Frage von aftermath92, 1.081

"Alter" Bausparvertrag Debeka, Beginn 2010 jetzt ein super Sparplan?

Hallo, ich habe zum Start meiner dreijährigen Ausbildung im August 2010 (duales Studium) einen Bausparvertrag bei der Debeka abgeschlossen.

Konditionen: Bausparsumme: 10.000 € Sparguthaben bei Zuteilung: 4.067 Euro Darlehnsanspruch: 5.933 Euro voraussichtliche Zuteilung: 28.02.2018 Guthabenzins: 3 % p.a. Bei Verzicht auf Zuteilung: rückwirkende Erhöhung des Guthabenzinssatzes auf 3,25% Sollzinssatz: 5 %

Ich bespare den Vertrag seit Beginn in 2010 lediglich aus den vermögenswirksamen Leistungen meines Arbeitgebers (Beamter). Es kommen also monatlich 40 Euro in den Vertrag. Zum 31.12.2013 stand der Vertrag bei ca. 1.700 Euro.

Jetzt zu meiner Frage: Ich habe gelesen, dass man das Darlehn nur zu "wohnwirtschaftlichen Zwecken" verwenden darf. Ich bin erst 22 und ich glaube nicht dass ich bei Zuteilungszeitpunkt schon bereit bin in diese Richtung zu investieren. Außerdem habe ich gelesen, dass man einerseits auf die Zuteilung verzichten kann und dann sogar noch rückwirkend mehr Zinsen bekommt. Anderseits kann man ja aber auch die Zuteilung zeitlich nach hinten verschieben. Wie weit kann man diese nach hinten verschieben?

Hintergrund: Ich meine wenn ich mir die heutigen Zinsen auf Tagesgeld etc. angucke (im Schnitt vllt. 0,7 %) dann liege ich mit meinem Bausparvertrag und 3 % doch gar nicht schlecht oder? Wenn ich also die Zuteilung also so weit wie möglich verschiebe, bekomme ich zwar kein Darlehn (was ich ja wohl irgendwie auch noch nicht brauche wegen der wohnwirtschaftlichen Nutzpflicht), aber ich fahre mit den 3 % doch einen super Sparplan oder nicht?

Übersehe ich dabei irgendwas? Wo ist der Haken?

Antwort
von LittleArrow, 1.013

Eine Sorge kann ich Dir gleich nehmen und Du verlierst auch nicht die Bausparförderung:

Jetzt zu meiner Frage: Ich habe gelesen, dass man das Darlehn nur zu "wohnwirtschaftlichen Zwecken" verwenden darf. Ich bin erst 22 ....

"Eine Verfügung ohne Verwendung zum Wohnungsbau ist unschädlich, wenn sie mindestens 7 Jahre nach Vertragsabschluss erfolgt und der Bausparer bei Vertragsabschluss das 25. Lebensjahr noch nicht vollendet hatte. In diesem Fall bleiben aber lediglich für einen Bausparvertrag die Wohnungsbauprämien der letzten 7 Sparjahre erhalten."

Quelle: http://www.bmub.bund.de/themen/stadt-wohnen/wohnraumfoerderung/wohneigentum-fina... Gucke hier unter Neuverträge!

Anstelle des Darlehnsziels kannst Du "ordentlich" sparen:-) Wenn Du noch so einen tollen BSV findest, dann kannst Du jetzt noch einen solchen Vertrag abschließen und parallel besparen, insb. wenn bzw. weil in ca. 3 Jahren die Bausparprämien für den ersten BSV enden. ;-)

Du mußt also die Zuteilung des laufenden Vertrages gar nicht verschieben bzw. hinauszögern, um gute Zinsen zu verdienen. Nur solltest Du den Vertrag (einschl. Zulagen und Zinsen) nicht über 100 % ansparen. Beende die Einzahlungen bei ca. 85 % und lasse die Zinszuwächse den Rest machen.

Kommentar von aftermath92 ,

Super vielen Dank schonmal! Okay die wohnwirtschaftliche Verwendung fällt für mich also weg. Trotzdem seh ich momentan den Sparvorteil größer zumal der Sollzins ja trotzdem vergleichbar hoch ist.

Anschlussfrage: Ich habe schon ein bisschen nebenbei auf nem Tagesgeldkonto angespart. Macht es Sinn den Bausparvertrag mit einer Einmalzahlung auf die ca. 80% zu bringen? Dann profitiere ich ja noch mehr von den guten 3%. Oder muss ich aufpassen dass ich nicht zu schnell auf die Bausparsumme komme, weil die Debeka dann den Vertrag kündigen kann (s. Link in der zweiten Antwort) Und der Vertrag muss doch 7 Jahre bestehen damit ich alle Prämien behalte oder?

Kommentar von Hanseat ,

Einmalzahlungen bedürfen i.d.R. der Genehmigung der BSK und ich kann mir nicht vorstellen dass die Debeka Ihnen eine solche erteilt. Der Vertrag muss in der Tat 7 Jahre bestehen, gucken Sie mal in den Bedingungen was der monatliche Regelsparbeitrag ist, wahrscheinlich 4 Promille (der Bausparsumme). Wenn dem so ist, dann einfach mit den 40,- Euro weiter sparen und gut. Höhere Beiträge und Einmalzahlungen kann (und iwrd) die debeka ablehnen.

