Frage von theodorakis70,

Altersrückstellung bei Wechsel der Versicherungsgesellschaft "mitnehmen"?

Wg. der Einführung der Unisex-Tarife habe ich vorsorglich direkt zwei Tarifwechsel meiner PKV unterschrieben. Ich könnte nun einerseits bei meiner Versicherung einen anderen Tarif bekommen (Allianz) oder in einen Tarif der Axa wechseln. Was passiert nun mit den Altersrückstellungen? Neben der gesetzlichen Rückstellung gibt es im alten Tarif noch eine zusätzliche Rückstellung, um im Rentenalter 100,- EUR weniger Beitrag zahlen zu müssen. Ich bin seit 01.02.2004 privat versichert. Danke schon mal für die Antworten!

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von Sobeyda,

Bleibst Du bei Deiner bisherigen Versicherung, der Allianz, wird bei einem Tarifwechsel die Alterungsrückstellung angerechnet. Das ist in § 204 VVG (Versicherungsvertragsgesetz) geregelt.

Da Du vor dem 01.01.2009 bereits privat krankenversichert warst, kannst Du Deine Alterungsrückstellung nicht zur Axa mitnehmen. Du würdest dort also mit einem höheren Eintrittsalter wieder von vorne anfangen. Ob sich das nach fast 9 Jahren bei der Allianz noch lohnt, musst Du sehen.

Der Grund, warum die Alterungsrückstellung nicht mitgenommen werden darf, ist dass im Beitrag ein Storno eingerechnet ist. Die Versicherung geht also davon aus, dass jedes Jahr ein bestimmter Prozentsatz von Versicherten den Vertrag storniert; dadurch wird die für diese Verträge gebildete Alterungsrückstellung nicht mehr benötigt und auf die verbleibenden Versicherten verteilt. Das macht den Beitrag günstiger, aber daher kann die Alterungsrückstellung dem Kündigenden auch nicht mitgegben werden. Und daher gibt es in der PKV auch keinen Rückkaufswert wie in der Lebensversicherung.

Was mit der Beitragsentlastung ist, kann ich nicht sagen. Möglicherweise ist auch die beim Wechsel zur Axa weg. Das hängt auch wieder damit zusammen, wie damals kalkuliert wurde. Am besten fragst Du bei der Allianz nach.

Kommentar von alfalfa ,

Kleine Korrektur: Erst bei Tarifen ab 2009 (Gesundheitsreform) ist ein Portables Teil der AR in die Tarife eingepreist worden. Nur dieser Teil der AR kann portiert werden. Auch ist der portierbare Teil gedeckelt auf die Höhe von AR im Basistarif. Das hat keinen Zusammenhang zu der Abgangsordnung (geplantes Storno) oder Zillmerung der Vertriebs- bzw. Abschlusskosten. Es ist korrekt, dass die AR dem Kollektiv gehören und bei Abgängen aus dem Kollektiv AR vererbt werden. Der Effekt der AR - die ja als Direktgutschrift wirken - lässt sich im vorgezeichneten Fall recht einfach errechnen. Der Fragesteller soll mal mit seinem aktuellen Alter in einem Vergleichsrechner den Betrag errechnen lassen, den er bei dem aktuellen Allianz Tarif als Neueintritt bezahlen würde. Diesen Betrag mit dem aktuellen Zahlbetrag vergleichen. Die Differenz ist der Effekt der AR, der sofort und monatlich wirkt. Diese Differenz wäre auf Dauer bei einem Wechsel zur AXA "flöten".

Antwort
von barmer,

Hallo, bei einerm Wechsel zur AXA wird nichts mitgenommen. Daher wahrscheinlich kein guter Rat.

Ein Wechsel innerhalb der Allianz erhält alle Rechte und auch die zusätzliche Rückstellung. alfalfa hat auch schon auf den Standardtarif hingewiesen. Also unbedingt dabei bleiben.

Leider wurde nicht verraten, weshalb der Wechsel erfolgen soll ? Zu teuer ? Zu schlecht ? Vermittler braucht Geld ?

Viel Glück

Barmer

Kommentar von alfalfa ,

D.H. Ich tippe auf den Vermittler ;-)

Kommentar von theodorakis70 ,

Naja, der Vermittler hätte mir auch eine andere Versicherungsgesellschaft angeboten. Das ist ja ohnehin seine einzige Möglichkeit um etwas an mir zu verdienen.

