Frage von Limone5,

Alte Fonds weiter halten wg. Steuerfreiheit- ist das sinnvoll?

Ich hab noch so manche alte Fonds, die ich vor Beginn der Abgeltungssteuer gekauft habe-somit weiterhin steuerfreie Kursgewinne. Manchmal frag ich mich aber, ob es Sinn macht, nur deshalb diese zu halten. Wie habt Ihr hier gehandelt, habt ihr alte Fonds abgestossen-was habt Ihr alternativ angeschafft?

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Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von freelance,

wenn ein Investment nicht läuft, dann verkaufen. Hier spielt es auch keine Rolle, ob alte Regelung oder neue. Ich habe einige verkauft, andere nicht.

Bevor ich verkauft habe, ist mir jedoch auch klar geworden, dass durch die Besteuerung ein neues Invest deutlich besser laufen muss, sonst lohnt die Umschichtung nicht. Das solltest du bedenken.

Hier kann man nicht sagen, was generell zu tun ist, denn letztendlich entscheidet jedes Invest selbst individuell betrachtet.

Expertenantwort
von gandalf94305, Community-Experte für Fonds & Steuern,

Das kann man nicht pauschal sagen. Ein Fonds, der Altbestand ist, wird ja auch zum Teil seit 2009 schon besteuert.

  • Ausschüttungen werden besteuert.

  • Thesaurierungen (ausschüttungsgleiche Erträge) werden besteuert.

Damit sollte man sorgfältig betrachten, was an Wertzuwachs (sofern vorhanden) wirklich Kursgewinne sind. Dieser Anteil wird nicht mit Abgeltungssteuer belegt, d.h. man "spart" knapp 30% an Steuern. Ein alternativer Fonds, der neu angeschafft würde, müsste also im Bereich der Kursgewinne deutlich besser performen.

Beispiel:

  • Hat man einen Deka EuroStocks CF (LU0097655574, Geschäftsjahresende 30.09.) Ende 2007 zu 40 EUR je Anteil gekauft, so steht dieser inzwischen bei knapp 27,80 EUR.

  • Am 20.11.2009 gab es eine Ausschüttung von 0,0400 EUR. Zu versteuern insgesamt 0,1228 EUR.

  • 2010 gab es nur viele Nullen.

  • 2011 gab es ebenfalls Nullen.

  • 2012 gab es ausschüttungsgleiche Erträge in Höhe von 0,0299 EUR.

Man hätte also einen Verlust von 12,20 EUR pro Anteil und Steuern gezahlt auf 0,1527 EUR je Anteil. Macht einen weiteren Abzug von ca. 0,04 EUR je Anteil. Damit lautet die Bilanz -30,6%.

Hätte man sich den Comgest Growth Europe (IE0004766675, Geschäftsjahresende 31.12.) zugelegt, dann wären Ende 2007 pro Anteil EUR 10,50 fällig gewesen. Inzwischen steht der Kurs bei 14,91 EUR.

  • Thesaurierung 2009: 0,0265 EUR
  • Thesaurierung 2010: 0,0672 EUR
  • Thesaurierung 2011: 0,1042 EUR

In Summe hätte man also auf 0,1979 EUR Steuern von ca. 0,05 EUR je Anteil bezahlt. Gewinn je Anteil 4,41 EUR, d.h. Ergebnis: +41,5%.

Antwort
von Tritur,

Der Verkauf solcher vor 2009 gekauften Fonds, lohnt sich bei guten, flexiblen, breit streuenden und weltweit anlegenden Aktien- und Mischfonds auf keinen Fall. Nur diese Fonds sind in der Lage sich durch fondsinterne Umschichtungen allen Situationen anzupassen.

Aktienfonds und aktienbezogene flexible Mischfonds bieten einen guten Inflationsschutz, weil die Inflation auch die Aktienpreise in die Höhe treibt. Die Besteuerung solcher inflationärer Scheingewinne ist aber eine staatliche Enteignung. Bei vor 2009 gekauften Fonds kann das -nach der aktuellen Rechtslage - nicht eintreten, weil bei diesen die Kursgewinne auch beim späteren Verkauf der Fondsanteile steuerfrei bleiben.

Für den Anleger gibt es deshalb keinen Anlass solche Fonds zu verkaufen. Das ist auch der Grund, warum solche Fonds von professionellen Beratern nur selten empfohlen werden. Sie machen eine laufende teure Beratung gänzlich überflüssig.

Antwort
von Privatier59,

was habt Ihr alternativ angeschafft?

"Neue" Fonds, also die, die besser laufen. Es lohnt sich wirklich nicht, schlechte Fonds nur wegen des Steueraspekts im Depot zu halten.

Antwort
von althaus,

Nein, das ist nicht sinnvoll, wenn es der falsche Fonds ist.

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