Frage von mondfan, 246

Altersrente und 450 € Hinzuverdienst

Guten Tag, ich bin Altersrentner und möchte 450 € (steuerfrei) hinzuverdienen. Zweimal im Jahr darf dieser Betrag bis auf das Doppelte - also 900 € - überschritten werden. Ich soll gleich nach dem ersten Arbeitsmonat einen Betrag von 900 € erhalten. Ist das möglich? Ich habe gehört, dass man erst 1 - 2 Monate arbeiten muss, bevor der Betrag von 450 € überschritten werden darf. Wer kennt sich aus und kann mir eine Antwort geben? Vielen Dank!

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von Tina34, 193

wer hat dir das schmale Brett erzählt das du 2 x im Jahr die Grenze überschreiten darfst???? So generell ist das nicht erlaubt!

Guckst du hier:

http://www.minijob-zentrale.de/DE/0_Home/01_mj_im_gewerblichen_bereich/04_450_eu...

Überschreiten der Arbeitsentgeltgrenze

Überschreitet in einem 450-Euro-Minijob das regelmäßige monatliche Arbeitsentgelt den Betrag von 450 Euro, so tritt vom Tage des Überschreitens an Versicherungspflicht ein. Für die zurückliegende Zeit bleibt die Beschäftigung versicherungsfrei.

Ein nur gelegentliches und nicht vorhersehbares Überschreiten der monatlichen Arbeitsentgeltgrenze von 450 Euro führt hingegen nicht zur Versicherungspflicht.

Als gelegentlich ist dabei ein Zeitraum von bis zu zwei Monaten innerhalb eines Zeitjahres anzusehen.

Der 12-Monats-Zeitraum für die Ermittlung des regelmäßigen Arbeitsentgelts ist ausgehend vom Beschäftigungsbeginn zu bestimmen. Eine neuerliche vorausschauende Betrachtung unter Zugrundelegung eines neuen 12-Monats-Zeitraums ist dann vorzunehmen, wenn sich eine dauerhafte Änderung im Beschäftigungsverhältnis ergibt. Aus Vereinfachungsgründen kann stets zu Beginn eines jeden Kalenderjahres eine erneute vorausschauende Betrachtung zur Ermittlung des regelmäßigen Arbeitsentgelts vorgenommen werden.

Im Einzelfall kann es daher zum Überschreiten der monatlichen Arbeitsentgeltgrenze von 450 Euro und auch der jährlichen Arbeitsentgeltgrenze von 5.400 Euro kommen. Dabei ist die Höhe des Arbeitsentgelts in dem Monat, in dem die Entgeltgrenze unvorhersehbar überschritten wird, unerheblich. Der für die Prüfung maßgebliche Jahreszeitraum endet in diesen Fällen mit Ablauf des Monats, in dem die Entgeltgrenze von 450 Euro überschritten wird. Unvorhersehbar wäre beispielsweise ein erhöhter Arbeitseinsatz wegen des krankheitsbedingten Ausfalls eines anderen Arbeitnehmers zu bewerten. Beispiel:

Ein Minijobber arbeitet seit dem 1. Januar gegen ein Entgelt von 450 Euro im Monat. In den Monaten Februar, Juni und November eines Jahres wird wegen Krankheitsvertretungen jeweils ein erhöhtes Entgelt von 1.200 Euro gezahlt.

Das Überschreiten der Entgeltgrenze in den Monaten Februar und Juni bleibt ohne Auswirkung auf den Minijob, da die Krankheitsvertretungen als unvorhersehbar zu bewerten sind. Das Überschreiten der Verdienstgrenze im Monat November ist hingegen nicht mehr als gelegentlich anzusehen, weil innerhalb des Jahreszeitraumes (1. Januar - 31. Dezember) die 450-Euro-Grenze bereits in zwei Monaten (Februar und Juni) überschritten wurde.

Die Entgeltgrenze von 450 Euro darf ausnahmsweise auch in mehr als zwei Monaten innerhalb eines Zeitjahres unvorhersehbar überschritten werden, wenn in dem vom Arbeitgeber gewählten Jahreszeitraum für die Ermittlung des regelmäßigen Arbeitsentgelts die jährliche Verdienstgrenze von 5.400 Euro nicht überschritten wird.

Beispiel:

Ein Minijobber arbeitet seit dem 1. Januar gegen ein Entgelt von 200 Euro im Monat. In den Monaten Mai, Juli und Dezember des selben Jahres wird wegen Krankheitsvertretungen jeweils ein erhöhtes Entgelt von 600 Euro gezahlt.

Im Jahreszeitraum (1. Januar bis 31. Dezember) wird die Entgeltgrenze von 450 Euro in mehr als zwei Monaten unvorhergesehen überschritten. Da das innerhalb des Jahreszeitraums insgesamt erzielte Arbeitsentgelt 3.600 Euro beträgt, wird die jährliche Verdienstgrenze von 5.400 Euro nicht überschritten. Das unvorhersehbare Überschreiten der Entgeltgrenze im Monat Dezember führt daher nicht zur Versicherungspflicht der Beschäftigung. Es handelt sich durchgehend um eine geringfügig entlohnte Beschäftigung.

Es ist darauf zu achten, dass diese Ausnahmeregelung nur angewendet werden darf, wenn die monatliche Verdienstgrenze von 450 Euro infolge unvorhersehbarer Umstände überschritten wird. Beispielsweise gilt die Zahlung eines (tarif)vertraglich geregelten jährlichen Weihnachts- oder Urlaubsgeldes nicht als unvorhersehbar und muss folglich bereits bei der Ermittlung des regelmäßigen monatlichen Arbeitsentgelts berücksichtigt

Kommentar von mondfan ,

Ich bedanke mich für die verständliche und ausführliche Antwort, wirklich alles sehr gut erklärt! Nochmals vielen Dank! Alles Gute wünscht "mondfan".

Antwort
von Kevin1905, 122
  1. Minijobs sind nicht steuerfrei. Nur meist pauschal besteuert durch den Arbeitgeber
  2. Wenn du in Regelaltersrente bist kannst du hinzuverdienen so viel du möchtest.
  3. Selbst wenn du die Grenze überschreitest solltest du dir nicht ins Hemd machen, für dich fallen dann eben Kranken- und Pflegeversicherungsbeiträge an die von deinem Lohn einbehalten werden. Dennoch hast du mehr in der Tasche.

Zum Minijob wurde ja schon was geschrieben.

Kommentar von mondfan ,

Vielen Dank für die Antwort!!

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