Frage von nichtGut, 31

Arbeitgeber könnte Kindergarten zahlen. Steuer?

mein Arbeitgeber hat einen Kindergarten, den er zahlen würde. Dieser ist nicht günstig. Dennoch gibt es das Angebot.

Wie ist das mit den Steuern i.S. geldwerter Vorteil? Ist das steuerfrei oder muss ich als Angetellter hier auch einen Anteil über die Besteuerung zahlen?

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von FREDL2, 27

Die Zahlung der Kinderbetreuung durch den AG ist ein geldwerter Vorteil, aber ein steuerfreier. Begünstigt sind Zahlungen zur Unterbringung (einschl. Unterkunft und Verpflegung) und Betreuung von nicht schulpflichtigen Kindern des Arbeitnehmers in Kindergärten oder vergleichbaren Einrichtungen.

Es ist zwingend notwendig, daß die Zulage freiwillig gewährt wird. D. h., sie darf nicht Teil eines ohnehin geschuldeten Arbeitslohnes sein - also Gehaltsumwandlung und sie darf auch nicht durch einen Arbeitsvertrag definiert werden. BFH-Urteil vom 19.09.2012 (VI R 54/11)

Die Bescheinigung des KiGa über die Kosten fürs jew. Kind muss beim AG abgegeben werden.

Antwort
von studi123, 23

diese Zahlungen haben meine Eltern bei unserem jüngsten Nachzügler in der Familie auch. Die sind (angeblich) steuerfrei.

Kommentar von wfwbinder ,

wieso angeblich?

Antwort
von wfwbinder, 22

Ein Blick ins Gesetz erleichtert die Rechtsfindung.

§ 3 EStG steuerfrei sind:

Nr. 33

zusätzlich zum ohnehin geschuldeten Arbeitslohn erbrachte Leistungen des Arbeitgebers zur Unterbringung und Betreuung von nicht schulpflichtigen Kindern der Arbeitnehmer in Kindergärten oder vergleichbaren Einrichtungen;

Steuerfrei ohne Begrenzung der Höhe. Natürlich nicht über die Höhe der wirklichen Kosten.

Antwort
von qtbasket, 22

Allgemein:

Ein Arbeitgeberzuschuss zum Kindergartenbeitrag für Kinder eines Mitarbeiters ist ohne Höchstbetrag steuer- und sozialversicherungsfrei, solange das Kind außerhalb des eigenen Haushaltes betreut wird und noch nicht schulpflichtig ist (Paragraph 3 Nr. 33 EstG).


Betriebskindergärten werden zusätzlich durch die Länder gefördert. In NRW macht das bis ca. 50% der Kosten aus. Allerdings müssen die Eltern an die Gemeinde oder den Kreis die dort festgesetzten Gebühren bezahlen. (Diese könnte der Arbeitgeber sogar noch zusätzlich übernehmen, allerdings ist mir ein solcher Fall nicht bekannt.) Üblich ist hierzulande, dass besonders bei Krippenplätzen, die Defizite der öffentlichen Hand ausgeglichen werden, um das Bundesgesetz zu erfüllen.


In den östlichen Bundesländern soll die Situation viel besser sein !!!

Also, es kommt wohl sehr darauf an, in welchem Bundesland man wohnt.

Kommentar von wfwbinder ,

§ 3 Nr. 33 EStG gilt nach meiner Kenntnis bundesweit. ;-) :-)

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