Eigentlich bin ich einerseits mit meinem damaligen Allianz-Vermittler unzufrieden und andererseits erhalte ich von der Allianz selbst keine ausreichenden Antworten auf meine Fragen. Leider habe ich dieses Forum erst heute entdeckt, hier bekommt man schnell Antworten auf Fragen... Danke nochmals dafür!

Kommentar von alfalfa ,

Ist nicht richtig. Bei einem Umstieg auf einen höheren Tarif erhält der Vermittler auch Courtage. Nur nicht soviel und es macht etwas mehr Arbeit. Klar, dann werden gerne Alternativen angeboten. Tipp: Such Dir einen Makler der dich vernünftig betreut oder lass dich umfassend von einem Versicherungsberater beraten. Das gibt am meisten Sinn. Und bitte: bei der Allianz bleiben und den Herrschaften ein wenig die Hammelbeine langziehen. ;-)

Kommentar von theodorakis70 ,

Es handelt sich beim alten Tarif um einen Einsteigertarif mit GKV-Niveau, dieser ist zum 01.01.13 erhöht worden, dieses mal erheblich... Es gibt einfach andere bessere Tarife zum gleichen Preis. Ein echtes Problem mit dem Versicherer gibt es eignetlich nicht...!

Kommentar von alfalfa ,

Nein. Es gibt keine besseren Tarife zum gleichen Preis. Eine PKV wird nach Art einer Lebensversicherung kalkuliert. Und dafür gilt folgendes - siehe Absatz 2:

http://dejure.org/gesetze/VAG/11.html

Die Unterschiedeergeben sich aus Differenzen in den Bereichen

  • Leistungen
  • Kalkulationsannahmen
  • Kalkulationstiefe
  • Rechnungszinssatz
  • Abgangsordnung

In einer PKV Landmann nur 2 von drei Themen simultan lösen:

  • geringer Preis
  • geringe Beitragsanpassung
  • hohe Leistung

Und wenn Dein Makler behauptet es gibt bessere Tarife zu einem geringeren Preis, Pardon, dann hat er sich für mich komplett disqualifiziert!

Kommentar von theodorakis70 ,

Der Makler hat lediglich die Beitragserhöhung des alten Tarifs damit erklärt, dass der Tarif geschlossen wurde, da unrentabel, und nun nach und nach die Mitglieder entweder austreten oder einfach älter werden. Damit wäre eine weitere Verteuerung unausweichlich...

Kommentar von alfalfa ,

Aha, also kamen Vokabeln wie Vergreisung usw. Also, wenn Mitglieder austreten dann vererben sie AR an das Kollektiv. Somit saniert sich der Tarif. Und jede Alterskohorte wird für sich selbst kalkuliert. Es ist vollkommen irrelevant wie alt die Mitglieder sind. Das sind nicht die Ursachen für eine BAP. Eine BAP kommt unter diesen Umständen zu Stande:

  • Kosten decken nicht die kalkulierten Beiträge
  • Viele Mitglieder wechseln in den ersten fünf Jahren aus dem Tarif wieder heraus
  • unrealistische Annahmen bezüglich der Abgangsordnung
  • Ausbeutung des Tarifs ( Massagen für die besten Freunde)
  • steigende Kosten (Erhöhung GOÄ etc)
  • gesenkter Kalkulationszinssatz
  • Änderung Sterbetafel

Und die Aussage des Maklers, dass eine Verteuerung unausweichlich ist...Respekt, die Glaskugel hätte ich auch gerne. Denn wie will er beurteilen, wie sich Spiraleffekte und negative Risiko Antiselektion entwickelt. Sorry, der wollte einfach nur verkaufen!

Antwort
von gammoncrack,

Das hängt davon ab, seit wann die in der PKV der Allianz bist. Wenn Du bereits von 2009 versichert warst, kannst Du Deine Altersrückstellungen nicht mitnehmen. Das hört sich allerdings gefährlicher an, als es tatsächlich ist.

Wechselst Du nun z. B. zur AXA, profitierst Du von dort in diesen Tarif eingezahlten Altersrückstellungen, sofern diese mindestens das Niveau der Altersrückstellungen der Allianz in diesem Tarif haben. Es könnte durchaus möglich sein, dass die Summe der Altersrückstellungen bei der AXA größer ist als die bei der Allianz. Dann wirkt sich das natürlich positiv auf die spätere Beitragsentwicklung aus. Bei der AXA würden Dein Beitrag zur Altersrückstellung dann in den bereits vorhandenen Topf fließen.