Kommentar von aftermath92 ,

Okay, wäre auch zu schön gewesen. Und wenn ich nochmal so 50 Euro monatlich nachschiesse? So könnte ich dann doch umso mehr von den guten Zinsen profitieren... Weiteres Vorgehen also: Einfach so weiterlaufen lassen (evtl. ein bisschen aufstocken). Wenn ich das Mindestsparguthaben erreicht habe, einfach die Zuteilung ablehnen und den Vertrag als Sparvertrag weiterführen. Macht die BSK da denn garkeine Probleme? Und dann wenn 80% erreicht sind, die Einzahlungen stoppen und das Guthaben verzinsen lassen (läuft der Vertrag denn dann unendlich weiter?? Wie läuft das denn dann am Ende. Lass ich mir irgendwann doch die restlichen 20% als Darlehn auszahlen? )

Kommentar von LittleArrow ,

Ich empfehle Dir, die Vertragsunterlagen und den obigen Link durchzulesen!

Mit Erreichen des Mindestsparguthabens wird der Vertrag noch nicht zugeteilt. Es sind zusätzlich noch eine Wartezeit und die Verfügbarkeit von ausreichend Kreditmitteln bei der BSK erforderlich. Der Vertrag wird nicht einfach "zugeteilt", allenfalls wird Dir die "Zuteilungsreife" mitgeteilt. Auf die Mitteilung mußt Du nicht reagieren.

Die BSK wird irgendwann herumzicken (lies die anderen Antworten), spätestens bei einem Guthaben von 100 % der Bausparsumme. Vorher kriegst Du das Darlehn nur bei "wohnungswirtschaftlicher Verwendung".

Kommentar von aftermath92 ,

Anschließend daran mal eine andere Frage. Habe meine Unterlagen durchgesehen und gemerkt dass ich in den drei Jahren bisher kein Antrag auf Wohnungsbauprämie gestellt habe. Wie gesagt die Einzahlungen erfolgen nur in Form von Vermögenswirksamen Leistungen mit 40 Euro monatlich für die ich in meinen Einkommensteuerbescheiden schon eine Arbeitnehmersparzulage ausgerechnet bekommen habe.

Verstehe ich meine Unterlagen insofern richtig dass es Arbeitnehmersparzulage UND Wohnungsbauprämie in meinem Fall nicht gleichzeitig für die Einzahlungen gibt?

Kommentar von betroffen ,

Beides geht:

Arbeitnehmersparzulage bekommst du bei der Einkommensteuer.

Wohnungsbauprämie beantragst du bei der Bausparkasse.

(Auch rückwirkend / versuche für die vergangenen drei Jahre die Anträge nachzureichen) Seit einigen Jahren wird der Anspruch auf deinem Kontoauszug eingetragen, das Geld aber erst am Ende gezahlt.

Du kannst den Regelsparbeitrag oder mindestens 512,- € im Jahr einzahlen. Mehr wird die Debeka zur Zeit nicht zulassen.

Antwort
von betroffen, 796

Halte den Vertrag mal gut fest und versuche das Möglichste rauszuholen. Wegen deines jungen Alters: < 25 Jahre ist die wohnwirtschaftliche Verwendung nicht maßgebend.

Bei den 40,- € im Monat ist doch schon Geld von dir dabei. Kein Beamter kriegt volle 40,- VL vom Arbeitgeber.

Arbeitnehmersparzulage bekommst du bei der Einkommensteuer.

Wohnungsbauprämie beantragst du bei der Bausparkasse.

(Auch rückwirkend / versuche für die vergangenen drei Jahre die Anträge nachzureichen) Seit einigen Jahren wird der Anspruch auf deinem Kontoauszug eingetragen, das Geld aber erst am Ende gezahlt.

Du kannst den Regelsparbeitrag oder mindestens 512,- € im Jahr einzahlen.

Mehr wird die Debeka zur Zeit nicht zulassen.

Antwort
von gammoncrack, 714

Man muss ein wenig aufpassen, da die Bausparkassen aufgrund dieser Zinsen versuchen, den Vertrag los zu werden.

Hier einmal ein paar Infos zu diesem Thema. Da wird auch Deine Frage beantwortet:

http://www.fmh.de/zinsen-vergleiche/bausparen/wann-darf-die-bausparkasse-meinen-...

Kommentar von LittleArrow ,

Der Link aus 2013 ist vielleicht nicht mehr aktuell. Daher hier eine jüngere Information:

http://www.faz.net/aktuell/finanzen/meine-finanzen/niedrigzinsen-kuendigungswell...

Kommentar von gammoncrack ,

Eigentlich bestätigt mein Link doch das, was Du korrekt selbst kommentiert hast.

Das Thema "dürfen die oder dürfen die nicht" ist ja noch nicht fallabschließend entschieden.

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