Frage von holzooge,

Anlagetipps gesucht

Hallo Leute,

ich habe eine Frage zur groben Finanzplanung eines nicht mehr ganz jungen Herren so um die 50.

Dieser hat demnächst alle seine Schulden (Jugendsünden und erst-eheliche Altlasten) komplett abgebaut (ohne PI oder so 'n Quatsch – nur Blut, Schweiß und Tränen). Das Geld, welches er bis dahin für Zins und Tilgung verwendete möchte er nun anlegen.

Immobilien kommen altersbedingt wohl nicht mehr in Frage, zumal ja auch nach Erledigung der Schulden das Vermögen gleich null ist.

Daher möchte der Herr einen Teil des Geldes in Tagesgeld (für unvorhergesehene Ausgaben), ein Teil in Festgeld (sicher ist sicher) und einen Teil in Fonds anlegen. Konkret geplant ist, bis zum Rentenbeginn jährlich ca. 1.500 € +/- in Fonds anzulegen. Ab Rentenbeginn ist dann die „Abschmelzung“ des Vermögens gewünscht.

Es sollen langfristige Vertragsbindungen mit monatlichen Zahlungen o.ä. vermieden werden.

Macht es so Sinn oder ist das aus Sicht der Fachleute totaler Quatsch?

Danke vorab für Eure Tipps.

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von gandalf94305, Community-Experte für Fonds,

Vom Festgeld würde ich abraten. Das lohnt sich wahrscheinlich erst in 3-4 Jahren wieder.

Auf Sicht von 15 Jahren kann man durchaus in aktienlastige Mischfonds gehen, die sich bewiesen haben. Keine ETFs. Finger weg von Rohstoffen und insbesondere auch Gold. Immobilien sind nicht auf den Horizont von 15 Jahren garantiert profitabel.

1.500 EUR sind 125 EUR im Monat. Damit kann man einen europäischen, aktienlastigen Mischfonds mit 75 EUR p.m. und einen globalen, flexiblen Mischfonds mit 50 EUR p.m. besparen. Sinnvoll ist die Streuung über die 12 Monate mit monatlichen Zahlungen (oder meinetwegen quartalsweisen Zahlungen), um in der Volatilität eine sinnvolle Mittelung hinzubekommen. Es gibt ein paar einschlägige Verdächtige, die man als Fonds hier nehmen kann. Verwendet man eine Direktbank oder eine Fondsbank, so läßt sich das kostengünstig abwickeln.

Fondssparpläne können jederzeit wieder geändert werden - aufgestockt wie reduziert oder ganz gestoppt. Das ist also risikoarm.

Meine Meinung :-)

Kommentar von gammoncrack ,

Aber gute Meinung!

Antwort
von LittleArrow,

einen Teil des Geldes in Tagesgeld (für unvorhergesehene Ausgaben), ein Teil in Festgeld

Und wenn der Rest dann nur € 1.500/Jahr lautet, wie wenig mag dann erst das Tages- und Festgeld sein? Diese Frage ist bisher gar nicht beantwortet worden. Für unvorhergesehene Dinge sollte eine stets verfügbare Reserve von 2-4 Monatsnettogehältern verfügbar sein.

Die unvorhergesehenen Ausgaben können in sehr unterschiedlicher Form daherkommen: Autoreparatur/-kauf, neuer Fernseher/Kühlschrank/Radioapperat/PC/Zubehör, hohe Mietnebenkostennachzahlung, plötzlicher Umzug wegen unerwarteter Mieterhöhung aufgrund von Preisspiegel, Modernisierung, Eigenbedarfskündigung, Arbeitsortwechsel (Zusatzkosten durch Umzug: Umzugskosten, Mobiliar-Anpassungs-/Anschaffungskosten, Schönheitsreparaturen, Mietkaution), Hausratschaden, Wasserschaden, Steuernachzahlung etc.

Gelegentlich können bis zu diesen diversen unvorhergesehenen Zahlungsfälligkeiten auch 3-Monatsfestgelder fällig und genutzt werden. Aber da die Festlegungsfrist bei Festgeld kaum ein Zinszusatzertrag abwirft, kann man anstelle von Festgeld gleich Tagesgeld (stets verteilt auf mind. 2 Banken!) wählen.

Ist der notwendige Versicherungschutz für Privathaftpflicht, Hausratversicherung & Co. , der Leistungsumfang und die Prämienangemessenheit schon mal überprüft worden?

So, wieviel bleibt nun konkret übrig für das Fondssparen? Auch hier gilt, nicht nur auf einen Fonds (derzeit eher Aktienfonds, vielleicht Mischfonds, kaum Rentenfonds oder Immobilienfonds) zu setzen, sondern eine Mischung. Nur gibt es bei ca. € 125/Monat wenig zu mischen. Aber drei Fonds sollten es schon sein.

PS: Bei einem Budget von € 1.500/Jahr für Fonds käme ein alternativer Immobilienkauf sowieso nicht in Frage.

Antwort
von Rat2010,

1.500 € * 16 Jahre sind um die 24.000 €. Da kommt auch bei guter Rendite und abzüglich der Inflation nicht wirklich viel raus. Tages- und Festgeld bringt sogar weniger als die Infaltion, weshalb es interessant wäre, wie viel da rein gehen soll.

Wenn er alles in ein Fondsportfolio steckt, in dem auch Fonds dabei sein sollen, die wenig schwanken und so das Tagessgeld ersetzen, könnte eine Strategie daraus werden, über die nachzudenken es sich lohnt. Sonst wird es ja sowieso nur ein rumgetue bis zum nächten Auto, Urlaub, der nächsten Küche oder das Geld geht für einen Farbfernseher drauf.

Bei Renditen merklich unter Inflation, die man für Tages- oder Festgeld bekommt, macht sparen keinen Spaß und weil es keinen Spaß macht, kann man es gleich ganz lassen. Wenn er mit Fonds merkt "ui, das lohnt sich ja", kann es auch mit dem Ziel, dass bis zur Rente gespart und erst dann abgeschmolzen wird, etwas werden.

Kommentar von holzooge ,

"Sonst wird es ja sowieso nur ein rumgetue bis zum nächten Auto, Urlaub, der nächsten Küche oder das Geld geht für einen Farbfernseher drauf."

Eine vogelwilde Spekulation, die jeder Grundlage entbehrt und absolut nicht zur Beantwortung der Frage beiträgt. Der alte Herr hat im Tal der Tränen Finanzdisziplin gelernt!

Vielen Dank ...

Antwort
von Niklaus,

Mein Vorschlag wäre einen kompetenten Berater um Unterstützung zu fragen.

Kommentar von Candlejack ,

Da stimme ich eher zu, auch wenn gandalf mit seinem sehr beratungslastigen Tipp wieder die meisten DHs hat. Das hier ist eine Ratgeberplattform, keine Beratungsplattform und der Gesetzgeber sieht auch bei Anlageberatung keine Internetforen vor ;-)

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