Frage von FastmodelsBusiness Profil - Light,

Als Transferfahrer Tankkosten bei der Steuerabgabe vom Gewinn abziehen

Ich bin als selbsständiger Transferfahrer tätig und überführe Fahrzeuge auf eigener Achse. Wenn eines dieser Fzg betankt werden muss, schiesse ich die Tankkosten vor und setze Sie mit auf die Rechnung, worauf ich Sie vom Auftraggeber erstattet bekomme. Ich würde bei der Umsatzsteuervoranmeldung diese Beträge einfach von vornherein vom Rechungsbetrag abziehen, da es sich ja um eine Erstattung handelt und es mit dem Gewinn nichts zu tun hat. Meine Steuerberaterin meint, ich soll sie als Gewinn mit angeben und die Tankbelege sammeln, was aber garnicht möglich ist, da manche Auftraggeber die originalen Belege fordern für ihre eigenen Steuerunterlagen. Ich bin total verwirrt, denn wenn ich das so machen würde, wäre doch die angegebenen Einnahmen viel zu hoch, da auf jede Rechnung mind nochmal 600€ Betankungen kommen.

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Antwort
von Fastmodels, Business,

ich sollte viell noch sagen, das die Fahrtaufträge von externen Dispofirmen kommen, mit denen wir Fahrer abrechnen. Die Preise pro Strecke werden mir vor Fahrtantritt genannt und enthalten jeweils keine Spritkosten.

Antwort
von gandalf94305,

Du stellst zweierlei Rechnungen aus: eine Sorte für Deine Leistungen, eine für einen Auslagenersatz. Die Leistungsabrechnungen umfassen Deine Dienstleistung, die nach einem vereinbarten Satz pro Einheit oder pro Entfernungs-km oder wie auch immer abgerechnet wird. Die Auslagenersatzrechnungen betreffen Kosten für Tanken, Parken, Hotelübernachtungen, etc., die vom Auftraggeber 1:1 erstattet werden.

Die wesentlichen Voraussetzungen für einen steuerfreien Auslagenersatz sind gegeben, wenn die Ausgaben auf Rechnung des Auftraggebers erfolgen (Leistungsempfänger ist der Auftraggeber), Du dadurch nicht bereichert wirst, die Positionen im einzelnen nachgewiesen werden und das Risiko der Ausgaben beim Auftraggeber liegt (per Vertrag vereinbart). In diesem Fall bekommt der Auftraggeber auch die Originalbelege, denn die steuerliche Behandlung erfolgt beim Auftraggeber.

Führst Du die Positionen in der Gesamtrechnung mit der Hauptleistung zusammen auf, so darfst Du die Originalrechnungen nicht aus der Hand geben, wie die Steuerberaterin ja auch vorgeschlagen hat. Du benötigst sie nämlich dann für Deinen Vorsteuerabzug. Diese Vorgehensweise wäre beispielsweise sinnvoll, wenn Du ungefähr die Tankkosten abschätzen kannst und daher für Dienstleistung und Tanken etc. eine Pauschale pro Distanz-km verlangen würdest.

Mal sehen, was die Umsatzsteuerexperten hier sagen werden :-)

Kommentar von blackleather ,

Die Umsatzsteuerexperten sagen: Exakte Antwort! DH!

Kommentar von EnnoBecker ,

Die Umsatzsteuerexperten sagen:

Naja.... nicht alle sagen das, sorry.

Kommentar von blackleather ,

Okay, sie teilen sich in zwei Parteien. Was sagt denn die andere Partei?

Kommentar von EnnoBecker ,

Naja, es dauert halt ein bisschen, seine Gedanken niederzuschreiben, so dass es einerseits verständlich bleibt (also nicht zu sehr fachlich überfrachtet) und andererseits richtig bleibt.

In diesem Fall dauerte es neun Minuten.

Antwort
von robinek,

Wie wäre es als Selbständiger einmal einen Steuerberater zu konsultieren? Denke Du wirst oder kannst Dich wundern was er Dir noch für Tipps und Ratschläge geben wird! (Eigen gemachte Erfahrung)

Kommentar von Fastmodels ,

Ich habe einen Steuerberater wie in meiner Frage steht, halte ich die Anweisungt meiner Steuerberaterin für falsch,und möchte mich absichern. Wie wäre lesen?

Antwort
von EnnoBecker,

Deine Steuerberaterin hat recht, denn du unterliegst hier einem Grundirrtum.

Was der Auftraggeber bezahlt, ist bei dir stets Honorar oder Umsatz oder wie du das immer nennen willst. Dass da auch Tankrechnungen in deine rechnung eingepreist sind, ändert daran nichts. Deshalb sind die Einnahmen sämtlich als Umsatz zu verbuchen.

Auf der anderen Seite sind die von dir getragenen Aufwendungen Betriebsausgaben und deshalb als solche abziehbar.