Wechselst Du noch einmal, kannst dann allerdings die Altersrückstellungen zu einem neuen Versicherer mitnehmen,natürlich nur den Anteil, den Du bis dahin bezahlt hast.

Kommentar von alfalfa ,

Pardon, AR werden nur in Höhe der AR des Basistarifes portiert und auch erst für Tarife nach 2009, wenn die Gesellschaft gewechselt wird. Also die Überlegungen wie hoch die AR bei der Allianz versus AXA sind, sind damit vollkommen obsolet.

Kommentar von gammoncrack ,

Da haben wir eben einen unterschiedlichen Kenntnisstand oder eine unterschiedliche Meinung, wie damit verfahren wird:

http://www.pkv-selbstvergleich.de/Altersrueckstellung.htm

Kommentar von alfalfa ,

Nun, das ist alles klar aus der KalV und dem VAG herauslesbar.Insofern gibt es eine eindeutige Rechtslage hierzu. Daran orientiere ich mich und weniger an Portalen, die recht fehlerträchtig sind. Zum Thema AR habe ich mich mal hier recht umfassend ausgetobt.

http://www.finanzfrage.net/frage/altersrueckstellung-pkv-mitnehmen-verstaendnisf...

Kommentar von theodorakis70 ,

Da hast du ja auf deinen sehr interessanten Link verwiesen! Den werde ich mir jetzt erst einmal zu Gemüte führen. Was meinst du eigentlich mit "Beitragsentlastungsbausteinen"?

Kommentar von alfalfa ,

Ganz einfach. Du zahlst monatlich einen Betrag X damit Deine PKV im Alter um Y Euro gesenkt wird. Funktioniert wie eine klassische Lebensversicherung...

Kommentar von theodorakis70 ,

Also mit anderen Worten, rausgeschmissene Euros...? Soll heißen, dass der 10%ige gesetzliche Zuschlag vollkommen ausreicht?

Kommentar von alfalfa ,

Kann man so nicht sagen. Die 10 Prozent gesetzlicher Zuschlag (wird erst für PKV Verträge ab 2009 erhoben- also noch nicht für Dich) soll die PKV finanzierbar halten. Der Beitragsentlastungsbeitrag ist eine zusätzlich abschließbare Leistung. Sie wird lebenslang gezahlt und senkt Deinen PKV Beitrag ab Rentenbeginn um den vereinbarten Betrag. Dieser Zusatzbeitrag ist auch steuerlich im Rahmen des Bürgerentlastungsgesetes absetzbar. Wechselst Du jedoch die Gesellschaft sind die gezahlten Beiträge weg. Ob die 10 Prozent ausreichen lässt sich nicht beantworten. Bei Einsteiger und Grosschadenstarifen mutmaßlich nicht, bei anderen Tarifen kann das ausreichen. Alternative ist: Monatlich einen Beitrag x ansparen, um im Rentenalter ein ausreichendes Einkommen zu haben aus dem alles finanziert wird.

Kommentar von theodorakis70 ,

Wie kann das dann sein, dass ich schon 2004 im Antrag einen 10%igen sogenannten BTZ-Zuschlag stehen habe? Und zusätzlich noch einen Beitrag zur späteren Entlastung (100,- EUR)...

Ansonsten kann ich dir prinzipiell nur zustimmen, auch ich bin der Meinung, dass man monatlich lieber einen Betrag anspart (und teils in Eigentum investieren sollte...).

Kommentar von alfalfa ,

Es kann sein, dass Du 2004 einen individuellen Risikozuschlag aufgrund Deiner Gesundheit bekommen hast. (BTZ = Beitragszuschlahg). Solltest Du Beschwerde und Behandlungsfrei sein, kann dieser Zuschlag auch wieder gestrichen werden. Siehe Dir mal den Paragrafen an.

http://dejure.org/gesetze/VVG/41.html

Die 10 % BTZ haben nichts, aber auch gar nichts mit einem AR oder gesetzlichen Zuschlag zu tun. Hat Dir das Dein Makler nicht erklärt? Solltest Du "gesund" und Behandlungsfrei sein würde ich als erstes den Zuschlag rausnehmen lassen. Das ist Job des Maklers. Alles andere lässt sich nur anhand konkreter Unterlagen klären.

