen Arbeitsplatz ungehindert als WK bei der Steuererklärung angeben. Auch möglicherweise missgünstige Lohnbuchhalterinnen können Dich nicht daran hindern.

Kommentar von Gupta ,

Der Personalservice eines großen Dax-Unternehmens ist offenbar "perfekt" geschult. Die Dame hat mir die Zahlungen per Brief mitgeteilt und war für Rückfragen als Ansprechpartnerin genannt.

Kommentar von FREDL2 ,

@Gupta: > offenbar "perfekt" geschult

Einbildung ist auch eine Art Bildung. Kann man auch bei Antworten hier sehen. Aber keine Sorge, ich bin perfekt geschult. Ganz ohne Dax.

Reinschreiben kannst Du Deine Fahrten so oder so. Falls Pauschalversteuerung durch das grosse Dax-Unternehmen durchgeführt wurde, ist das auf der Lohnsteuerbescheinigung eingetragen (2012 z. B. in Zeile 18) und wird Dir vom Finanzamt von Deinen Angaben abgezogen. Mehr passiert da nicht.

Möglicherweise nutzt das grosse Dax-Unternehmen SAP, dann siehst Du eine evtl. Pauschalierung auf der Gehaltsabrechnung als Laie nicht.

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