Frage von toggel29,

AN-Anteil Lohnsteuer vom Steuerberater falsch berechnet

Bei der Abrechnung der Gehälter für März ist aufgefallen, dass unser (neuer) Steuerberater im letzten Jahr (Feb.-Dez. 2012) einen zu niedrigen Lohnsteuerbetrag für uns Mitarbeiter berechnet hat, so dass die Firma zu geringe Beträge abgeführt hat. Angeblich liegt es daran, dass bei der Datenübertragung vom alten zum neuen Steuerberater die Daten nicht vollständig übergeben wurden. Mit der Lohnabrechnung für Dezember 2012 wurde gleichzeitig ein Jahressteuerausgleich vorgenommen. Auch da wurde nichts bemerkt oder wir wurden nicht informiert. Erst jetzt will der Steuerberater das korrigieren und die zu wenig gezahlte Lohnsteuer von unseren Märzgehältern abführen. Das hätte zur Folge, dass wir diesen Monat nur ca. 50 % unseres normalen Netto-Einkommens erhalten würden. Pikanterweise verlässt mein Kollege Ende März das Unternehmen. Nimmt man die Lohnsteuerkorrektur nicht jetzt über die Gehaltsabrechnung vor, bleibt die Firma womöglich auf diesem Betrag "sitzen" bzw. muss diesen Betrag (anstelle des AN) nachzahlen. Somit entstünde der Firma ein Schaden.

Ist der Steuerberater für diesen Fehler in der Haftung?

Über Informationen und einen Rat, wie am besten vorzugehen ist, bin ich sehr dankbar.

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Antwort
von Juergen010,

Hmmm, vielleicht verstehe ich ja das Problem nicht richtig.

Ich hab mal einen Mustermitarbeiter erfunden um dem Thema auf die Schliche zu kommen: 30 jahriger, kinderloser, lediger Mitarbeiter ohne Kirchenzugehörigkeit bei Lohnsteuerklasse I und 2.000 € brutto.

AN-Anteil Lohnsteuer in 2011 = 220,66 p.m.; In 2012 = 217,08; in 2013 = 213,66;

Der Lohnsteuersatz ist also gesunken.

Jetzt behauptest Du, der Steuerberater hätte Teile des AG-Anteils (der ja in identischer Höhe anfällt) falsch berechnet, demzufolge nun eine Nachberechnung auf einen Schlag stattfinden soll, welche zu einem Nettolohnverlust von ca 50% führen soll.

Wenn das stimmt, hätte der Steuerberater sich aber gewaltig verrechnet - und der AG hätte an der deutlich geringeren Abführungssumme erkennen können, dass da etwas nicht stimmen kann.

Nun, wie dem auch sei. Um auf einen Nettolohnverlust bei rund 50% zu kommen, müsste der Lohnsteueranteil der nicht abgeführt worden ist, um beim o.g. Mustermitarbeiter zu bleiben, um die 700 € p.a. liegen, was einer rechnerischen Fehlberechnung von rund 60 € p.m. entsprechen würde. Bei 220 € regulärer Zahllast pro Monat hätte sich der StB also um rund 38% p.m. "verhauen".

Und das soll niemanden so lange Zeit aufgefallen sein. Schwerlich zu glauben.

Es könnte natürlich auch sein, dass Deine Befürchtung des hohen Nettolohnverlustes ein bischen übertrieben ist.

Deshalb hier der Link zum selbst Nachrechnen der eigenen Daten: http://www.brutto-netto-rechner.info/

Dieser Rechner berechnet auch die Daten aus 2011, 2012 und 2013. Ebenso monatlich wie jährlich. Auf diese Weise kannst Du recht schnell raus bekommen wie hoch der tatsächliche Nettoverlust in etwa ausfallen müsste.

Antwort
von freelance,

ich sehe den StB nicht in der Haftung. Die Lohnsteuer ist eine, die letztendlich der Arbeitnehmer zu entrichten hat. Die Firma ist nur der Gehilfe für das Finanzamt beim Abführen.

Woher diese Logik? Geht eine Firma pleite und hat die Lohnsteuer nicht abgeführt, wird nicht die Firma in Haftung genommen, sondern das Finanzamt geht auf den AN zu und holt sich dort die nicht abgeführte Steuer.

Antwort
von FREDL2,

**> > die Firma womöglich auf diesem Betrag "sitzen **

Da sitzt die Firma mit Sicherheit nicht. Schuldner der Lohnsteuer ist der Arbeitnehmer. Ist der nicht mehr greifbar, meldet man den Sachverhalt kurzerhand dessen Wohnsitzfinanzamt. Dieses wird die Angelegenheit anl. der nächsten Einkommensteuererklärung abhandeln. Gab der Betroffene bislang keine ab, wird er jetzt aufgefordert, das zu tun.

> Ist der Steuerberater für diesen Fehler in der Haftung?

Ist er nicht. Zum einen kann das wirklich sein, dass Daten nicht vollständig übergeben wurden, zum anderen ist kein Schaden entstanden, bzw. es wird keiner entstehen.

> Das hätte zur Folge, dass wir diesen Monat nur ca. 50 % unseres normalen Netto-Einkommens erhalten würden

Du hast vergessen zu erwähnen, dass das Netto in den unrichtig abgerechneten Monaten um einiges höher war. War bestimmt nur ein Versehen, oder?

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