Kommentar von alfalfa ,

...und die 100€ sind ein zusätzlicher Versicherungsbaustein, den Du abgeschlossen hast. Ob es ratsam ist den ruhend zu stellen, das geht nur mit Akteneinsicht.

Kommentar von theodorakis70 ,

Ich muss mich wundern! Ich bin und war schon 2004 gesund und es kann definitiv kein Risikozuschlag sein! Ich hab es schwarz auf weiß: "gesetzlicher Beitragszuschlag von 10% (BTZ)"...!

Kommentar von alfalfa ,

Du hast Recht. Im Jahr 2000 wurde der gesetzliche Zuschlag eingeführt. Ich kenne ihn nur unter dem Kürzel GZ. BTZ werden häufig Risikozuschlägen gekennzeichnet. Insofern: ja du hast den gesetzlichen Zuschlag und keinen individuellen. Sorry for confusion.

Kommentar von theodorakis70 ,

Ich mach morgen direkt einen Termin bei der Verbraucherzentrale. Nur so kann ich sicher und ohne Nachteile wieder Ordnung in die Sache bringen.

Danke für die Infos an alle! das war wirklich sehr aufschlussreich! Aber jetzt gibts eine Menge Handlungsbedarf...

Kommentar von alfalfa ,

mach es bitte nicht noch schlimmer. Verbraucherzentrale ist da der falsche Absprechpartner. Du brauchst einen Versicherungsberater!

Kommentar von theodorakis70 ,

Na dann halt einen Berater! Mit dem Bundesverband deutscher Versicherungsberater kann ich wohl nix falsch machen:

"http://www.bvvb.de/BeraterSuche.aspx?plz=4"

Kommentar von alfalfa ,

So ist es. ;-) Ein Tipp: Frau Baumeister kann ich wärmstens empfehlen. Ihr einfach mal den Thread hier zeigen, dann ist sie im Film. Und nen schönen Gruss von Christian Müller ausrichten. Good Luck!

Kommentar von theodorakis70 ,

Danke für deine Infos nochmals, ich hab schon Herrn Nomrosky aus Düsseldorf angefunkt. Frau Baumeister aus Kaarst ist ein guter Tipp, falls der Düsseldorfer Berater nicht so schnell Zeit hat.

Schönen Abend noch!

Kommentar von theodorakis70 ,

Um die Sache nun mal abzuschließen: Hr. Nomrowsky hat auch auf Fr. Baumeister verwiesen. Ich habe der Axa einen Widerruf gesandt und den gestern abgebuchten Beitrag heute zurück gebucht. Des Weiteren habe ich auch meine Kündigung der Allianz widerrufen und werde jetzt in Abstimmung mit meinem neuen Allianz-Berater in den AktiMed 90 Plus umsteigen. Diese Bestätigung steht noch aus und ist bis mind. Mitte Januar noch in Bearbeitung. Somit gehe ich optimistisch davon aus: Ende gut alles gut...!

Ganz besonders möchte ich mich auch noch einmal bei alfalfa bedanken, auch wenn die Antworten stellenweise schonmal ganz schön krass rüberkommen. Trotzdem hat mir der Thread ganz klar dabei geholfen die richtige Entscheidung zu treffen.

Danke an alle!!

Antwort
von alfalfa,

Also: Du bist seit 2004 in der Allianz. Wenn Du in einen anderen Tarif der Allianz wechselst, werden dir die AR angerechnet. Bei einem Wechsel zur AXA nicht.

Mutmaßlich hast Du bei der Allianz einen Beitragsentlastungstarif abgeschlossen. Das dort investierte Geld wäre bei einem Wechsel zur AXA ebenfalls weg.

Bitte was ist der Grund von der Allianz in die AXA wechseln zu wollen? Also wenn Du seit 2004 in der Allianz bist, wäre ein Wechsel zur AXA reine Geldvernichtung.