Das sind zwei verschiedene Paar Schuhe und sie haben nichts miteinander zu tun.

Zum Vergleich:
Wenn du beim Bäcker ein Brot kaufst und dir dafür den Kassenzettel aushändigen lässt: Steht dann eine Extraposition "zur Mühle gefahren und Mehl geholt" drauf? Nein?

Wenn du in der Gaststätte ein Schnitzel verzehrst und dann die Rechnung anschaust, steht dann eine Position "Lieferanten für die Anlieferung des Fleisches bezahlt" drauf? Nein?

Du musst hier klar unterscheiden zwischen deinen Umsätzen und deinen Ausgaben. Dann wirst du erkennen, dass es kein "Auslagenersatz", sondern normaler Umsatz ist und dass der Auftraggeber nicht die Originale einfordern kann, eil du die nämlich selber brauchst, um Vorsteuer ziehen zu können.

Etwas anderes gilt nur dann, und NUR DANN, wenn der Auftraggeber derjenige ist, der den Kraftstoff kauft und du nur das Geld vorstreckst. Aber das ist ja hier ganz offensichtlich nicht der Fall.

Kommentar von EnnoBecker ,

Aber das ist ja hier ganz offensichtlich nicht der Fall.

Es ist also glasklar nicht der Fall und es ist so, wie ich es schrieb, siehe hier:

und enthalten jeweils keine Spritkosten.

Kommentar von blackleather ,

So sehr es mich auch schmerzt, lieber Enno, aber diesmal kann ich mich nicht auf deine Seite schlagen, sondern muss dir widersprechen - jedenfalls ex nunc, auf den Sachverhalt bezogen (ex tunc schließe ich mich deiner Meinung an).

Wenn der Frager meint, dass die "Preise", die ihm von seinem Auftraggeber genannt werden, keine Spritkosten enthalten, so kann dies durchaus so verstanden werden, dass beide Seiten diese Kosten eben nicht als Teil des Honorars verstehen, sondern als ureigenste Kosten des Auftraggebers, die vom Auftragnehmer auf Rechnung des Auftraggebers lediglich vorgestreckt werden. Und dann ist der Auftragnehmer diesbezüglich weder zum Vorsteuerabzug berechtigt noch darf er die Belege behalten, sondern muss sie an den vorsteuerabzugsberechtigten Auftraggeber herausrücken, dem er diese Kosten aber nicht als Honorar in Rechnung stellen darf, sondern allenfalls als Verauslagungen für jenen. Da liegt meine Meinung mit der von gandalf94305 auf derselben Linie.

Kommentar von EnnoBecker ,

Fein. Mich schmerzt das nicht, denn nur Reibung erzeugt Wärme. Ich mag das, denn wenn man immer nur gute Karten auf der Hand hat, mag keiner mehr mit einem spielen.

Gehen wir es an:

sondern als ureigenste Kosten des Auftraggebers, die vom Auftragnehmer auf Rechnung des Auftraggebers lediglich vorgestreckt werden

Genau das habe ich doch aber geschrieben, im letzten Absatz.

In dem Fall stellt sich doch aber dringendst dir Frage, wer tatsächlich den Kraftstoff gekauft hat. Allgemein gesagt, es ist wie immer: Wer hat mit wem welchen Vertrag geschlossen?

Und gerade an der Aussage

und enthalten jeweils keine Spritkosten

kann man doch erkennen, dass die notwendigen Auslagen nicht im Wege des durchlaufenden Postens weitergereicht werden können, sondern Teil der Preiskalkulation sind. Auch wenn die Zielfirma die Kalkulation gern durch Inaugenscheinnahme der Tankbelege prüfen möchte.

Gewissheit, lieber Schwarzleder, würden wir aber nur erlangen, wenn wir entweder den Vertrag prüfen oder der Fragesteller das zutreffende Ergebnis eigener Vertragsprüfung mitteilt.

Kommentar von gandalf94305 ,

Vielleicht sollte man dann darauf hinwirken, eine Vertragsgestaltung mit den Auftraggebern zu erreichen, die die Auslagenerstattung ermöglicht, da dies IMHO der einfachere Fall ist. Wenn ich Dich recht interpretiere, dann sagst Du eigentlich auch, daß beide Möglichkeiten bestehen, jedoch üblicherweise die Auslagenerstattung aufgrund von Verstößen gegen die Voraussetzungen dafür (z.B. Lieferung auf Rechnung des Auftraggebers) nicht möglich ist. Oder habe ich das falsch interpretiert? ;-)

Kommentar von EnnoBecker ,

Oder habe ich das falsch interpretiert?

Ein wenig.

Wie soll denn bitte der Auftraggeber, der in Ort X ist, an der Autobahntankstelle bei Ort F den Sprit kaufen? Er müsste dem Fragesteller eine Tankkarte oder sowas aushändigen.

Oder ihn explizit mit dem Kauf von Kraftstoff beauftargen.

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