Frage von Privatier59, 9

Angemessene Kosten einer Wohnung - Wie wird das ermittelt?

Hier im Forum wird immer wieder gefragt, welche Miete das Jobcenter bei "Kunden" für angemessen hält und genehmigt. Wer ermittelt das eigentlich und nach welchem Verfahren? Als Vermieter fällt mir immer wieder auf, dass die genehmigungsfähigen Mieten in den Großstädten mit der Realität des Wohnungsmarktes wenig zu tun haben und es aufgrund der behördlichen Vorgaben nahezu zwangsläufig zur Ghettobildung kommen muß.

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Antwort
von expermondo, 5

Hallo Privatier59,

Schau mal bitte hier:
Recht anspruch

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von VirtualSelf, 6

Gute Frage: letztlich werden solche Richtlinien auf der politischen Ebene im Spannungsfeld zwischen Realität und Wunschdenken entschieden; d.h., die Jobcenter haben damit zunächst nur wenig zu tun, sondern müssen das Umsetzen, was in irgendwelchen Ausschüssen ausgeklüngelt und vom - hier in Hamburg - Senat verabschiedet wurde.

Wie diese konkreten Werte konkret zustande kommen wird dir nur jemand sagen können, der in solchen Ausschüssen mitarbeitet (Protokolle jedenfalls wird man m.W. nicht ohne Weiteres einsehen können).

Grunsätzlich dient als Entscheidungsbasis sicherlich der Mietspiegel, der aber das Problem birgt, nur Daten der Vergangenheit abzubilden, sowie der Wohnraumbestand und ggf. die Sozialstruktur einer Kommune oder eines Stadteils. Daher werden sicherlich bestimmte Korrektive mit einfließen, die die Werte einigermaßen gerichtsfest machen, denn eine Grundprämisses des gesamten SGB II-Rechts (Rechtsprechung wie Gesetzgebung) ist das Abstellen auf Tatsachen, auf tatsächliche aktuelle - und nicht vergangene - Zustände, und Werte, die von der Politik nicht hinreichend empirisch belegt werden, gehen ganz schnell den juristischen Bach runter.

Ein Hauptproblem iist dabei, dass Kommunalpolitiker bestrebt sind, die Kosten so niedrig wie möglich und so hoch wie gerade eben nötig zu kalkulieren, abgesehen davon, dass rein verwaltungstechnisch nicht jedem Trend zeitnah gefolgt werden kann. Evaluierung und Entscheidungsfindung kosten nun mal Zeit.

Kommentar von Privatier59 ,

DH, das macht mir den Vorgang bedeutend klarer.

Antwort
von wfwbinder, 4

stimmt schon, speziell hier in Berlin gibt es Gegenden wo Prüfer des Jobcenters praktisch von Tür zu Tür gehen könnten.

Aber als ich vor ca. gut einem Jahr auf Wohnungssuche war, kam ich in der von mir bevorzugten Gegend (Ku-Damm Nebenstraße) immer wieder auf Angebote, wo ein WBS erforderlich war, den ich eben nicht hatte, aber vermutlich viele ALG II Bezieher.

Also auch Leute, die angemessene Mieten zahlen müssen, können hier in privilegierter Lage in Wilmersdorf, Halensee, Charlottenburg wohnen.

Kommentar von EnnoBecker ,
immer wieder auf Angebote, wo ein WBS erforderlich war

Das Problem kenne ich. Als wir uns mit Umzugsgedanken befassten, stand in den Angeboten immer wieder "WBS erforderlich". Als Nicht-Hartzie kriegst du in Berlin kaum noch ne Wohnung zu akzeptablen Preisen.

Wenn das mal kein Gestaltungshinweis ist....

Kommentar von wfwbinder ,

Also Honorare runtersetzen, ALG II beantragen, WBS beantragen, neue Wohnung suchen.

Kommentar von maximus1 ,

Das Problem kennen schon leider viele von uns...

Antwort
von christ775, 3

In Berlin gibt es Ausschüsse im Senat, die regelmäßig die Höhe der angemessenen Mieten festlegen. Aber diese Festlegung ist pauschal für ganz Berlin und unterscheidet nicht die Wohngegenden!!!

Kommentar von maximus1 ,

Das ist schon zu wissen, hab noch nie davon gehort

Antwort
von blnsteglitz, 1

In Berlin legt die Wohnaufwendungenverordnung (WAV) die Höhe der "angemessenen" Miete für Bezieher von Hartz IV fest.....

es dürfte ähnliches in HH, M,K etc geben -

Kommentar von VirtualSelf ,

Die interessante Frage ist doch: wie kommen solche Verordnungen zustande?

Kommentar von maximus1 ,

Mich wurde das selbe Interessieren

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