Kommentar von theodorakis70 ,

Genau die von dir beschriebene Geldvernichtung möchte ich vermeiden! Es ist richtig, dass es sich um einen Beitragsentlastungstarif (100,- EUR) handelt. Mein Tarif war damals ein reiner Einsteigertarif mit Leistungsniveau wie GKV und ist inzwischen auch geschlossen. Insofern kann ich nicht, wie von dir vorgeschlagen, meinen alten Tarif mit meinem aktuellen Alter neu rechnen/anbieten lassen... Da ich zum 01.01.13 wieder eine Beitragserhöhung bekommen habe, diesmal fast 50,- EUR (!), lohnt sich dieser Tarif nun nicht mehr. Leistungsstärkere Tarife für ca. 360,- EUR Monatsbeitrag sind nicht mehr teurer und bieten eine wesentlich bessere Absicherung. Einen echten Grund von Allianz zu Axa zu wechseln gibt es eigentlich nicht. Die große Allianz ist wohl bei Anfragen etwas behäbig und nicht unbedingt zufriedenstellend. Fraglich ist natürlich auch, ob der "nette" Versicherungsmakler bei zukünftigen Problemen mit einer neuen Gesellschaft wie der Axa, eine echte Hilfe sein kann. Aus den vorangegangenen Kommentaren geht hervor, dass meine AR dem Kollektiv des alten Allianz-Tarifes vererbt wird. Somit würde ich bei Wechsel in ein Axa-Kollektiv wohl auch wiederum AR erben können. Mein Makler meinte, dass ich "AR-Anteile" (ab 2009) mitnehmen könnte und sprach von ca. 80%. Die übrigen 20% sollen wohl Bearbeitungsgebühren sein. In einem anderen Artikel wurde wiederum behauptet, dass man wenigstens 10 Jahre bei einer Gesellschaft versichert sein müsse, um die AR "mitnehmen" zu können. Für mich stellt sich außerdem immer noch die Frage, ob man unbedingt zwischen der 10%igen gesetzlichen AR und der separaten AR gem. abgeschlossenen Tarif unterscheiden muss?! Ansonsten habe ich auch gelesen, dass ich bei einem Wechsel zu einem anderen Versicherer die Möglichkeit verlieren würde, mal später in einen Grundtarif oder Standarttarif (?) wechseln zu können... Die Sorge ist halt immer wieder die gleiche: Kann ich als Rentner noch den PKV-Beitrag stemmen...?

Kommentar von alfalfa ,

Also, weiter unten habe ich auf eine Frage verwiesen, die das Thema AR sehr umfassend behandelt. Dein Makler - Pardon für die klaren Worte - hat zum Thema AR nicht die geringste Ahnung. Bei einem Wechsel zur AXA nimmst Du nichts mit und bist Versicherungstechnisch acht (!) Jahre älter und auch die geleisteten Beiträge für die Beitragsentlastung sind futsch. Also die schlechteste aller Alternativen. Zumal Du von der alten Welt in die Bi-Sex wechselst, zusätzlich die 10 % gesetzliche AR zahlst, die Option des Standardtarifes aufgibst und alle Fristen von vorne beginnen. Aber wenn Dein Makler Dir das schriftlich gibt...

Die beste Option für Dich ist in einen höherwertigeren Tarif der Allianz zu wechseln. Dann bleibst Du in der alten Welt und verlierst nichts an AR. Alles andere gibt wenig Sinn! Vorausgesetzt du kannst die Gesundheitsfragen beantworten.

Nur Tarife die nach 2009 abgeschlossen wurden können AR mitnehmen. Die Behauptung man müsse 10 Jahre versichert sein, um zu Portieren ist falsch. Und bei AR gibt es vier Töpfe, die unterschieden werden müssen ( und ein fünfter bei Pflegepflichtversicherung. Aber das ist den wenigsten Maklern bekannt, dass man bei Pflegepflichtversicherung auch in der alten Geselkschaft bleiben kann im keine AR zu vererben)

Die gesetzlichen 10 % gelten auch nur für PKV Verträge die nach 2009 geschlossen wurden. Du zahlst aktuell keine 10 %, würdest diese jedoch beim Wechsel dann künftig zahlen.

Hat man Dir etwa den AXA El Bonus angeboten? - Surprise, das ist ein Einsteigertarif! Und jetzt überleg mal, warum die Einsteigertarife heißen? Richtig, weil später die zu geringen AR teuer nachfinanziert werden in Form einer BAP. So wie in Deinem jetzigen Fall.

