Frage von Olivenbaum2013,

Angestellt und zusätzlich Selbstständigkeit?

hallo,

ich bin angestellter in einer universität und möchte meine dienste aber auch anderen anbieten. da bietet sich selbstständigkeit wohl an. bevor ich zur ihk gehe, wollte einen allgemeinen überblick dafür bekommen, was sich dabei ändert.

vielleicht könnt ihr mir dabei helfen, zu sagen, was sich bezüglich des gleichen netto einkommens im bruttobereich für mich ändern würde, d.h., welche ausgaben ich zu erwarten hätte. am beispiel des letzten monats (gerundet):

(a) brutto: 930€ (0 Kinder, St-K 4, ledig) (b) abgaben - lohnsteuer: 4,50€ - krankenversicherung: 73€ (7,9%) - rentenversicherung: 92€ (9,95%) - arbeitslosenversicherung: 13€ (1,4%) - pflegeversicherung: 11€ (1,225%) (c) netto: 730€

mal angenommen, ich würde diesen nettobetrag erwarten, wenn ich selbstständig wäre, welche abgaben müsste ich denn dazurechnen, von welchem brutto-wert sollte ich ausgehen? sollte ich nur den arbeitnehmerteil bedenken oder auch den arbeitgeberteil (wahrscheinlich nochmal an die 20% + U1) dazurechnen? (natürlich aus der angestellten-perspektive.)

danke vielmals

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Antwort
von Kevin1905,

Als Selbständiger hast du Betriebseinnahmen und Betriebsausgaben. Wenn du Regelunternehmer bist musst du dich auch um die korrekte Abführung der Umsatzsteuer und den Vorsteuerabzug kümmern.

Wenn du sowohl angestellt als auch selbständig bist stellt sich sozialversicherungsrechtlich die Frage welche Tätigkeit überwiegt zeitlich und finanziell, und danach wirst du eingestuft (Statusfeststellungsverfahren). Kleine Randnotiz: Der Selbständige zahlt in der gesetzlichen Krankenversicherung ohne Anspruch auf Krankengeld inkl. Pflege einen Regelbetrag von ca. 650,- € im Monat (Abweichungen möglich).

Einkommensteuerrechtlich werden die Überschuss aus der Angestelltentätigkeit und der Gewinn der Selbständigkeit zur Summer der Einkünfte addiert. Oft auch gleich dem Gesamtbetrag der Einkünfte. Dann zieht man die Sonderausgaben sowie evtl. außergewöhnliche Belastungen ab und hat am Ende das zu versteuernde Einkommen.

Wenn beide Einkünfte sich ungefähr die Waage halten, stell dich schonmal auf die Möglichkeit einer Steuernachzahlung ein, da es sein kann, dass deine Einkommensteuerschuld alleine durch den Lohnsteuerabzug des Angestelltenverhältnisses nicht gedeckt ist.

Je komplizierter die Einkommenstruktur desto sinnvoller wird der Steuerberater. =)

Kommentar von alfalfa ,

Gute Zusammenfassung, doch ein paar Anmerkungen zur GKV. Es kommt nämlich auf den Status an:

Ist man hauptberuflich angestellt und nebenberuflich selbständig, so fallen keine GKV Beiträge für den Nebenerwerb an.

Ist man jedoch hauptberuflich selbständig, so sind auf alle Einkünfte GKV Beiträge zu zahlen, mindestens jedoch um die 330€.

Auch können Selbständige einen Wahltarif bei der GKV wählen und beziehen in dem Fall auch Krankengeld.

Auf die Besonderheiten bei Existenzgründung oder als Künstler habe ich mal verzichtet.

Kommentar von Kevin1905 ,

Darum schrieb ich ja "Abweichungen möglich", hätte natürlich auch nocht auf die Mindestbeitragsbemessungsgrundlage eingehen können. =)

Antwort
von EnnoBecker,

Oh mein Gott!


Hallo,

ich bin Angestellter in einer Universität und möchte meine Dienste aber auch anderen anbieten. Da bietet sich Selbstständigkeit wohl an.

Bevor ich zur IHK gehe, wollte ich einen allgemeinen Überblick dafür bekommen, was sich dabei ändert.

Vielleicht könnt ihr mir dabei helfen, zu sagen, was sich bezüglich des gleichen Nettoeinkommens im Bruttobereich für mich ändern würde, d.h., welche Ausgaben ich zu erwarten hätte.

Hier ein Beispiel:

(a) Bruttolohn: 930€ (0 Kinder, St-K 4, ledig)
(b) Abgaben:

  • Lohnsteuer: 4,50€
  • Krankenversicherung: 73€ (7,9%)
  • Rentenversicherung: 92€ (9,95%)
  • Arbeitslosenversicherung: 13€ (1,4%)
  • Pflegeversicherung: 11€ (1,225%)

(c) Nettolohn: 730€

Mal angenommen, ich würde diesen Nettobetrag erwarten, wenn ich selbstständig wäre: Welche Abgaben müsste ich denn dazurechnen? Von welchem Brutto-Wert sollte ich ausgehen? Sollte ich nur den Arbeitnehmerteil bedenken oder auch den Arbeitgeberteil (wahrscheinlich nochmal an die 20% + U1) dazurechnen?

Natürlich aus der Angestellten-Perspektive.

Danke vielmals


Nein, auch auf deutsch wird nicht klar, was du willst.

Vielleicht beginnst du damit, uns zu erläutern, wer genau bei einer selbständigen Arbeit nun "Arbeitgeber" und wer "Arbeitnehmer" sein soll?

Kommentar von Olivenbaum2013 ,

Gerne. (Indessen: Spricht man bei Selbstständigkeit nicht von Auftraggeber und Auftragnehmer? Habe ja keine Ahnung.)

Bei meiner geplanten Selbstständigkeit bin ich der Auftragnehmer, die Arbeiten verrichte ich.

Gut so der Anfang?

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