Frage von baustelle, 2

Altersvorsorge in Angriff nehmen als Selbständiger -welche Förderungen kann ich mitnehmen?

Ich muß noch so einiges für später tun-das ist mir klar. Nun wirds Zeit, das mal in Angriff zu nehmen. Mich würde vorab interessieren, wie sichern sich Selbständige am besten ab, sprich, worauf bekomm ich derzeit staatliche Förderungen-eine Lebensversicherung habe ich bereits auch eine BU-Versicherung und private Unfallversicherung. Ich würde mich freuen, wenn auch Vater Staat etwas zuschießen würde, was wäre da noch gut?

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von Niklaus,

Diese Frage kann man nicht pauschal beantworten. Die Frage nach der richtigen Altersvorsorge ist immer nur individuell mit Kenntnis aller Fakten zu klären. Man kann die optimale Altersvorsorge mittels unabhängigen Schichtenvergleich sehr genau ermitteln. Auch der Status deiner Selbständigkeit ist nicht sauber definiert. Unter bestimmten Umständen ist sogar eine Riesterrente oder eine betriebliche Altersvorsorge möglich. Da wir nicht alle Fakten kennen, kann es keine seriöse Antwort geben.


In Deutschland ist die Altersvorsorge in drei Schichten aufgebaut. Aber Achtung: Weder die optimale Schicht noch die Art der Altersvorsorge kann man pauschal festlegen. Es ist ein großer Unterschied, ob jemand eine Rürup-Rente, eine Riester-Rente, eine betriebliche Altersvorsorge eine privat Rentenversicherung oder einen Fonds-Auszahlungsplan abschließt. Jede der Versorgungsarten hat unterschiedlich hohe Aufwendungen um die gleiche Nettorente zu erzielen. Dies ist abhängig von der Art der Arbeit, selbständig oder angestellt, ob er über oder unter der Beitragsbemessungsgrenze liegt, welchen Familienstand er hat, der Anzahl der Kinder, der Höhe des Einkommensteuersatzes und der Form der Krankenversicherung, gesetzlich freiwillig gesetzlich oder privat.

Alle Versorgungsformen sind sowohl in der Einzahlungsphase wie in der Rentenphase unterschiedlich besteuert. Die größten Auswirkungen entstehen aber ab Beginn der Rentenphase. Die Besteuerung und die Krankenversicherung wirken sich hier enorm aus. Um eine gleiche Nettorente nach Steuern und Krankenversicherung in allen Vorsorgearten zu erzielen, hat man unterschiedlich hohe Aufwendungen für seine Rente. Denn es ist schon ein großer Unterschied, ob ich von dem im Angebot errechneten Betrag noch Steuern und ggf. Krankenversicherung bezahlen muss oder nicht. Deshalb ist es wichtig, dass vor Abschluss jeglicher Altersvorsorge ein qualitativer und quantitativer Schichtenvergleich durchgeführt wird. Erst dann kann man sagen welche Schicht, welche Art der Altersvorsorge optimal ist. Auch Kombinationen können in betracht kommen.

Seit 1.1.2005 gilt das Alterseinkünftegesetz,

  • Schicht 1 Basisversorgung: gesetzliche Rentenversicherung und Basisrente (Rürup-Rente)

  • Schicht 2 Zusatzversorgung: betriebliche Altersvorsorge und Riester-Rente

  • Schicht 3 Kapitalanlagen: Private Renten- bzw. –Kapitallebensversicherungen, Investmentfonds

Antwort
von Kevin1905,

Als Selbständiger ohne eigenen Rentenversicherungsbeitrag bleibt eigentlich als staatlich geförderte Altersvorsorge nur die Rürup-Rente.

bAV und Riester sind nur unter bestimmten Umständen möglich. Aber auch für Selbständige lohnt sich ein Schichtenvergleich und eine Bedarfsanalyse durchaus.

Antwort
von Candlejack,

Das ist kein Frage für eine pauschale Antwort. Das sollte in einem persönlichen Gespräch unter Berücksichtigung der Situation und Pläne geklärt werden. Du kannst auf jeden Fall Rürup machen, unter gewissen Umständen auch Riester und je nach Gesellschaftsform Deiner Selbständigkeit auch bAV. Alles andere...

Die BU sollte unbedingt geprüft werden in Ablauf, Höhe, Nachversicherung, Bedingungen für Selbständige...

Antwort
von GAFIB,

Zur Abdeckung der Fixkosten in der Rentenphase bietet sich ein steuerlich geförderter sog. Rürup-Rentenvertrag an (Basisrente). Dieser ist insbesondere bzgl. der Einzahlungen flexibel. Ggf. auch mit Hinterbliebenenschutz.

Ansonsten würde ich eher "freien" Vermögensaufbau empfehlen mittels z.B. Eigenheim und gut gestreuter, aktien-orientierter Kapitalanlage, wenn noch mehr als 10 Jahre Zeit sind bis zur Rentenphase.

Bei allen Bank- und Versicherungsprodukten ist sehr auf die Produktqualität und die Kosten zu achten, denn beide beeinflussen die Rentabilität ganz entscheidend. Bei Immobilien-Investments gilt das natürlich entsprechend.

vgl. https://www.ihre-vorsorge.de/ruerup-rente/ruerup-rente-im-aufwind/steuersparrech...

Kommentar von LittleArrow ,

Der Link ist bei dieser Fragestellung vom Ergebnis allerdings ziemlich ernüchternd. Man erfährt lediglich, dass bei einer derzeitigen Einmalzahlung von € 10000 ein Betrag von 76 % steuerlich abgesetzt werden kann. Ende. Steht schon so im EStG.

Im übrigen: Eine echte Förderung kann ich in diesem System der eingeschränkten steuerlichen Abzugsfähigkeit des Rürup-Modells nicht entdecken, denn das dicke Ende der Versteuerung kommt ja erst noch während der in weiter Zukunft liegenden Auszahlungsphase. Zudem ist jeder eingezahlte Euro im System unwiederholbar verschwunden. Im Gegensatz zu anderen Vertragsformen gibt es kein Rückkauf- oder Rückabwicklungsmodell oder?

D.h. der zweite Absatz Deiner Antwort scheint mir die alleinige(?) Lösung der Fragestellung zu sein. Leider.

Kommentar von GAFIB ,

@LA: Danke für den Kommentar.

zu 1) Stimmt, der Link bezog sich auf die angefragte staatliche Förderung. Hier ist aber noch mehr: http://www.finanztip.de/tip/versicherungen/vergleich-rueruprente.htm

zu 2) Das stimmt nur bedingt: Ich würde nur einen Rurüpvertrag empfehlen bis zur Höhe der mtl. Fixkosten von z.B. 1.500 - 2.000 €.

Die Beiträge für die Rente sind meist hoch abzugsfähig (in 2013 mit 76% von oft 44,3% Grenzsteuer - bzw. Differenzsteuersatz und noch weiter steigend).

In der Rentenphase fallen auf solch geringe Basisrenten aber nur wenig Steuern an, wenn nicht andere wesentliche Einnahmequellen vorhanden sind. Eigenheim und Kapitalvermögen werden ja nicht bzw. pauschal besteuert nach derzeitigem Stand.

Eine lebenslange Grundversorgung ist gerade für Selbständige aber eben sehr wichtig - und bei richtiger "Portionierung" auch steuerlich durchaus sinnvoll.

zu 3) Richtig, eine Rüruprente ist ähnlich unflexibel wie eine gesetzliche RV, Rückkauf geht nicht. Die GRV kritisiert aber auch keiner deshalb, sie ist eben ein typisches Risikokollektiv.

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