Kommentar von alfalfa ,

Ergänzung: Du bist seit 2004 in der PKV. Somit kannst Du im Worst Case zwischen Standardtarif und Basistarif wählen. Bei einem Wechsel verlierst Du die Option in den Standardtarif zu wechseln. Beide Tarife sind auf GKV Niveau, der Standardtarif ist noch einen kleinen Schnaps besser. Wenn Du in den Standardtarif wechselst, werden Dir die AR angerechnet. Dadurch sinkt der Betrag. Beim Basistarif ist das nicht der Fall. Beim Standardtarif kannst Du auch Ergänzungsbausteine z.B für ambulante Behandlung hinzubuchen. Das geht beim Basistarif nicht. Beim Basistarif (Kostenpunkt : Höchstbetrag GKV) kann bei besonderer Bedürftigkeit (Grundsicherung nach SGB II - vulgo Hartz IV) noch 50 % des Beitrags "erlassen" werden. Das sind die Hauptunterschiede.

Kommentar von theodorakis70 ,

Bitte, wofür steht BAP?

Bis wieviel EUR kann man von einem Einsteigertarif sprechen? Oder zählen hier eher Mindestleistungen bzw. Gebührensätze?

Und richtig, es handelt sich um den Axa EL Bonus-N! Zzgl. Amb. Ergänz.-baustein, zzgl. 1-/2-Bett- plus Chefarztzuschlag GOÄ 3,5f., zzgl. Zahntarif (100%/80%/90%) GOZ 3,5f., zzgl. Krank.-tagegeld. Und dieser Tarif wie auch die vorgenannten 4 Ergänzungen weisen jeweils teils unterschiedliche BAP auf...(?)

Kommentar von alfalfa ,

BAP = Beitragsanpassung. War mir klar, das es der El Bonus war. Wenn, dann würde auch nur die Vital Reihe Sinn ergeben. Ansonsten wechselst Du von einem Einsteigertarif in den nächsten - auch wenn aufgestockt wurde. Bei den Beiträgen kommt es auf Alter und Leistung an. Warum wechselst Du nicht innerhalb der Allianz in die Best Med Reihe? Was sagt denn Dein Makler dazu? Kann es mir vorstellen, gibt ja weniger zu verdienen und macht Arbeit! Tja und dann kommt man eben über den Preis. Mich wundert, dass jetzt nicht noch Hanse Merkur zur Diskussion stand...

Kommentar von theodorakis70 ,

Natürlich stand auch Hanse Merkur zur Diskussion, diesen Versicherer habe ich allerdings abgelehnt. Der Tipp mit dem Best Med -Tarif klingt interessant. Allerdings kann das jetzt nur noch Unisex bedeuten. Ansonsten war ich immer der Ansicht, solang man jung und gesund ist, reicht ein Einsteiger-Tarif. Aber wenn ich dich richtig verstanden habe, wird dann wiederum zu wenig AR aufgebaut, was im Alter wiederum höhere Beiträge verursacht. Da ich jedoch schon vor dem 21.12. neben Axa einen zweiten Antrag an Allianz unterschrieben habe, werde ich mal mit der Allianz selber sprechen und nachfragen, ob ein Best Med zu Bisex möglich ist, indem man den Antrag hinsichtlich des Tarifes abändert. Dabei wird mir der Makler sicherlich nicht helfen können und wollen. Bleibt noch das 14tägige Rücktrittsrecht. Das soll ab Zusendung der Police gelten oder ab Antragsunterschrift?

Kommentar von alfalfa ,

Nene. Bei der Allianz machst Du einen Wechsel nach § 204 VVG und kannst auch in die Bi-Sex Welt oder gar verkaufsgeschlossene Tarife wechseln. Da sind in dem Fall keine Fristen zu beachten.

Die Anträge würde ich asap widerrufen, denn wenn Du das nicht machst hast du ggfs 2 bis 3 PKV abgeschlossen (es gibt solche Konstellationen!). Und Sorry, einen zweiten Antrag bei der Allianz zu stellen ist Blödsinn in Tüten! Das macht man nur, wenn man Courtage maximieren will. In dem Fall stellt man einen Antrag auf Wechsel nach § 204 VVG! Mit einem Neuantrag verwirkst Du das Recht auf Standardtarif! Also jetzt bin ich echt sauer auf Deinen Makler. Der weiß ja nix!

Ansonsten suche Dir einen Versicherungsberater, der dir bei deinem Anliegen hilft. Aber bitte keinen, der x Monate Beitragsersparnis als Provision nimmt. Der Spass kostet Dich zwar 500-700€, das ist aber gut investiertes Geld.

Kommentar von theodorakis70 ,

Fällt auch der AktiMed Plus 90 P unter die Best Med Reihe? Dieser zählt allerdings auch zu den "kompakten Tarifen"...

Kommentar von alfalfa ,

Jawohl, zählt auch dazu.

Kommentar von theodorakis70 ,

Damit sieht es abschließend folgendermaßen aus:

  1. Ein Antrag ist vor dem 21.12. für Axa unterschrieben und über den Makler weitergeleitet.
  2. Damit verbunden und mit einer Zusage der Axa per Fax wurde die Kündigung der Allianz ebenfalls über den Makler auf den Weg gebracht.
  3. Gleichzeitig ist vor dem 21.12. ein zweiter Antrag für den AktiMed Plus 90 P an die Allianz unterschrieben und über den zuständigen "Allianz-Vermittler" an die Allianz zur Bearbeitung weitergeleitet. Hier steht noch eine Zusage aus. Der Vermittler meinte, dass man hiermit wenig falsch machen könnte, da man sich einerseits den Bisex-Tarif der Allianz sichere und andererseits den Axa-Vertrag innerhalb 14 Tagen widerrufen könnte.
  4. Nach Aufklärung, wie mit den AR verfahren wird, könnte ich problemlos in den neuen Allianz-Tarif wechseln und müsste lediglich Axa widerrufen. Hier müsste ich wohl trotzdem die Frist von 14 Tagen einhalten! Trotzdem: Handelt es sich bei dem AktiMed immer noch um einen Einsteigertarif?
Kommentar von alfalfa ,

Aktimed ist kein Einsteigertarif. Na, da hast Du ja schon Fakten geschaffen. Wenn es jetzt ganz dumm läuft für Dich dann:

  • Akzeptiert die Allianz die Kündigung und Du bist bei der AXA
  • Akzeptiert die Allianz den Neuantrag als Unisex!
  • Hast Du 2 PKV temporär zu Zahlen
  • Du widerrufst die AXA und landest bei der Allianz - im Unisex Tarif!

(Ach ja, die Allianz wird sicher nachfragen, ob ein aktueller Maklervertrag vorliegt)

Sorry, aber so vorzugehen ist das dümmste was man machen kann! Wenn es so läuft, so hast Du hoffentlich ein Beratungsprotokoll, denn das ist der klassische Fall eines Vermögensschadens! Und der Makler ist zum Ausgleich verpflichtet. Und es geht hier nicht grade um wenig Geld!

Korrekt wäre ein Antrag auf Wechsel nach § 204 VVG bei der Allianz gewesen. Also nun heißt es flux, flux Herr Fuchs und mit der Allianz und AXA Kontakt aufnehmen. Ab 21.12 hast Du nur 14 Tage Zeit, um den Antrag bei der AXA zu widerrufen!

Und bei Wechsel nach § 204 VVG bleibt man in der Welt (hier Bi-Sex Welt). Da muss kein neuer Antrag - wie geschehen - gestellt werden! Da ist ein Wechsel nach § 204 VVG angesagt.

Folgendes ist morgen zu tun: 1. Klären, ob die Allianz Sie behält! 2. Dann erst Wiederruf bei der AXA 3. Sofort Einzugsermächtigung AXA widerrufen 4. Antrag auf Wechsel nach § 204 VVG 5. Zieltarif bei Allianz aussuchen und sich beraten lassen

Für die Leistungsinhalte der Akti Med Reihe bitte ich Deinen Vermittler zu befragen. Denn alle Punkte, bei denen ich mir heute einen Wolf geschrieben habe, sind eigentlich seine Aufgabe! Dafür hat er einen Maklervertrag und erhält auch Courtage.

Da bitte ich um Verständnis, das ich eine solche umfassende Beratung nur als Honorarberatung bei § 204 VVG übernehme.

Und bei einem Wechsel nach § 204 VVG werden alle AR mitgenommen! Und Pardon, was Dein Vermittler meinte, ich denke anhand seiner getätigten Aussagen und meiner Erwiderung dürfte nun die Qualifikation im Bereich PKV klar sein. Ich sag nur Hanse Merkur und Vergreisung! Da fällt mir nichts mehr zu ein!

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